Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 13-14 (4.4.1861)
- Date
- 1861-04-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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155 Welche alle Geister, alle Klassen, alle Wohnungen durchdringt. — Also heißt auch das religiöse Gesetz: „Thora, Lehre," unsre Neligionsvorsteher: „Lehrer," Ae Synagoge uennt sich „Schule;" die Gebete selbst enthalten mehr Studien des Neligionsgcsetzcs als Bitten um irdische Güter, und eine Hauptverheißung der messianischen Zeit ist die, „das; voll werde die Erde von Erk.nntniß, wie die Wasser das Meer bedecken." Tie bedeutende Stellung, welche der religiöse Unterricht innerhalb des Iudcnlhums cinnimmt, hat nicht erlaubt, denselben der Willkür des Einzelnen zu überlassen — er ist vielmehr obligatorisch für Alle: die Pflicht des Studiums der Thora liegt allen Israeliten ohne Ausnahme ob, den armen wie den reichen, den starken wie An schwachen, den Zungen wie den alten; selbst der Bettler, welcher für Weib und Kinder Vrod an den Thuren sucht, muß Stunden bestimmen diesem heiligen Studium, denn es heißt. Tu sollst dich damit beschäftigen Tag und Nacht (Tier I. D. 241.)." Im dritten Theile behandelt der Verfasser die Sittlichkeitsgcbote und die socialen Gesetze; thcileu wir auch aus ihm einige Stellen mit: > j „Die, Welt war erschaffen, das irdische Paradies glänzte in allen seincu entzückenden Herrlichkeiten, die Himmel erzählten? die Große und die Wohli thaten des > Ewigen, die rüögel urller der» g^sti^nt^lE Firmament Md die Ungeheuer, des Meeres hesangcrj die? Wunder des 'Allerhöchsten, und Adam, herrM-! ragend durch das Siegel der göttlichen Ebenhildlichj keit, war da mit seiner j unsterblichen Seele, um zu vollenden und zu verkünden die Verherrlichung des Schöpfers— Alles, war Melodie, ^ust, Licht, Himmlische Stlahlenglorre,z und dennoch erwarletö! noch das Universmit seineic kösilichsun Schmuck -- es fehlte das Weib, die Anrnnth Ae Welt, die Blume der Menschheit, der Segen des Mannes, das Lächeln des Lebens, der Engel der Erde. Vor der Schöpfung Adams „war kein Mann da, die Erde zu bebauen," vor der Schöpfung Eva's war kein Weib da, das Dasein zu verschönen und zu heiligen." — Im vierten Theile schildert Herr Vloch die Vergangenheit Israels und malt seine Zukunft aus, indem er die Sendung darlegt, die ihm Gott zugetheilt hat. Theilcn wir auch aus diesem, dem letzten Theile des Werkes, Einiges mit: „Tas Iudenthum hat niemals von der zeitlichen Macht Etwas empfangen. ' Welches ist das Vaterland der Familie, die Gott erwählt hat, daß sie sei das Werkzeug seines Wortes und der Sendbote seiner Verordnungen? Ist es etwa ein Geschlecht von Niesen oder Helden) fähig ans die Menschen einzuwirken durch Gewalt und Furcht, welches empfangen hat die Sendung, zu arbeiten an der Verwirklichung des göttlichen Willens? Ist es ein Geschlecht von Fürsten und Königen, geeignet durch das eigene Ansehen dem j des Herrn der Welt Achtung zu verschaffen, das -da ist beauftragt worden, Sein Gesetz durch die ' Welt zu tragen? Ist es ein Volk, das da ist berühmt! durch seine Ncichthümer, seinen Geist, seine Bildung,? geschickt, einen mächtigen Einfluß auf die Welt zu? üben, in deren entlegenste Winkel das Licht der Gotteserkenntniß dringen zu lassen cs berufen ist? , Ist cs, endlich der Thron, welcher hat den Altar! unterstützen, der Staat, welcher eine ofsicielle und - herrschende Religion hat verkünden und beschließen ^müssen?, v V >'' ,', Min; cs syid drei bescheidene Patriarchen. — H Abrahmtz, Isak und Jakob, i-- Hirten, die da zogen! von einem Winkel, zum andern, um vergeblich ein! wenig Ruhe? und Frseden zu suchen; es. sind ihre Söhne, unterworfen einer langen und erniedrigenden Knechtschaft; es!ist der Israelit, welcher ist erwählt ^worden vom Anbeginn, um zu sein der Sendbote. der göttlichen Weisheit und der Lehrer der Nationen. Das sind die Mächte, die der jüdische Glaube zu Hilfe gerufen hat, um zu leben und sich zu verewigen rutter den Menschen. Durch solche furchtbare Hilfsquellen hat er seine Anerkennung erlangt. Ter jüdische Glaube, geboren in der Armnth, in der' Sclamrei wird der Welt das ewige Heil bringen. 2--^ MLxn Die Himmel werden sich freuen, die Erde wird frohlocken und die Völker werden ausrufcn: der Ewige ist »König!" — Was wir vor Allem an diesem wcrthvollen > Buche zu rühmen haben, ist die Wärme der Begeij sterung, die aus jeder Zeile spricht; dieser verzeiht? man es denn auch gern, daß der Verfasser manch«