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Der Israelit · 1861-04-04 · Heft 13-14 (4.4.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 13-14 (4.4.1861)
Date
1861-04-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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154 seine nationale Einheit, den Herd seines geistigen Lebens, Jerusalem und den Tempel des Allerhöchsten, Alles, was das Band, die Vereinigung, die Bedingung des Wesens der Nationen bildet. Aber es hat die Worte des Schema sich bewahrt, welche es! unzerstörbar und unsterblich machen: das älteste der; Geschlechter der Vergangenheit, das unerschütterlichste der Gegenwart, das stärkste und — daS ist unsre Ueberzcugung — das größte der Zukunft. So lange das Schema in der Welt ertönen wird, wird Israel seine Sendung erfüllen, wird der Götzendienst bekämpft, wird die Harmonie der Schöpfung wieder hergestellt werden, werden Gott und die Wahrheit ihren Platz, ihre Verehrung auf Erden haben. Keine menschliche Sprache würde jemals in so wenigen Worten die Grundsätze des Heils und der Vollkommenheit, die im Schema enthalten sind, auszudrücken vermocht haben. DaS. Schema schließt im Wesentlichsten den ganzen israelitischen Glauben ein; es ist das Feuer, das allen Wahrheiten Licht verleiht. Der erste Vers verkündet die Lehre von Gott und seiner absoluten Einheit, die feierliche Anerkennung des Reiches, der Macht des Ewigen und seiner unverjährbaren Rechte über die Menschheit rin'd.2 Höre Israel, Gott war/ ist und ' wird sein ewiglich; er ist einzig und hat feine Macht mit keinem andern Wesen im Himmel und ans Erden getheilt. Die Gewalt, die Sklaverei,! die materielle und sittliche Knechtschaft müssen aus der^ Schöpfung schwinden, wo keine Macht sich änzumaßen vermöchte die Rechte des Allerhöchsten, Fesseln zu schmieden, die Er gebrochen hat, herrschen zu lassen eine Finsterniß, welche Sein Blick und Sein Wort zerstreut haben. Höre, Israel, Gott ist, ihr müßt sonnt abichütteln jeglichen Götzendienst, jeden Aberglauben, die Schmach jeder Knechtschaft; ihr seid die Kinder des Ewigen, ihr seid frei! Den entwürdigenden Leidenschaften, der Sünde, dem Nebel, der Tyrannei, dem Tode und der Hölle rufet entgegen die Worte: der Ewige, unser Gott, her Ewige ist einzigH und ihr seid befreit, und ihr seid frei!" — Im zweiten Theile seines Werkes ln handelt der Verfasser den Cu Uns, er constatirt, daß sich derselbe nicht bloß auf das Gotteshaus bezieht, sondern das ganze Leben des Juden umschließt; er tritt ferner der irrigen Ansicht entgegen, daß die göttlichen Gesetze theilweise einen nur menschlichen, d. h. einen localen, geographischen, gesundheitsrücksichtlichen, mithin einen nur vorübergebenden Grund Hütten und weist die Unverbrüchlichkeit derselben nach; sodann theilt er sie in vier Klaffen nach folgenden Grundgedanken: 1) die Anbetung Gottes, 2) die Heiligung des Menschen, .'!) Barmherzigkeit und Menschlichkeit (luunanitä) und 4) Abwehr des Götzendienstes. Wir theilen auch aus diesem Theile eine Stelle im NuSznge mit: „Was die vorgeschrittensten Gesetzgebungen und die cioilisirtesten Länder noch nicht überall haben er-! reichen können in unserm Jahrhunderte des Fortschrilles und der Aufklärung: das Gesetz, die Pflicht! für Jeden, seinen Geist zu cultiviren und seine Ver- Nlmst anSznbilden, dieses Gesetz der sittlichen und geistigen Erhebung des Menschen — Israel besitzt es und übt es aus seit 40 Jahrhunderten. Das! durch den Schöpfer der Menschheit nufgedrückte göttliche Bild immermehr zu realifiren, ist für uns , keine Frage des Fortschritts und der Civilisation, - deren Losung der Willkür irgend einer Negierung oder dem guten Willen irgend eines EnltnSMinisters obliegt, sondern eS ist eine feststehende und absolute Verordnung Gottes. Die Unwissenheit ist ein Verbrechen in Israel. Schon im Schema hat Gott das Gesetz ausgesprochen: unterrichtet eure Kinder — der Unterricht der Jugend ist vre sicherste Garantie für die Unverletzlichkeit der jüdischen Religion. Völker, welche Rachbaren der Hebräer waren, hatten Kasten von Priestern, die die religiöse Wissenschaft als ein Monopol und ein Geheimnis; bewahrten und von derselben nur das lehrten, was ihre Interessen, ihren Einfluß, ihre Herrschaft begünstigte. Aber Israel soll sein ein Volk von ' Priester», durch Israel soll sich eine Quelle der Jn-! telligenz und des Lichts über die Menschheit verbreiten; die Erkenntnis; GotteS und die sittliche nnd sociale Erziehung i ollen sein der Auth.il aller Glie der seiner Familie. Alle waren berufen vor den Ewigen, die Fürsten der Stämme, die Aeltesten, die Beamten, die Männer des Volkes, die Frauen, die Kinder, die Selaven — eine geistige Propagande

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