Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1861)
- Date
- 1861-01-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2446989--00460-2455641- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
39 Äns e h e n spöttisch verleumdet, so Klange man nur aus gemeinem Eigennutzeaus niediig hochmüthiger Herrschsucht unfern Credit herabzuwürdigen sich bestrebt; so lange sei nur verachtend Schweigen unsere stärkste Waffe, sei das unversiegbare Vertrauen auf den Allerhöchsten unser einziges Hoffnüngspanier, auf das wir unverrückt unsere Augen richten wollen, bis es endlich dem Herrn gefälltoffenkundig an den Tag zu bringen, wer der eigentliche, geistesstarke Herr und wer der sinnlichberauschte, gewinnergebene Sklave sei: Denn sagen wir es nur zum tausendsten und abertausendsten Male: es find nur finstere und zerrinnende Nebel der Mode und des prunkenden Flitters, die die immer hell leuchtende Gottesflamme des Judenthums umhüllen wollen; wie aber und wohin immer diese Nebelwolken sich gesammelt haben Mögen, da wird überall nur eine finstere Nacht beleuchtet, da zeigen sie immer nur wie sonnenleer es in ihrem Herzen, wie Ln- und um sie her nur religiöse Nacht und starrende Finsterniß ist und wie sie eben darum nach jedem Irrlichts, sei es dem größten Sumpfe entsprungen, nach jedem Schaumgoldflitter Haschen. Aber Alles hat seine Zeit und die ihre hat auch die freie selbstbewußte That. Wenn gegen höhnenden) eigennützigen Spott, verächtlich Schweigen zweckmäßig erscheint, so ist es freche Lästerung und zerstörende Willkür, die auch auf religiösem Felde machtvolle G egenwehr zur Nothwendigkeit macht. Und darum' ihr getreuen Wächter im Garten des Herrn, merket wohl auf die euch anvertrauten Gottespflanzen! Will man sie der Gottesfurcht entfremden, will man, um unjüdische Sitten sie zu lehren in unsilbische Schulen sie verpflanzen, will man sie der Sprache der Thora verlustig machen, will man um sie schnödes Gold gewinnen zu lehren, sie zur Sabbätentweihung verleiten, — dann ihr Getreuen, brecht euer Schweigen! denn dann könnte man sölches als ein Zugeständniß ansehen, welches eure göttliche Wahrheit der gottlosen Lüge macht! — dann wählet vielmehr gleich Josua die Kampfestüchtigsten unter euch, haltet Mose gleich vom frühen Morgen bis zum späten Abend eure Hände hocherhoben für die Gottessache; alle Steine des Hindernisses und des Anstoßes, die man eurem frommen Eifer in den Weg legt; nehmet zu Stützpunkten eurer für Gott erhobenen Hand, damit sie treu arbeite auf dem Kampfesplatze des Ewigen; auf daß ihr glänzend und hochemporragend ausbauet den Gottesaltar mit der Inschrift 'O2 '.-i Gott ist mein Panier! auf daß ihr es bezeuget, daß ihr wackere Männer seid, die für Gott zu schweigen — aber auch zu kämpfen wissen. Liter arisch er Bericht. NNOV '"PA, enthaltend die Halachoth des R. Jizchak Iben Gajjat, nebst hierzu verfaßtem Commentare von Bezirksrabbiner S. B. Bamberg e r, im Verlage des Rabbiners S. B amberger. Unter den 5 Rabbi Jizchak, die gleichzeitig als leuchtende Gestirne vor ungefähr 7ttz Jahrhunderten den Himmel der jüdischen Wissenschaft zierten, glänzte auch R. Jizchak Iben Gajjat als großer Lehrer in Israel und als Verfasser bedeutender biblischer und talmudischer Werke. R. Samuel Iben Tibbon erwähnt seines exegetischen Werkes über Kohelet, Maimonides seines Mischnahcommentärs; sein bedeutendstes Werk sind aber unstreitig die Pißke Halachoth, die von fast allen Rischon im nicht allein erwähnt, sondern auch fleißig benutzt wurden. Dieselben erstrecken sich aus viele Piecen des Orach Chajim und auf Wie wichtig es ist, ein solches Werk zu besitzen und die Citate in dem ursprünglichen Werke im ZusammeNmenhange nachzulesen, bedarf für jeden Kundigen wohl kaum der Erwähnung. Wir sind daher dem Herrn Rabb. S. Bamberger sehr zu Dank verpflichtet, daß er das bisher ungedruckte Werk nach einer Handschrift der Pariser Bibliothek zu veröffentlichen im Begriffe ist. Was den Werth der Gabe noch bedeutend erhöht, ist der von dem ehrwürdigen Vater des Herausgebers hinzugefügte Kommentar, der, die Quellen nachweisendalle Schwierigkeiten aufhellt und für pos so wichtig ist, wie es der Name einer solchen rabbinischen Celebrität erwarten läßt. Bereits liegt uns der erste Bogen vor und dieser hat uns des Belehrenden schon sehr viel gebracht. Herr R. B. wird eine Subskribenten- Liste versenden. Das Ganze wird in