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Der Israelit · 1861-01-23 · Heft 4 (23.1.1861) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 4 (23.1.1861)
Date
1861-01-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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41 stand erklären. Soviel Sinn nämlich in dem traditionellen Usus liegt, soviel als möglich der individuellen Thätigkeit der Gemeinde zuzueignen; soviel Unsinn liegt anderseits in dem Bestreben der hochmüthigen jüdischen Pfaffen, die Gemeindemitglieder zur passiven Heerde des eigenmächtigen Hirten zu demüthigen. Jeder Jude hat gleiches Recht am Gottesdienste (mit einziger Ausnahme der auf göttlicher Anordnung beruhenden bestimmten Prärogative der O'2.12 und 21!?;) sonst sind Alle gleich und predigen, d. h. belehren soll der Beste, Edelste und Gelehrteste. — Nun passiren die Festtage die Revue. Die Unstatthastigkeit der '2^ um m', „die mehr störend als förderlich sind", nachzuweisen sei überflüssig; freilich bei unserm Reformator unzweifelhaft; und auch wir schweigen hier darüber, weil die Acten auch unsererseits für jeden, der Augen hat zu sehen, schon lange spruchreif sind. — Alle drei Jahre, beim Abschluffe drs Cyklus soll dennoch 2112 222V gefeiert werden." Warum ist ein 212 cv' alle drei Jahre förderlich, während er öfter gefeiert, mehr störend als förderlich ist? und können denn die nothwendig dadurch entstehenden „Störungen" des Frühgottesdienstes nicht bester dadurch berücksichtigt werden, daß die Duodez-Sidra, welche, nach einer dreijährigen Reparation von 22122 2x11 übrig bleiben muß, in dem Nachmittagsgottesdienste des einen und einzigen und untheilbaren Festtages nach der Norm, welche der wohlmeinende Regisseur auf eben derselben Seite anempfohlen (natürlich mit Beibehaltung der deutschen Gebete und Gesänge) 'erledigt werden? Wer wird so rigoros, so wenig rücksichtsvoll auf den großen Theil des Publikums sein, das sich trotz der vielen Störungen doch so gern an der innigen, sowohl begründeten und sicherlich sehr begeisterten Freude mit der Thora betheiligen will*)? — „Nur der zweite Tag des Neujahrs und des Wochenfestes stimmt mehr mit der allgemeinen Sitte überein, wonach wichtige Feste nicht blos auf einen Tag be- *) Herr vr. Wechsler, grb. oldenburgischer Landrabbiner und auf eigne Faust Ebebruchsscmctionator (siehe Nr. 3 d. I.) will in der That diese zarte Rücksicht genommen wissen; er spricht sich in der Stein'schen Monatsschrift bei Beurtheilung der in Rede stehenden Broschüre dahin aus, daß der Monat Tischri ohnehin mit Festen zu überladen sek. Wie wäre es, wenn Herr W. und Genossen ibrem Verbilde Jerobeam analog, eines der schränkt werden." Dieses steht wörtlich in der Broschüre — ich habe gar nichts zu thun, als es zu copiren. „Der Gewohnheit möge überhaupt Nachsicht werden." Ich habe hierbei zu bemerken, daß, wenn nicht die alte Sitte als geheiligt und daher nicht auf Nachsicht zu rechnen, sondern Vorschriften zu machen hat, wie dies auf traditionellem Standpunkte ist, angesehen wird, diese Phrase, Mantelträgerei, Heuchelei, Willkür und — Unsinn ist. „2"2ii 221221 kann von 2".ip resp. ^212 nicht die Rede sein." Wir haben zu bemerken, daß 2".ip sowohl für 2".im als für ausdrücklich in der '2 's 'v'22 22L/2 'i '2w2 vorgeschrieben ist, der Verfasser aber sich oben mit den Einrichtungen der Mischnah bescheidet Ferner noch eine Principienfrage. Der Verfasser läßt das r;OiQ-Gebet für v"' unberührt, gibt es also im Princip zu; warum der Verfasser so vorurtheilsvoll und dogmatisch ist, wird er vielleicht vor einem noch echtern Propheten einmal zu verantworten haben. Es hat also pki2' 'i am Ende 21.122, es hat piwi.i' '1 2"p l"2 21212 'iv s2 wonach 2'1'22 1222 21>22, obgleich dies nirgends in der22^2 steht, seinen Beifall. Nun war aber, wie das jedem Schulkinde bekannt ist, z. Z. des Tempels am 2".i2 ein ganz ebenso „feierlicher Gottesdienst" wie an Sabbat und Festtagen; denselben für letztere zugestehen und für erstere streichen ist Unsinn, Pfuscherei in Dingen, die man nicht versteht. Alles dies gilt natürlich noch weit mehr von 2 "2p selbst, welche als Verkündigung der unmittelbar göttlichen Vorschrift, den ^212 2>S2 erst zu Grunde liegt. — Am .1212.1 gedenkt Israel der Rettung und Wiedereinweihung des Tempels durch die glorreichen Makkabäerbrüder, Israel feiert in diesen Tagen eine der großartigsten, majestätischsten Momente seines Staatlebens; aber so wie sich bei Israel alles um das Heiligthum lagert, citiren wir die auf die Einweihung des Tempels bezüglichen Stellen. Die Stimmung ist aber unseren: Reformer nicht feierlich genug — welche Dummheit! „i"V.i verdient als Produkt späterer mystischer Grübelei Tischrifesie auf denselben Tag des folgenden Monats verlegten? Geiger bat in der Nachahmung Ierobeams schon ein gutes Beispiel gegeben, da er Nichtaharonidcn zur Ertheilung deS Priestersegens vorschlägt. Die Jerobeamitcn werden auch noch zu. den Kälbern gelangen, aber es wird auch ein Jofias kommen! Die Redaktion.

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