Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1861-02-27 · Heft 9 (27.2.1861) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 9 (27.2.1861)
Date
1861-02-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2446984-2446994--00531-2455717
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sind und ° oftmals in weiter Ferne Von Verwandten und Freunden und Glaubensgenossen getrennt, sich nach dem - Herzblute unseres Lebens, nach der Ausübung unserer religiösen Wichten sehnen, diese Sehnsucht ihrer Seele zu befriedigen; und so schließen wir mit den Worten obiger an uns gerichteten Zuschrift : Möge der Gott Israels Euch segnen und auch in dieser Angelegenheit Gelingen geben! Wir ersuchen die gesummte oesterr. Presse diesem Aufrufe eine größtmögliche Verbreitung zu geben. Dss WMe UeDuck. Vor Kurzem ist in dieser geschätzten Zeitschrift auf das Bedürfniß eines Lesebuches für Mische Schulen hingewiesen worden. Anlehnend an die Gesichtspunkte , welche der geehrte Herr Redacteur ftir die Bearbeitung des Lesebuches bereits aufgestellt hat, erlaube ich mir nun, etwas specieller in die Sache einzugehen. Daß der Schulunterricht nur dann von Erfolg sein kann, wenn dem Schüler ein Mittel geboten wird, durch welches er das Gelernte zu seinem unverlierbaren Eigenthume machen kann, darüber sind wohl alle Pädagogen einig. Wie ist nun aber dieses Mittel zu beschaffen? Das Diktiren der gelehrten Pensa ist, abgesehen von allen andern Bedenklichkeiten, für die Elementarschule schon deshalb verwerflich, weil die verwandte Zeit und Mühe in keinem Verhältnisse zu dem kümmerlichen Erfolge steht. Wollte man nun für jedes Lehrfach dem Schüler einen Leitfaden in die Hand geben, so würde man zunächst auf den Uebelstand stoßen, daß nicht alle Schüler sämmtliche Bücher sich anzuschaffen im Stande sind; und besäßen sie auch die Mittel dazu, es würde nichts nützen. Die vorhandenen Leitfäden sind in der Regel nicht für die Volksschule berechnet, setzen eine höhere Reife voraus und tragen auch meistens das christlich-confessionelle Gepräge an sich. Hieraus geht nun die unabweisbare Forderung-für das jüdische Schul-Lesebuch hervor, daß es in den. Dienst des Gesammtunterrichts trete und vermöge seines Inhalts gleichsam die Grundlage für denselben bilde. Didse Behauptung schließt jedoch keineswegsdie Zumuthuug in sich', daß das Lesebuch eine Schul-Encyklopädie bilde; die gedrängten Abrisse können M wegen der Dürre sihres Inhalts des Schülers Geist doch nicht fesseln. Lebenssrische Bilder und Gestalten, diese sind's, welche sich unbewußt dem jugendlichen Gemüthe einprägen und tiefe Spuren in ihm zurück lassen. Demnach ist es besser, daß das Lesebuch wenige, aber inhaltsreiche Darstellungen aus jedem Lehrzweige, als eine Fülle des Stoffes, die nicht bewältigt werden kann, enthalte. Dem jüdischen Theile des Lesebuches fällt nun die Aufgabe zu, die freudigen und trüben Erlebnisse unseres Volkes, insbesondere seine heiligen Kämpfe für Religion und Wahrheit, durch die hervorragendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, seien sie Träger wichtiger Staatsereignisse oder Vertreter der Gotteslehre, wie den Schauplatz, auf dem sie gewirkt, zur Darstellung zu bringen. Aber auch das tiefe innere jüdische Gemüthsleben, welches in dem Schatze reicher Anschauungen unserer großen Lehren und- Wersen durch die unvergängliche mündliche Lehre uns aufbewahrt ist, muß dem Kinde nahe treten. Statt jeder weitern Auseinandersetzung gebe ich hier zum bessern Verständniß einen Plan des Lesebuches für Oberklaffen Mischer Volksschulen und lasse darauf einige Proben*) für dasselbe folgen. Diese machen keinesweges auf Vollständigkeit des Inhalts noch weniger auf Mustergiltigkeit der Form Anspruch, sondern sind nur ein schwacher Versuch, die Beschaffenheit der Lehrstücke, wie ich sie mir für das Lesebuch denke, zu veranschaulichen. Plan für das Wische Schul-Lesebuch. I. Das Judenthum. 1. Erzählungen, Parabeln, Sentenzen rc. aus Talmud und Midrasch. 2. Geographische Bilder des heil. Landes.' 3. Lebensbilder aus der jüdischen Geschichte. II. Das deutsche Vaterland. 1. Geographische Bilder. 2. Geschichtsbilder. » 3. Naturgeschichtliche Bilder. 4. Physikalische Bilder. M. Die weite Welt. *^Äkr werden einige'dee uns iibeHmdteN PtobÄ M Feuilleton geben. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.