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Der Israelit · 1861-03-06 · Heft 10 (6.3.1861) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 10 (6.3.1861)
Date
1861-03-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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124 §bien. lieber die einem Israeliten in EperieS erthcilte Strafe von 12 Stockprügeln ist der Ostd. P. von dem in dem betreffenden Berichte genannten Herrn Albert v. Ujliazy eine Berichtigung zugckommen, wonach der mitgetbeilte Vorfall sich nicht bereits 1848, sondern am 4. Januar d. I. ereignet hat; mit der Hauptsache, jedoch den Stockprügeln, hat es seine volle Nichtigkeit. Wien, 7. Febr. Die Israeliten des Toroirtaler Eomitats machten am 3. d. zu Gr.-Becskerek ihre Aufwartung dem Hrn. Obcrgespan Ladislaus v. Karacscmm; eine Ansprache des dortigen Rabbiners beantwortete der Hr. Obergespan mit folgenden schönen Worten: „Meine Herren! Gleiche Rechte, gleiche Pflichten! Ihre Söhne haben oft mit und für uns ihr. Blut für das Vaterland verspritzt. Zu Ihren Anforderungen sind Sie vornehmlich als Kinder des Landes, als israelitische Ungarn vollkommen berechtigt, und es werden Ihnen gewiß alle Ihre, Rechte zugcstanden werden, denn e^ ist dies eine unabweisliche Forderung der Zeit. Ich meinerseits und bei meiner Sellung, ohne dies wohl besonders hervorheben zu können, kann Ihnen sagen, daß der Landtag gewiß und unausbleiblich Ihnen Ihre Rechte ertheilen wird, und sollte dies nicht der Fall sein, dann wahrlich gibt es auch keine Gerechtigkeit mehr!" Presrburg 2t. Febr. Auch in diesem Jahre sind an unserer Jeschibah die Prüfungen für dieses Semester mit dem wnnschenswerthesten Erfolge zu Ende gegangen. Wie muß das Herz eines jeden frommen Juden freudig schlagen, wenn er diese Menge frommer Jünglinge sieht, die sich der Gotteslehre weihen und so ganz dem Gesetze „und du sollst dich mit ihr beschäftigen Tag und Nacht" Rechnung tragen. Dank unscrm allverehrten Rabbiner treibt der Baum unsres Lebens hier stets die schönsten Blüthen. B S . . r. Palästina. MiSksle; iu Ungarn. Zur Berichtigung des von mir in No. 7 d. Bl. Gesagten, erlaube ich mir mitzntheilen, daß unser Comilä für Ackerbau vom Jahre 54 den Plan hatte, in der fruchtbaren Umgegend von Jaffa, wo der Fleiß des Landmanns genügenden Schutz findet, eine Colonie zu gründen. Im Uebrigen wünsche ich dem Unternehmen des Herrn vr. Lorje nochmals den besten Erfolg. In verschiedenen Städten Ungarns ist es mir gelungen, Eomitä's zum Besten des projectirten Baues von Armen- und Pilgcrwohnungen zu gründen. Gebe Gott, daß es die Spenden baldigst ermöglichen, mit dem Baue zn beginnen*). Moses Sachs aus Jerusalem. Jerusalem, 5. Adar (15. Februar). Am Tempelbcrge ist der Arcado di Pilato von Seiten des französischen Consulats angekauft, um dort ein großes Gebäude amzusühren. Bei Wegränmung des Schuttes fand man einen großen, mit Quadersteinen ausgebauten Wasserbehälter, ancp füllt mit schönem, klarem Wasser. Da der Mangel an Trinkwaffer gerade sehr groß war, so beeilte man sich, dasselbe auszufchöpfen; aber wer beschreibt die Freude, da man entdeckte, daß eS keine Zisterne, sondern ein lebendig sprudelnder Quell ist. Die Vermuthungen über diese Quelle sind gctheilt. Vielleicht hängt sie mit den Quellen des Gichou zusammen, die Ehiskiah bei der Belagerung durch Sanherib hat verstopfen taffen, und deren Verlust in dem wafferarmen Jerusalem seit 2'.'» Jahrtausenden so sehr betrauert wurde (2. B. d. Ehr. c. 32 v. 30. Tract. Peßachim P. 4. M.!).). Noch erfüllte die Freude über diese herrliche Entdeckung alle Herzen, als Jerusalem mit Trauer erfüllt wurde. Der hochwürdige Ehacham Baschi, R. Ehajim Nissim Abulasia ist im Alter von 95 Jahren, am Nüsttage zum Sabbat Mischpatim, der auch sein Geburtstag und sein Hochzeitstag gewesen war, in ein besseres Jenseits abberufen worden. Seine Gelehrsamkeit und Frömmigkeit waren weit und breit bekannt. Während eines Zeitraums von 70 Jahren war er nach einander Oberrabbiner von DamaScuS „Liberias und Jerusalem gewesen. Seine unendlich große Bescheidenheit und sein edler und thätiger Eifer für alles Gute hatten ihm die Liebe Aller erworben. Sein Andenken wird ewig segensvoll in unfern Herzen leben. — *) Es gebt uns dom köbl. Eomitv in Jerusalem eine Ueberficht der bisher eingegangenen Spenden zu. Da diese uns jedoch sehr unvollständig erscheint, jo wollen wir, den jährlichen Bericht des l. Centralcom tL's in Amsterdam abwarten, um unser« Lesern dann Kunde zu geben.

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