Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1861)
- Date
- 1861-02-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2446994--00537-2455723- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
111 Unserer Nachbargemcinde St. Georgen, in der er seil zwanzig Jahren so sebr heil- und segensreich wirke, seine Demission gegeben, die ihm, wenn auch mit allem möglichen Widerstreben, endlich bewilligt wurde, um die, durch den Abgang des dortigen Rabbiners nach Szöllös, vakante Nabinatsslelle Huszt, sogleich nach anzutrcten; für Obernngarn, in mancher Beziehung wahrtich eilt unersetzlicher, und herber Verlust! Bei 'hoher Gelehrsamkeit besitzt derselbe die besondere Gabe, junge Leute in der Lalmudischcn Wisienschast vorzubereiten. Man konnte stets bei den Studirenden der hiesigen Talmndschule Garantie für die Tüchtigkeit vieler Rabbinatsbeflisieneu darin finden, daß sie vorder die Vorbereitungsschulc zu St. Georgen mit Esser und Fleiß sreguentirt hatten. Bei dem streng orthodoren Geiste der die gesammte Gemeinde durchweht, kann man getrost Holsen, das; dieselbe einen würdigen Nachfolger, würdig den Platz des so allgemein verehrten Hrn. Schick einznnchmen, mahlen werde. Es verdient einer besondcrn Erwähnung, daß die Gemeinde Hnözt sich verpflichtet hat, für die Beköstigung von hundert Talmudjüngern Sorge zu tragen. Noch ein Wort der Berichtigung. Tie Jbrcm Blatte zugegangene Nachricht, daß der hochverehrte Hr. Oberrabbiner zu Mattersdorf, den Rabbiualsposten Krakau definitiv bereits angenommen, ist als verfrüht zu betrachten. Die Verhandlungen darüber schweben noch. Wir Ungarn wünschen, daß der Genannte unserem Ungarlande erhalten bleibe, um auch ferner, wie bisher, im Vereine mit unseren großen, orthodoren Männern, gegen die innern Feinde des Judenthums, an denen wir lewer auch Ln Ungarn nicht arm sind, anss Kräftigste zu wirken, um endlich zmn Heile des Jndenthnms die destrue-, liven Rtsormbcstrebungen gänzlich zu ersticken. — Mos. Schreiber. ,!'Frankrei^ch.^ > Paris. Tie Prüfungen, welche unlängst in der T a lmud s ch u l e in Paris (Beth Hamidrasch) stattgefunden haben, zeugten von bedeutenden Fortschritten. Die Leistungen der Lehrer und ihrcr Zög- <Vrilog» z« 9k ro^ linge bewährten sich als ganz vorzüglich. — Diese Schule legt wiederum ein Zeugnis; ab von dem, was man durch Energie und Beharrlichkeit, die ja der Realisation eines jeden religiösen Werkes so nothwendig sind, erlangen kann. Trog zahlloser Schwierigkeiten und mächtiger Hindernisse leistet diese Schule der Erhaltung der Studien und der damit verbnn denen Ausübung unsrer heiligen Rcligionsgesetze nicht geringe Dienste. — In; Beth Hamidrasch versammeln sich auch allabendlich Männer jedes Alters und jedes Standes, um gemeinsam dem Talmudsindium obznliegcn; ein gelehrter und würdiger Theologe, Herr Rabbiner Weißkops lSohn des ehrwürdigen Rabbiners zu Wall er st ein) leitet die Studien und hält die einschlägigen Vortrüge. L'ttniv. isr., dem wir diese Miltheilung entnehmen, nennt das Pariser Beth Hamidrasch „eine Ehre und einen Segen" für die ganze Gemeinde. — Feuilleton. Proben :ni5 llem projeetirten M. A'e^educlie. l. Der Libanon.') 0in gcegrapl'ijct'rs Bild des hciligcn tG.Nrs. Im Norden des heiligen Landes erhebt sich der Libanon. Diesen Namen führt da* Gebirge von den weißen Kalksteins lsen, aus denen cs besteht. Schon aus weiter Ferne sieht man seinen Fuß hohen, mit ewigem Schnee bedeuten Gipfel schimmern. Von dem Libanon, der in den ältesten Urkunden unserös Geschlechts mit Bewunderung genannt wird, sagen arabische Dichter, er trage den ewigen- Wintcr aus seinem Haupte, den Frühling aus seinen Schultern , den Herbst in seinem Schooße und zu seinejl Füßen. So stufen sich auch in der Thal uns den' verschiedenen Höhepunkten des Gebirges verschiedene Äonen ab, und diese stufenweise Verschiedenheit des Klimas veranlaßt, das; im Gebirge eine Menge Gaben der Natur ans einen engen Raum *) Rach Büßlcr u. A.! L» deü Israelit.)