Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1861)
- Date
- 1861-02-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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O e st erreichische rK aise r sta a t. ' Amschelberg (Böhmen). - Seit Iahten ver- Mrssen die" Juden Böhmens ein Instituts das einzig Md allein geeignet märe , den religiösen Fortbestand; Israels zu wahren und seine Söhne zur Glaubens-- treue heranzubilden. Vorläufig die-Frage:,' Wie ' -sollen unsere zukünftigen Rabbiner den Talmud und^ unsere Volkslehrer ihre Religion kennen, nachdem sich uicht einmal Gelegenheit findet, auf diesem weiten Gebiete heimisch zu werden? — Die Jeschiboth sind rlangst verschwunden aus unserm Lände; was soll nun derjenige, der Rabbiner werden will anfangen, um in den tiefen Schacht des Talmuds und der Poßkim einzudringen? — Wohl'arbeitet sich hin und wieder einer oder der andere bei uns zum - Rabbiner hinan, er studirt Philosophie, macht auch nicht selten das MsLorat, lernt mitunter eine winzig kl eine Do s is Talmud, predigt, früher in kleinen, später in grö- Hern Gotteshäusern und plötzlich taucht, je nach- / dem das gute'Glück seine Licht - oder Schattenseite zeigt, --ein tüchtiger oder auch weniger guter Rabbiner oder Prediger auf. Daß dies traurige, unverfälschte 'Wahrheit ist, weiß die: Welt, wenn , sie nicht die Augenfest zudrücken will. Was ist aber die Folge davon? /Die Antwort ist der Welt nicht minder be-7 kannt/ Wir sehen es, wie leider von Tag-zucTast- <die Lehre Gottes" mehr und mehr aus unserer Mitte .'schwindet. Der größte Theil der Neologie im heuti- :/gen Judenthüm rührt von der Unwissenheit her. ^Denn/was ist der Neologen Thun sind Treiben? -Aeußerlichkeiten , ohne tnnern/Gehalt und Werth, :wozuman durchaus kein Tälmudist sein, um so 'mehr aber äußern, nichtssagenden. Prunk zur Schau tragen muß. Sie sinnen und brüten Tag und Nacht .-darüber, wie man der Welt eine neue Binde vor-die .Augen-setzt/um ihr das Nichts der Neologie zu-be-, rsnanteln Dem analog wird in der jüdischen/Schule; fürdas künftige Leben der-Jugend Vorgearbeitet/ Der Religiöse Unterricht wird rin/so - kleinen'Dosen /verabreicht neben der MÄe/vVn profaneALehrgegenstanden / daß elftererletzteren - ganz untergeordnet -bleibt. - An Unterricht in - einemHibelcornmentar wird Men -Und an: Talmudunterricht/gar micht mehr gedachte Wer sollte daran auch denken? Ist doch bald Niemand vorhanden, der Talmudunterrichtzu erthei- (Hierbei eine Beilage/) len fähig , wäre! Das Böhmerland, das noch vor kaum zwei Dezennien eine-Menge talmudischer Lehrschulen aüfzuweisen.hatte)/ist/heute so verwaist an Talmudgelehrten, daß außer einigen , die man leicht 7 an den Fingern abzählen könnte). Keiner sich in diesem./Facha auskennt, ^ünd selbst derjenige, der es .-kennt,-kennt es nur für sich/und mit ihm wirdeinst auch sein. Wissen zu' Grabe getragen/ — Nun wollte ich/'nicht-bloß schreiben , um Schmach aufzudecken, vielmehrum: mit der schwächen Kraft meiner Feder :denPfäd zu zeigen, aus/welchem es ohne Mühe viel --dpinl 5lÄlanr«» linipdpi" pvl^näpn ' «,s 7Ä0N -demMlanze wiedererlangen -könnte, den ' es längst nicht mehr kennt. Es fehlt, wie schon bemerkt, den Kandidaten/des Rabbiner- und LehrerstLndes an GelegenheikMich aüszubilden' - aufdem -.Gebiete des religiösen und überhaupt talmudischen Faches. Um nun ein derartiges Institut ins Leben zu: lüfen,-bedarf, es bedeutender Mittel. Lehrkräfte ließen sich wohl noch finden; aber auch bedeutende Geldmittel stehen zu Geböte, wenn nur das Band der Einheit und der Religion die Schritte: unserer israelitischen Glaubensbrüder leiten-möchie> so "wäre alles bald - erreicht ' Ein: Kapital von etwa 200,000 st. C.-Mzist vorhanden, welches den Israeliten Böhmens zur Disposition steht, um es zu religiös wohlthätigen Zwecken zu verwenden, Es ist dies ein Rest von der SLeuerahfindung der Israeliten, Böhmens; Auch ein schönes . Gebäude in der Hauptstadt des - Landes steht^zür Verfügung. ' Nun die Frage: Gibt es wöhl etwas dringenderes als dieErrichtüng' eines.jüdischen Seminars, wo wichtige Rabbiner und Lehrer cherangebildetwürden im Geiste: der jüdischen) Religion? Ihr mächtigen, einstußreichen Israeliten Böhmens! -Aus sehr leichte-Weise könntet Ihr Euchund/Mrem Seelenheile ein Monument für immer bauen- -indem Jhr< dieses Werk anregen und unterstützen würdet. 'Bei der Milde und Gnade r unseres-erhabenen Mo- -narchen würde! es Euch'-bald-gelingest/ das - zu voll- /bringen, was' dem Judenthüme/unseres Landes am - meisten Nothsthut: -Ein S emtarü rfür:dieBrldung d er ^Rabbiner und' Lehrer!!!: . Le-erer^ersterLehrer-der-isr. " - Völksschulelzu Amschelberg/ ' ».7: PreßLurg, 3.^KbI JchMnniSieK geeh'rtester l>Hr. Redakterir.^ und -Jhre/werthenEeserschonl heüte^ - benachrichtigeHd^ßUerPhMürR^