Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1861)
- Date
- 1861-03-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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123 Aus Breznltz in Böhmen wird der „Boh." geschrieben: „Die hiesige Etadtrcpräsentanz hatte anläßlich der gegenwärtigen Gemeindewahlen unter Anderm auch den Beschluß gefaßt, die Israeliten von den Gemeindewahlen auszuschlicßen. Wie nicht anders zu erwarten stand, ergriffen die Letzteren die Berufung, in deren Folge auch der. Glaubensgenossen mosaischer Religio^ das active und passive Wahlrecht von der Statthaltcrei zugcsprochen, beziehungsweise die Breznitzer Stadtrepräscntanz auf den klaren Ausdruck des Gesetzes verwiesen wurde. Da gegen diese Entscheidung nicht weiter anzukampfen war, kühlten einige Einwohner unserer Stadt ihr Müthchen dadurch, daß sie am Faschingsdienstage einen Mummenschanz veranstalteten, welcher am öffentlichen Platze durch volle drei Stunden die israelitische Religion auf die empörendste Weise dem allgemeine^ bespotte preisgab. Allerdings hat sich an der gemeinen Maskerade nur der niedrigste Pöbel brtheiligt; daß aber die Verunglimpfung einer vom Staate anerkannten Consession durch Verspottung ihrer ehrwürdigsten rituellen Gebräuche noch eine volle Stund? daue^ ckonnte,jnachd^n sowohl die Stadtbehörde als ' dps'Bezirksamt über gemachte Vorstellung, das! Ver^i letzend^ der Scene eingeschen und M Vestrasustg Mij . zirksrabbmer^Herv HhseS Schick, einer der Cory-' j xhäest talmüdischer.Gesehxsanckeit, erhiclh, einen ßlüs: k stl^ Äabdmcr ^achHuSzt im Marmar-oser Eohriiqt^)! nahe m; der Grenze Siebenbürgens, welchen^ Polens er > 'MH Peßach arteten wird. Herr Sch Ä, erste! 'awerkäflnte Etlebritüt des orthodoxe» ^ude^thrrms,! ' ' j dlürchHieine - toleranten > Gesinnungen und husturne Le-j/ - 'fHeMM-r >Lbey ßo. MtsthM wie durch! ^ine ueje jal^i , «Msche Hklehrsomk^,' bekleidete das ^'t. GcotgeM'i ^Stststden nach seiner Ankupft sich upr die Erlanbniß Rabbinat durch 82 Jahre in rühmlichster Weise, nstd ^züm Aufenthalte Ln unserer Stadt zu . plelden. lieber hat-sich durch sein thatkrastigcs Wirken sowohl in! solchen Frevel erbost, schickte der Stadtmagistrat seiden innern als auch in den äußern Verhältmffcndcx! hiesigen Gemeinde die Zufriedenheit und Hochachtung' ' nicht nur seiner Gemeinde, sondern aüch der städtischen Behörden in hohem Grade erworben. Die Nach- Bei der ersten Nachricht begab sich sogleich der Gemeinde-Vorstand zu ihm, und versuchte, ihn durch Bitten und Zureden zu bewegen, St. G. doch nicht zu verlassen. Herr Schick, ein bescheidener und anspruchsloser Mann, dem eine pecuniäre Absicht keineswegs untergeschoben werden kann, wäre leicht zu bewegen gewesen, seinen Entschluß zu ändern, wenn die Hu § z! cr Gemeinde ihm nicht die Erfüllung seinesehnlichsten Herzenswunsches in Aussicht gestellt hätte, nämlich die Erhaltung und Unterstützung einer zahlreichen Jcschibah, ein Wunsch, der ihm bei den beschränkten Mitteln der hiesigen Gemeinde nur in beschränktem Maße in Erfüllung ging, und nur diesem Imstande allein hat die Huszter Gemeinde seine Einwilligung zu verdanken. Ist übrigens der Abzug dieses Mannes von hier für unK ein herber Schmerz, und ein Verlust, der nicht sobald erseht werhen kann, so finden wir deni noch einigen Ersatz in dem Nutzen, der unser» GlaubenSbriidern im Marmaroser Comitatc hieraus erwächst. Diese bekommen einen Mann in ihre Mitte, dessen kräftiges und religiöses Wirken in kurzer Zeit Mahnen merkbar werden wird.! Nur gebe ihm der Allgütige Kxast und Arrs- Hauer,' Lu^däß' ep.nicht.-jerkalteEn-snitem Eifer für Frevles 'zugHagi hatte, ist nur schwer zu begxcifenW Gott: und sein herrliches GeschO gebe er ihjn Glück ,! SL. Georgen in Ungarn. Der hiesige Be-jl ^seinem njrüen erweiterten Wirkringskreise^möge er die - Herzen - 'de^!dMigen Juden , auf ÄMM MMngliWwvrden fü^di?, seinem treuen Äa-ft 1§W^!irn^n1st^öWnb^^Wo!:tö, /dann werden auch lü Wit^! Fern^' Wien sein geistiges Wirken ^Md^SchäHn^ : Ualhan Glaftri jUuter Mctzerrfeifen Hier war ein armer Jude Wit!Äeib und ^nf-ÄÄd^- bn einem Einwohner eingczogen, ohne vorher oder in den paar ersten richt von seinem gefaßten Entschlüsse, dem Rufe der Huszter Gemeinde zu folgen, brachte in der hiesigen Umgebung nicht wenig Sensation hervor, und auch hier hat sie die größte Bestürzung hervorgerufen. eilagc zu 9^ r o. neN/Haiduken und zwang die Mische Familie, ehe vicrundzwanzig Stunden seit ihrer Ankunft verstrichen wärest/ dei diner Temperatur von 14 Grad Kälte wieder zur Abreise. Unter dem ärgsten Gendarmen- Negimente war in Ungarn Niemand gezwungen, sich, ehe vierundzwanzig Stunden verstrichen waren, airzumclden;. die neue Srdnnng der Dinge brachte ein rascheres Proceßversahren. Iv des Israel it.)