Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 13-14 (4.4.1861)
- Date
- 1861-04-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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156 mal ungenau in seinen Ausdrücken, ungenau in der Anwendung citirter Stellen aus dem Talmud ist. (Siehe S. 275, wo eine Stelle Kidduschin 3l? citirt ist, die ganz etwas Anderes bedeutet.) Doch wäre es gut, wenn bei einer etwaigen zweiten Austage oder bei einer Uebersetzung, auch diese kleinen Mängel vermieden würden; wir möchten dann namentlich wünschen, daß MoseS nicht als Gesetzgeber bezeichnet und einige andere ähnliche Inkorrektheiten vermieden würden. Der Verfasser documentirt häufig genug, daß er derlei Ausdrücke und Bezeichnungen nicht im Wortsinne genommen wissen will, daß ihm die schriftliche und mündliche Lehre das Wort des lebendigen Gottes ist, doch ist es besser, dem Mißverständnisse gar keinen Raum zu geben. Wir wiederholen, daß uns die Lectüre des Werkes außerordentlich befriedigt hat und wünschen demselben Eingang, in alle jüdischen Familien Frankreichs und auch Deutschlands; denn die französische Sprache ist ja unfern Gebildeten bereits lange keine fremde mehr. Wir würden uns glücklich schätzen, wenn wir dazu beitragen würden, daß die Romane Valzac'L und Sue'L verdrängt wurden durch la toi iNolkgeilruiigene GrMriMA. l i - Herr Rabbiner Salomon KM,na . Hat im vorigen .Jahrgqnge dieser Blätter,^ 2Hi die Aufmerksamkeit der Gesetze streuen', aus esu! wichtiges Factum gelenkt, daß l nämlich > zu Waiden! unweit Pesch eine Ehe zwischen .1'^ nämlich cn.i '.-rx rrre statt- Pfunden habe, welche auch jetzt noch aufrecht besteht. - Durch Obigen Artikel auf die;S^nochgedrungene ErklAüng" des Herrn Oberräbb^r/.H.;B. Fassei in! Gr. ^anisa (B. CH. Seite M)> spetwiesen, entnahm ich daraus; daß Letzterer, der nicht zuständige Rabbiner, veranlaßt durch „Vorspiegelung" deS Vaters der, Frau, eines „übrigens schr^achtbarcn Mitgliedes i der dortigen Gemeinde," die Aufbietung svollzog; und Gott zum Zeugen anrust, daß er von dem Hindernisse dieser Che, welche ndtinzb keinen -.n'.i habe, nichts wußte. — Bei Durchlesnng dieser Erklärung konnten wir uns trotz der traurigen Veranlassung des Lächelns über solche idiotische Expektoration nicht erwehren. Herr F. sollte eS als Oberrabbiner, der so oft, ganz auf dem Standpunkte talmudischer Satzungen zu sieben, „vorspiegelt," wohl wissen, daß für die Sache hierbei*) Gewußt- oder Nichtgewußthaben ganz gleichgiltig ist, freilich wird die persönliche Reputation im letztern Falle gegen den Vorwurf der Leichtfertigkeit, des Idiotismus, oder gar der Häresie gerettet. Leider aber gibt derselbe Satz dem letztern die allergrößte Nahrung. Es ist namüch nicht wahr, daß eine solche Che nur .'önruö keinen inn habe; nein, solche Ehe gehört zu denen, bei welchen ohne Meinungsdifferenz MI dr'uvk inirr ist (Eb. Hass. 154); ja nach welcher sogar, nach vielen spätem Glossatoren, die eines Zweiten Giltigkeit haben (Eb.Haäs. 15. Auch von v'i abwärts). Es ist daher die Pflicht, nicht nur der Nabbinen, sondern eines Jeden, dem ein gesetzlich erlaubtes Mittel zu Gebote steht, die Trennung solcher, auf rabbinischem Standpunkte, blutschänderi-! scher Che zu erwirken. Ich wollte daher schon da--! mals, um durch die öffentliche Bekanntmachung! Mehreren Gelegenheit zu dieser eventuellen Pflichterfüllung zu geben, dieses Attentat gegen das jüdische Ehegesetz veröffentlichen; hörte jedoch, daß der Herr Oberrabbiner vr. Meises in Pesth in seinem Blatte, zur Auflösung dieser Ehe Anstrengungen machen zu wollen, erklärt, habe; ich freute mich deß sehr, — und schwieg gern. — Diese Ehe besteht nun aber jetzt schon circa sechs Monate, ohne daß irgend Etwas geschieht; so soll wenigstens solcher Verrath gegen unsre traditionelle Satzung nicht vertuscht werden; und wenn wir auch nur das gewinnen sollten, daß dieser Protest von unsrer Partei den Vorwurf fernhält, daß sie stillschweigend diesen traurige» Präcedenzfall habe bestehen lasten; so müssen auch deswillen diese Zeilen geschrieben werden. Die Sache, verhält sich folgendermaßen: Babette Skalitzer aus Gr. Kanisa war die j Frau eines jetzt verstorbenen Lichtenstern, und ist I jetzt mit dem.Schwestersohn ihres ersten ManneS Namens Julius Sommer aus Naab verheirathck. Da unsre Absicht nicht ist eine edrvns^no «canckaleuLv zu schreiben; so beschränken wir uns, mit Rück- *) OK solches überhaupt einen Unterschied macht, hierüber ist von bescnrerem Interesse ^2 ^'2'2'-» 22kl und '*2! '2 2'2 >2'22.