Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1860-12-26 · Heft 31 (26.12.1860) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 31 (26.12.1860)
Date
1860-12-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2446952-2446983--00403-2455581
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

368 Beriet. Beurtheilung der Geiger'schen Broschüre: „Nothwcndigkcit und Maaß einer Ncfonn des jüdischen Gottesdienstes", von vr. I. Hildesheimer, Rabbiner in Eisenstadt. (Fortsetzung.) Es ist nun ans allem Obigen männiglich zu er sehen, daß unser burlesker Sir John zwar möglicher Weise frisch und gesund, aber-. Glücklicherweise aber kann ein Nichtgescheidter auch einmal eine Wahrheit aussprechen, und diese, die einzige mit Bewußtsein ausgesprochene des ganzen Machwerks, haben wir das Vergnügen hier zu registriren. Der Verfasser sagt am Ende dieses vierten Aktes wörtlich: Dem kunstgemäßen Gesänge ist das Nebergewicht, welches er erlangt hat zu entziehen, um der Selbstthätigkeit der Gemeinde einen größern Spielraum zu verschaffen; lrrrrvissinM! einverstanden. 5) Das drollige, mohamedanische Kateidoscop des Koran, verkündet in den Suren, ist, wie jeder echte Muselmann glauben muß, dem Propheten vom Engel Gabriel gelehrt worden. Derselbe gebrauchte aber, wenn sonst die Sage nicht lügt, eine eigenthümliche Lehrmethode, worunter besonders die hervorzuheben ist, daß der arme Prophet vom Herrn Lehrer mehrmals sehr unzart zu Boden geworfen wurde. Dieses muß bei dieser fünften Sure unseres „Propheten der Zukunft (wie derselbe sich rücksichtlich des vorliegenden Speetakclstücks in ziemlich bescheidener Vergleichung mit Moses — risum tonoati-, ainlo! — in einer Predigt nennt), auch geschehen und dabei das -Verstandesgcfäß besonders stark mitgenommen worden sein. Wir haben es mit den Gebetszciten zu thun, und die allgemeinen Umrisse des aufgespeichertcn Wahnwitzes sind etwa folgende: öffentlicher Gottesdienst an Werktagen ist unpaffend, feierlicher Gottesdienst bei einem Minimum von Mitgliedern Entweihung des Gotteshauses, die jetzt unnütze Auszeichnung des Montag und Donnerstag muß aufgegeben, Neumond möge durch ^.i, aber nicht durch rpiv, der zweite Tag aber gar nicht gefeiert werden, Fasttage, höchstens mit einziger Ausnahme des 282 'v, und Bußtage sollen ihre Auszeichnung verlieren, Samstags ist nur ein Gottesdienst, Vormittags oder Nachmittags, je nachdem die Zeit am besten convenirt, abzuhalten, auch 'i, darunter 1121 ^12, deren Erinnerung bei uns erloschen bleiben mag, der neunte Tag 111210, achte Tag --.22, dito der je zweite derselben müssen fallen, die von N'PM aber nicht, der allgemeinen Sitte wegen, wonach wichtige Feste nicht blos ans einen Tag beschränkt werden, sondern ihre Erschöpfung erst in einer Doppelfeier finden; kann von NX'-P oder ^212 keine Ncde sein, 22ist zu streichen, wir haben an 2".-v genug; 2".i' ist durch deutschen Zwischengottesdienst möglichst kurzweilig zu machen, neben dein leeren Sabbatgottesdienst ist alle vier Wochen ein voller Sonn tagsgottesdienst zu substituiren (S. t9—28)." Da sich unser bescheidener Seelsorger mit Moses verglichen haben soll, so möge uns derselbe gestatten, diesen Vergleich, obgleich negativ, (das Negative enthält je auch ein Verhültniß) fortzuspinnen. '2s '2 '12 wird erzählt, man habe zum 12: -.2 gesandt, um das Grab Mosche's aufzusuchen. Einige gingen nach oben, Einige blieben nuten. Den Erster» schien es unten, den Letzter» oben zu liegen. Dies wird von jüdischen Erklärern sehr schön dahin gedeutet, daß, wenn man die Hoheit des Seelcnadels und des äußern Lebens in diesem unfern: größten Lehrer und Meister betrachtet, jedes von beiden so groß erscheint, daß dem Betrachter die andere Seite noch größer vorkömmt. Nun 2'sN8 .iv'p .17.2: 28 22 Io» <>xtl-5ill08 80 toiiollont; und so wie's staunenswerthe Wahrheiten gibt, so muß es auch Staunen erregenden Nnffnn geben. Und wir gestehen offen, daß wir, als wir den obigen betrachteten, in dem naiven Wahne standen, etwas Horrenderes könne es gar nicht geben. Wir haben uns geirrt und werden hier > eines Bessern belehrt. Wir finden hier so viel auf- ' gestapelt, daß es kaum möglich ist, die Einzelheiten aufja auch nur zusammenzuzählen; daher nur das Drolligste. „Verrückung der Gebetszeiten sind zwecklos und verletzend" und nichts weiter? wo bleibt das 121P2' 122021? darüber dürste vielleicht die „Urschrift" belehren. „Öffentlicher Gottesdienst am Werktage ist wegen ungünstiger Zeit des frühen Morgens (nur nicht lachen!) und späten Abends unpaffend.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.