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Der Israelit · 1861-04-04 · Heft 13-14 (4.4.1861) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 13-14 (4.4.1861)
Date
1861-04-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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außerordentliches Mitglied der genannten Gemeinde gewesen ist*). Darauf kommt es aber gar nicht an; ich wollte nur den Bildungsgang und die religiöse Richtung eines Mannes characteristren, der eS unternimmt, als informatorischer Rabbiner in einer so ehrwürdigen Gemeinde wie Amsterdam aufzutreten. — Die neuen Reprasentanten-Wahlen in unserer Synagogen - Gemeinde, welche in diesen Tagen stattfinden, beschäftigen die Gemüther mehr als sonst. Die fromme Partei, welche bisher sehr wenig vertreten ist, hat eine orthodoxe Kandidaten - Liste aufgestellt und eine öffentliche Versammlung einberufen. Sie fühlt sich Lief in ihrem religiösen Gewissen durch eine Verfügung verletzt, die der Vorstand in der BeschneidungSsache unlängst erlassen hat und die wir demnächst Ihnen mittheilen werden. — Aus Thörn wird gemeldet,! daß die dortigen angesehenstes Kaufleute jüdischer Confession bei unsrem Handelsministerium mn Abschaffung der sogenannten Judensteuer für jeden in Polen reisenden Ausländer nachgesucht hätten. Die Beseitigung dieses Unfugs erscheint schon im Interesse des diesseitigen Handelsverkehrs! mit Polen dringend geboten. Die französischen Juden haben fichj über , die besagt? Steuei mit ErfM beschwert; woraus ohne Frage hervorgeht, daß did preußischen Staatsangehörigem Mischer Confession zur beregten Steuer eben so wenig verpflichtet find. - 'lAlmoni. KömnSbern. 13. März. Die „KönLgsibsrger Hä^t.Ung'sche' Zeitung" von heute bnngt nachstehenden! Artikel! den wir etwas lstoWzirt! hier wiedergeben wollen.« Er lautet: Innerhalb der hiesigen Synagogen-Gemeinde, die nach dex 'letzten Zählung über 2400 Seelen beträgt, sind im Verlauf der letzten Jal^re mancherlei Zerwürfnisse entstanden, die ihren Höhepunkt darin fanden, daß! zuletzt sogar rnehrere der der Neformpartei angehisrelcheu Mitglieder ihre Kinder dem Akte der Veschneidung, einem Akte von hoher religiöser Bedeutung, entzogen. Um den Zerwürfnissen ein Ende zu machen, 'den Ritus rein M erhalten, hat sich in letzterer Zeit die orthodoxe Partei fester an einander geschlossen und beider letzten Wahl der Gemeinde-Repräsentanten, welche in diesen Tagen unter Leitung eines königlichen Commissars ordnungsmäßig stattfand, die von ihr, der orthodoxen Partei, zuvor aufgestellten Wahl-Candrdaten, den Wahl-Candidaten gegenüber, welche gleichzeitig auch die Gegenpartei ausgestellt hatte, durchgebracht. Es steht zu erwarten, daß damit auch das Synagogen-, Schul-, Lazareth- und Schächterwesen im alten Geiste mehr als bisher geregelt werden wird. Wir bemerken hierbei schließlich, daß die Königsberger israelitische Neformpartei hierorts bis jetzt noch nicht derart orgamsirt worden, wie solches längst der Fall ist mit der Neformpartei der israelitischen Gemeinde zu .Berlin. Eine solche Organrsirung dürste sogar auch nach dem, was jetzt hier vargegangen, noch lange auf sich warten lassen. Soweit der Artikel. Wir setzen hinzu: zwei Punkte find es, an denen die Absonderung der Neologen von der Gemeinde scheitern würde, der Jndifferentismus und der Geldurangel. Sie find viel zu kau und bequem, um eine Andacht mit Chor und Orgel nebst deutschem Gebete einzurichteu, geschweige zu besuchen. Das sah man hier recht deutlich, als man vor einigen Jahren einen Sonntagsgottesdienst dem sabbatlichen folgen ließ. Er verschied bald ander Kangcnwe^e, der Theilnahmlosigkeit, abgesehen von d'er Inkonsequenz, daß in einem und demselben Gotteshaus«: Cankor und! Prediger am Sabbat und Sonntage zugleich fuWkren mußten. Mau wollte Gott und. dem Baal dienen: das war zu lächerlich. Es war chre todtgeboreue Institution und war von ' vorn herein dem Untergang geweiht. Was de» ' Gcldpunkt anlangt, so gehören großen Theils die Reichen so ziemlich der alten Partei au, und die paar Vermögenden mrter den Neueren! haben wahrlich keinen Aehersluß an großen OpfeMreitwilkigkeit. Die Orthodoxen und die Modernen werden schon eine Zeit lang noch Zusammengehen müssen. — Unser neuliches Referat über die hiesige wohlthätige Gesellschaft, welches auch in den „Hamaggid" übergegangen ist, cküssen wir ein wenig ergänzen. Dem Dr. med. Kosch, einem unserer ersten Aerzte, ehemaligen! Mitglieds der Berliner Rationakversammlung, muß öffentlich die gebührende Anerkennung dafür gezollt werden, daß er bei der diesjährigen Generalversammlung die Ehre jener Ge-

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