Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1861)
- Date
- 1861-02-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Armeebefehl erlassenem welchem er befiehlt, daß für das religiöse WohU deH erhcanktm österreichischem. Soldaten israelitischer Religion W derseäen Weise > Sorge getragen werde, wie dies bei den Bekennern anderer Religionen der Fall ist, und daß die in die - Spitäler ^gerufenen Wischen Geistlichen mit der größten Ehrerbietung " von weiten der betreffenden Militärbehörden behandelt werden sollen. Gerade dieser humane Armeebefehl beweist, daß es an einer allgemeinen Bestimmung in der österreichischen Armee hierüber ermangelt, wie es auch in demselben ausdrücklich heißt, daß aus Mangel an Uebereinstim mung, es bisher vielfach anders gehalten worden fei. Wir erhalten aus Pastrengo im österr. Italien, folgende Privatmittheilung: „Gegenwärtig macht unser Regimentscaplan eine Rundreise nach allen, von den Abtheilungen des Regiments bezogenen Stationen, um Sonntags Gottesdienst und Predigt in der Regimentssprache abzuhalten. Vor drei Wochen war er auch hier bei meiner Kompagnie und wir wurden in die Kirche commandirt. Während nun unser Herr Caplan Belebniczck die böhmische Predigt hielt, kam mir folgender Gedanke, dessen ich mich nicht mehr entschlagen kann: Von allen in den österr. Staaten tolerirten Religionen find in der Armee Seelsorger angestellt, warum nicht auch von der unsrigen? Sind nicht auch wir verpflichtet, für unser Vaterland unser Leben zu opfern? Den Nichtisraeliten wird öfters von ihren Seelsorgern der Gott ihrer Väter in Erinnerung gebracht — wie nothwendig wäre eine solche Erinnerung manchmal dem Wischen Soldaten, wie wohltätig wäre die Erweckung zum Vertrauen auf den allmächtigen Schützer Israels gerade dem Soldaten bei den'Wechselfällen seines bewegten Lebens! Die väterliche Regierung unseres geliebten Vaterlandes hat die herzustellende Gleichberechtigung aller Konfessionen ausgesprochen; diese Gleichberechtigung' erfordert, daß nicht allein Gleichheit vor dem Gesetze herrsche, sondern daß. auch' zum Wöhle der Israeliten"solche Anstalten getroffen werden, wie sie 'der Staat demMHtisraellten gewährt. ' - ' So lanK der Wische"Soldat'nicht wie Mer Ändere auf die vom MaÄ^GeÄMrn^BerM'er^ sei-' nes.Glaubens Hinweisen kann,M^seine Stellung als Jude in der Armee keine gleichberechtigte, und er . wird nicht allein Hiel entbehren,Fondern auch manche ' eingebildete oder wirkliche Zurücksetzung zu erdulden vermeinen. Wir hier in Italien befinden uns ohne jeden^religiösen Anhaltspuntt, da wir die Sprache unfern GÄübensVÄ>ek -4HiW niHR verDhen und der Minhag in den hiesigen Synagogen ein uns ganz fremder ist. Entschuldigen Sie, verehrter Herr Dr., daß ich mich in dieser Angelegenheit gerade an Sie wende. Die Liebe und Hingebung, die Sie für mich und meine Kameraden während unserer Garnisonszeit in Mainz stets betätigten, ermuthigt mich dazu. Durch Ihr, auch in Oesterreich so viel verbreitetes Blatt, ist Ihnen das Mittel zur Anregung -gegeben. Möge der Gott Israels Sie segnen und Ihnen auch in dieser Angelegenheit zu unserem Wohle Gelingen geben." . Ihr seht, geehrte Amtsbrüder, wie in den Reihen der isr. österr. Soldaten selbst das oben dargestellte Bedürfniß so tief gefühlt wird. Wir richten daher die Bitte an Euch diese Angelegenheit ge-. meinschaftlich in die Hand zu nehmen und Euch bei' der hohen Staatsregierung zu verwenden, daß - 1) es den österr. Soldaten jüdischen Glaubens insoweit es möglich ist, gestattet werde nach dem jüdischen Gesetze zu leben, 2) daß dieselben von dem Besuche des christl. Gottesdienstes dispensirt werden, 3) daß bei jedem Armeecorps, in welchem sich isr. Soldaten in größerer Anzahl befinden, Rabbiner ' im Range eines Feldcaplans angestellt werden, welche die. verschiedenen Stationen bereisen, überall, wo die erforderliche Anzahl vorhanden, ein en regelmäßigen Gottesdienst einrichten und überhaupt für das religiöse Wohl der jüdischen - Soldaten Sorge tragen. Wir erwarten mit Zuversicht, daß Ihr Allegemeinsam die vorgeschlagene Angelegenheit indie - Müd -nehmet; esgilt- - für^ das religiöse Wohl vön 12,000 Glaubensgenöffen wirksam zu sein, es -gilt, auch in Kn- 'Reihen der glorreichenlrösterr^ Armee Unserer heiligen Religion die Achtunst-zu verschaffen/ dMW-izebühtL-rM-;M fernerlMännern, die strriihr Vaterland^ zü kämpfen ist jedem Augenblicke.! bereit