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Der Israelit · 1861-04-04 · Heft 13-14 (4.4.1861) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 13-14 (4.4.1861)
Date
1861-04-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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469 dem dadurch viel Capital und Arbeite kraft außer Land getrieben wird. Statistische Nachweise zeigen, das; bei den Juden in Bayern schon seit Jahren die Gcwcrbsthütigkeit im Steigen, der Schacher aber im Abnehmen begriffen ist; währcnd jedoch die christliche Bevölkerung Bayerns von! 4,2M,M0 Seelen aus -1,560,000 sich vermehrte, ist jene der jüdischen von 60,700 ans 56,6-N herabgegangen. Referent schließt seinen Bortrag mit dem j Ausrufe: „Bayern möge ein Institut (das der - Matrikelnummern) entfernen, das außer ihm kein : anderer Staat mehr amweist und weder mit den! Grundsätzen des Christen!!; ums, noch der Moral und Civiliiation harmonirt." — Der Minister des Innern nahm auf seine (bereits mitgctl,eilte) Neußeruug im Ausschüsse der Kammer Bezug und wiederholte, daß die Negierung der beantragten Aush.bung jener Beschränkungen F dnrä aus keine Schwierigkeiten cntgegenstellen wolle. ' — Dr.Panr bezeichnete seinen vorliegenden Antrag - als Postulat der absoluten Gerechtigkeit, gesunder ' Politik und unabweisbarer Conseguenz. Es habe ' keinen Sinn, wenn mau Staatsangehörigen, denen politische Rechte in so hohem Maße zngesprochen sind, ' die dl echte der Ansässigmachung und des Gewerbsbe- - Iriebes zwar nicht ganz versagen, aber doch möglichst schwierig machen wolle. 'Redner stützt seinen Antrag; an.:; ans die öffentliche Meinung. Als vor 12 Jahren die Frage der Juden Enranckpation vorlag, bewegten sich Adressen dagegen und dasürIhcute zeige sich keine ähnliche Erscheinung; damals handelte cS sich allerdings um die volle Emaneipatiou, aber heute werde sein,Antrag in nin-eur bescheidenen Maße gut geheißen. Tie jüdische Bevölkerung Bayerns bat bedeutend abgeuvunlen und zwar durch Auswanderung der keästig-.n Jugend, die sich eine neue Heimat!, in fremd, n BRlltl .ileu sucht, wo ihnen gleiche Rechte mit ihren Mitbürgern geboten werden. Aber um welchen Preis geschieht dies oft? Redner bekennt sich als Zeuge von Opfern, die nm so entsetzlicher seien, wenn man da? innig? Familienleben der Juden in Betracht ziehe. — Abo. v. Gnmpenberg kann zwar während '-An.s siebenjährigen Bsirkens als Landrichter den Inden seines Bezirkes kein besonderes Lob in Bezug ans ihr Verhalte,i gegen ihre christlichen Nachbarn ansstellcn, will aber demungcachtet für den Antrag stimmen. Dagegen stellen mehrere pfälzische Abgeordnete denJuden ihrer Bezirke die besten Zeugnisse aus. — Abg. Nömich würde dem Antrag beistunmen, auch wenn er noch weiter ginge, und macht aufmerksam, daß die Israeliten nicht bloß ihre eigenen EultuSkosten bestreiten, sondern auch noch zu andern beisteuern. Der israelitische Enltus erscheine zwar als Handlung einer Privatgesellschaft, die aber weder Proselyten machen, noch dem Ehristenthum gefährlich werde. Redner bittet auch die Negierung, daß sie die Eongrna der jüdischen Lehrer auf dieselbcHöhe bringt', wie jene der christlichen. Ein anderer Uebelstand ergebe sich daraus, daß die Juden ihren Eid bei Eivilsachen nach ihrem strengen Ritus schwören müssen, während sie beim Zeugcn- Eid den Christen gleich geachtet würden. Ferner entstehe die Frage, ob die jüdischen Eandidatcn ans Anstellung bestimmt hoffen könnten? Ein weiterer Uebelstand ergebe sich aus dein Ehehindcrniß zwischen Inden und Christen, das aber nur in einem Theilt der Pfalz existire. Endlich berührt Redner die NechtSungleichheit, daß Juden, wenn sie aus dem diesseitigen Bayern in die Pfalz kommen und sich dort Niederlagen, als „ausländische" Inden betrachtet werden.— Abg. Föckcrer, Gutsbesitzer in Niederbaycrn, hebt hervor , das; er aus einer Provinz komme, wo noch . ein lebhaftes Vorurtheik. gegen die Juden vorherrsche, und dennoch wolle er, anch auf die Gefahr . hin, bei seinen-Wählern unbeliebt zu werden, nach seiner Ueb erzengung für den Antrag stimmen. — Abg. Boylt bemerkt, das; bisher in der Pfalz die Frage wegen einer Ehe zwischen Juden und Christen durch die Gerichte noch nicht zur Entscheidung gekommen. Redner spricht sich ebeufaN für den Antrag mrs und empfiehlt der Regjerung auch die Anstellung von jüdischen Eandidatcn. — Pfarrer Nulaud will zwar seinen strengkirchlichc» Grundsätzen treu bleiben, stimmt aber dennoch sin ' Aushebung dcr Matrikel, weil nichts erbärmlicher sci, als Gesetze, die nicht mehr oder nur einseitig gehandhabt werden. Menu ein jüdischer Baron Bierbrauern treiben dürfe, warum toll dazu nicht auch ei» anderer Jude berechtigt sein? - Die Abgg. Che- . lins, Me dien s und Nike! erkennen die roohlthäligcn Folgen des Gesetzes von 165t in der Pfalz a»,

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