Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1861-03-13 · Heft 11 (13.3.1861) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 11 (13.3.1861)
Date
1861-03-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2446984-2446996--00559-2455747
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

131 Schrecken erholt hatte, fragte ich mich verwundert, i worin denn eigentlick die nr-:.-r des Leitartikels bestehe. Ich kann dies auch jetzt nach reichlichem Nachdenken nicht herausfinden und muß das Ganze nicht etwa für viel Geschrei und wenig Wolle, sondern für viel Geschrei und gar keine Wolle erklären. Noch Eins aber fragte ich mich: warum citirt unser gelehrter Literarhistoriker die weit jüngere Quelle und nicht die ältere: Kiduschin -W. ß.e Diesem Schnitzer eine Sucht nach drastischem Effekte, insofern die Bekanntschaft mit schon eine größere Belesenheit voraussetzt, unterzuschieben, wollte sich meine angeborne Gutmülhigkeit trotz dem man ans Grund Bartenora zu Aboth 1 l.. Ende, im vorliegenden Fall durchaus nicht so serupulös zu sein braucht, nicht entschließen. Ich dachte und dachte und kam, wie mir scheint, zur richtigen Lösung. Nach Kid. 49. war wohl in Babel, ist aber nicht mehr dort; daher das angeführte Eitat leider wieder wie alle.übrigen ganz verfehlt, ja wieder einem Betrüge nahe. Das Schönste hebt sich aus das Ende aus. Ende gut Alles gilt; Ende jämmerlich alles jämmerlich, um so mehr, wenn alles Uebrige und auch das Ende jämmerlich. In der Thal übertrifft der Schluß allen irnhern Unsinn und alle obigen Betrügereien. I Es handelt sich ursprünglich um einen Wortstrcit, inj, dem der Leitartikel L. allerdings mit Recht vorwarf, in der Stelle Joma 13 u, den Urheber der Frage mit dem Veranlasser verwechselt zn haben. Wäre L. etwas weniger selbstsüchtig, so hätte er dich auf sich beruhen lassen, Das geht aber nicht, L. muß unfehlbar sein. Ach was, schreit er, der Urheber ist der der da fragt 2'.->2 n-v '-.-i und! dieser hat von der Beschränkung des Oberpriesters aus die Einehe nichts gewußt. Der der da erstaunt fragt, wie der Hohepriester zwei Frauen haben dürfe, hat von der Einehe nichts gewußt vgl. '^2, welcher diese Frage gerade aus dem von Mann, adoptirtcm Grundsätze der fortwährenden Einehe des Oberpriesters erklärt. So geht L. um des lieben Jch's willen mit der Wahrheit um, so ehrt und achtet er sein Publikum*). — Die Geißelung des frevelhaften *)Lnm. der Red. Und trotz dieses fabelhaften Beweises , den Herr Löw von seinem Verständnisse Spottes, welchen L. mit der in Rede stehenden Discussiou des Talmuds treibt, war übrigens vollständig gerechtfertigt, schon um deswillen gerechtfertigt, weil gerade daraus wichtige NechtSbestimmungen resnltiren und zwar nicht nur bei den spätern „Pilvulisten" (Er Exr? 2 v -.-i sondern: auch schon bei den L-72'x^ vgl. "n -2' >2 .-»"n '1-221N und die einschlägigen Stellen in:"2^x"2'F- 'eoni rc. Die letzte, sicher gutgemeinte Aufforderung, die Diskussion in Joma zn übersetzen, bedarf keiner Erwiederung. — Soweit in Bezug am den Leitartikel. Ich muß mm, damit mein Schweigen nicht als Zustimmung angesehen werde, zu meinem Bedauern noch einige Worte pr,> u. a .l"mo den Schlußworten des sattsam gewürdigten gegnerischen Artikels gegenüber, verlieren. Einer meiner Freunde in Tyrnan hat sich veranlaßt gefühlt, der Lächerlichkeit der Antwort L.'s auf den ihn von mir gemachten Vorwurf der Verleumdung, eine Erwiederung zu geben, wofür ich demselben hiermit bestens danke. , Ich habe diese Lächerlichkeit um so mehr ignoriren zu dürfen geglaubt, da ihr der Autor selbst das Kainszeichen ausgcdrückt. „Wenn man S. 19. aufmerksam liest rc." d. h. man ist allenfalls im Stande das Gewünschte zn beweisen, wenn inan solch eine Fa^on Wahrheitsliebe hat, alles beweisen zu können, was man eben will. Mein Tyrncruer Freund beschuldigt. , die Partei unseres Gegners der Messirah rücksichtlich des MaggiarenthilincZ. L. erklärt dies hier für eine niederträchtigeLüge; aber nur gemach, mein Freund, nicht so hitzig. Ich will die Person für die Sünden der Partei nicht verantwortlich machen, wie unsere Gegner im eignen und fremden Lagcr es Zhun. Ich will L. nur eine Kleinigkeit ' aus seinem eignen Amtsleben in Erinnerung bringen. Es sind nur wenige Monate k,er, als derselbe in ganz ungerechti°! . des Talmuds hier gegeben, indem er behauptet, der Makschan habe die Gesetzesbestimmung nicht gewußt, ans die gerade er seine Frage sunoirt, wagt dieser Ebarlatan nicht allein uns, sondern auch die Heroen > des Talmuds der Unwissenheit zu beschuldigen! Wie paßt doch so gut auf ihn die Deutung des Maimonides (Vorredd zu Seraim) '121 '-2-, ^2.1! daß der Spötter seine Strafe in der verderbenden; Gluth der eigenen, der gleichenden Thorheit findet. —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.