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Der Israelit · 1861-04-04 · Heft 13-14 (4.4.1861) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 13-14 (4.4.1861)
Date
1861-04-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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wodurch sich die sociale Stellung der Jude» nur besserte. Der einzige Aerger herrschte vielleicht darüber, daß die Juden strebsamer und intelligenter als andere christliche Concurrenten seien. — Nur der Abg. Doppelhammer (altbayerischer Bierbrauer) tritt gegen den Antrag auf und will vie Ausnahme der Juden von der Bewilligung der Gemeinde abhängig machen (geschieht ohnehin). Seine „Modifikation" findet aber gar keine Unterstützung. Bezüglich der Einräumung des Rechts zum Halten von Gast- und Braulocalen fürchtet derselbe, die Juden würden ihre Wirthschaitslocalitäten iy lauter «Börsenhallen" umwandeln*). — Der Minister des Innern erwidert bezüglich der Anstclluvgsfähigkeit der jüdischen Candidaten, daß er eine Gewißheit nicht gewähren könne, weil diese selbst die christlichen Candidaten nicht besäßen. , Äcbrigens bilde diese Frage gerade einen Gegenstand der Berathung zwischen den Ministeriell, der aber noch nicht zum Austrag gekommen. — En d l i ch w i r d der Paur'sche Antrag mit Widerspruch von nur ein! paar Stimmen unverändert angenommen. . Stuttgart, März: Aus dem nun. mit seinen Mötiven gedruckten^ schon vor Wochen vorärrsverkündeten Gesetzesentwurf, der die staatsbürgerlichen Rechte vom religiösen Bekenntnisse unabhängig erklärt, ersehen Sie,-daß es sich blos umHdi^staatsbürgerliche» Rechte,! um Wahl- und Wählbar^itsrechte handelt. Ausdrücklich sagen die Motive:: s Die politisches Gleichstellung schließe nicht auch sdie iBeseitigung afler übrigen, in ^dürgerlichen undgewerblichen Verhältnissen noch bestehenden Besonderheiten der rechtlichen, Stellung der J s raeliten «in. Ob uud wie weit seine ,solche thunlich sei, behalte sich die Negierung vor,!im Anschluß an ihre früheren Schritte in dieser Richtung durch eine besondere Gesetzcsvvrlage darzulegcn. Also nur eine zwecklos verkümmerte Gabe. (N. F. Z .) Stuttgart, 26. März. Seine Majestät der König geruhte heute von dem Innern der neu sprechen heute di« bayrischen Bierbrauer: AlleS, nur keine Biertrauer. Die Furcht vsr Lsserrrrttrz ist eben überall dieselbe. j (Hierbei «och erbauten Synagoge Einsicht zu nehmen. Se. Majestät verweilten längere Zeit in dem neuen Tempel und erkundigten sich eingehend und wohlwollend über die verschiedenen Verhältnisse des Baus und der Gemeinde.USe. Majestät verließen den Dan sichtlich befriedigt und erfreuten den Gemeindevorstand mit dem gnädigen Ausspruch des Wohlgefallens an der schönen und stylgerechten Durchführung des Bauwerkes. Eßlingen, 24. Marz. In der israelitischen Wilhelmspflege, in der Waisenanstalt, die gegründet wurde, um dem glorreichen Namen Seiner Majestät unseres Königs ein ewiges Gedächtniß durch die rettende Menschenliebe zu stiften, wurde am Sonntag den 24. d. M. eine Feier veranstaltet, die dem Vorstände des Waisenvereins Vr. Adolph Levi aus Stuttgart galt. Das in Lebensgröße in Oel gemalte Bild desselben, das ein Theil seiner Verehrer fertigen ließ, wurde bei dieser Gelegenheit daselbst ausgestellt. Hannover, 18. März. Die osficielle „N. Hann. Z." tritt heute dem km Juden gemachten Vorwurf entgegen, als seien sie Feinde der bestehenden monarchischen Staatsordnungen. Ein sprechendes Zeugniß davon liefere ^ne von den Ober-Rabbinern deH Königreichs an den König gerichtete Dankfchrist sürj die erfolgte allerh. Bestätigung der neuen Synagogen-Ordmuch. (Wir begreifen nicht, mit welchem Rechte den Juden ein solcher Vorwurf gar gemacht werden kann. Neberall beweist die Erfahrung das Gegeuthell. Red.) Aus dem badische» Oberland, 24. März. Der aus der ersten Berathnng des Großh. Handelsministeriums heroorgegangene Entwurf eitles Gewerbe-Gesetzes für das Großherzogthum Baden ist den in den vier Kreisen des Landes ernannten Beiräthenzugestellt worden und wird die zweite Lesung in Gegenwart der Vorstände' aller Ministerien und gedachten Beiräthe am 3. k. M. in der Residenz stattfinden. Einer dieser Beiräthe ist Israelit, Herr Kaufmann und Banquier Adolph Zimmere aus Heidelberg, in früher» Jahren auswärtiges Mitglied des Großh. OberrathS. zwei Bogen.)

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