Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1861)
- Date
- 1861-02-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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77 Were physische Lebensthätigkeitauf Elementen he- Me, Sie unseren Heist in störender Werse heeinstussssir. Daher verhütete Hott,. baß Woscheh als kleines Kind einer egyptischen Amme übergehen wurde, daher nimmt Hott gerade in dieser Beziehung die. Frommen in seinen besondern Schutz, daß sie Vorzugsweise in Bezug auf d iese Dinge nicht straucheln. (SieheTosaphoth zumMaaseh '"2 2122^11 an vielen Stellen.) Die Ueberzeugung von dem Ebengesagten ist auch in das Bewußtsein der jüdischen Nation übergegangen, und durch Nichts wird das Mische Gemüth mehr verletzt, als durch den Anblick der Uebertretung der Speisegesetze. Und diese heiligen Speisegesetze, sie waren von einer großen Menge Inden in Susan verletzt worden, freiwillig und ohne Zwang. i2",im 12 '222 12NM '222 -- 1111 1NM2 'XILN';N't«2w pr^ii inirr D11PO2 warum hatten die Israeliten (Susans) in jener Zeit die Vernichtung verdient? — weil sie an der Tafel des Ahasver gegeben Hatten.*) Die höchste und schönste Thätigkeit des G emü.thes ist die Liebe. Sie läßt den Menschen gleichsam aus sich heraus.treten, lehrt ihn, daß nicht er der.Wttelpuntt ist, um den sich dasWeltall dreht, und alle erhabenen Tugenden auf die das Menschengeschlecht mit Recht .stolz ist, haben in ihn mehr oder weniger Ursprung und Grund. Wie wenig, wie unendlich wenig ist doch der Mensch, wenn er Niemanden liebt als sich selbst! Er entbehrt jeder erhebenden Freude, entbehrt jedes veredelnden Schmerzes. Die Selbstsucht macht unfähig zu jeglicher Tugend und gebiert die abscheulichsten Laster. Der Selbstsüchtige kennt nur sich, nimmt keine andere Rücksicht, als auf das eigene Wohl und die Selbstsucht rächt sich am Selbstsüchtigen selbst am fürchterlichsten. Er steht verlassen und allein und ist am Ende gezwungen ein verlorenes Leben zu betrauern; der Tod raubt ihm Alles, denn er hat ja Nichts besessen, was nicht endlich dem Tode ein Raub werden mußte. *) Wohl wissen wir, daß von vielen Erklärern der Ausdruck »UM .nicht als der Genuß vom -r"O gedeutet wird; dieses hat jedoch darin seinen ,Grund, daß -jene Erklärer die Möglichkeit einer solchen Gesetzesübertretung -sich gar nicht vorzustellen, vermochten; unsere Zeit hat uns leider die Möglichkeit erwiesen. Der Mensch aber, der die Selbstsucht zu banuM versteht, aus seinem Herzen, der alle MenHey als Kinder eines Vaters als Brüder liebt, der überwindet jeglichen Kampf, der lernt der Tugend jegliches Opfer zu .bringen, er erhebt sich auf eine lichte Höhe, nichts Kleinliches gewinnt Macht über ihn, eines jeden Menschen Freude ist beglückend für ihn, und auch des Menschen Schmerzen dadurch, daß er sie zu lindern sucht; er ist der wahrhafte Chaßid. (Aboth oax. V. H. 1k>.) Auch diese Weihe des Gemüths war den Israeliten jener Zeit abhanden gekommen 111221, 11122 inx 2p 12V' sie lebten als ein Volk zerstreut unter den Nationen und getrennt unter sich selbst. — Wir haben oben gesagt, daß der Mensch die Lebensthätigkeit mit dem Thiere gemein habe; auch die Gemüthsthätigkeit, die Liebe findet sich, wenn auch in ganz anderer Weise, bei den niederen Geschöpfen;,- der Geist aber ist es, der den Menschen erst zum eigentlichen Menschen macht, und die Erheb ung des Geistes durch die Er kennt n iß ist seine erhabenste Aufgabe. Wenn schon der Mensch dadurch groß wird, daß er aus der Quelle seines eigenen Geistes schöpft und sich durch die Erfahrung belehren läßt, wie groß muß er erst werden, wenn ihm als Object seiner Geistesthätigkeit die geoffenbarte Gottesvernunft zu Gebote steht, wenn die Thora das heilige Oel ist, das dem Geiste Nahrung gibt, und der Funke zugleich, der ihn entzündet! Da werden ihm offenbar alle Wege der göttlichen Wallung, da dringt er ein in die Geheimnisse der Weltlenkung und des eigenen Herzens, da dringt er ein in die tiefsten Tiefen und erhebt sich zu den höchsten Höhen, sein Herz wird durchleuchtet vom himmlischen Licht und seine Hand wird geheiligt zu gottgefälligem Thun. Das Studium der Gotteslehre, das ist Israels ewiger Erkenntnißquell und die Weihe jedes seiner Söhne. Und auch dieses unser höchstes Gut hatte Israel zu Hamans Zeiten vernachlässigt,. Und erst durch diese Vernachlässigung ward es. dem Feinde möglich gegen unser VM aufzutreten ipvp ^iwH 21^ ,i'»->V mvM 12 ,12"P.1 182M 71VP2 niicw um der Trägheit Israels willen, daß es sich nicht mit derThora beschäftigte, müßte es lange Gottes Beistandes entbehren. So hatte also Israel verletzt seine höchsten