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Der Israelit · 1860-12-26 · Heft 31 (26.12.1860) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 31 (26.12.1860)
Date
1860-12-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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367 heute schöpfen, uns ist die babylonische Gemara der! Halachah, wenn sie auch theilweise sür unsere socialen ewige Quell des Heils, uns stehen in Bezug auf die! Zustände (') '->-r nicht mehr Anwendung findet. Halachah (nicht auf die Prophetie) Nabinna und I — Wir erinnern zugleich an die erste Mischnah im Naw Aschi so hoch wie Moscheh Nabbenu und die , Tractat Sabbat, wo 'u-wv 'p aus dem dort an- Arroganz des V. CH. ist uns einfach Charlatane- ' geführten Beispiele vom Hausherrn und dem Armen rie. Aber Herr L. bat ja einen unumstößlichen i folgert, daß nHp 'w2, oder Beweis für seine Behauptung und sogar die talmudische Apologetik soll ja an der von ihm angeführten Stelle den Mangel an Verständniß Seitens der Gemara zugeben müssen. Hören wir den Herrn Oberrabbiner, der als solcher vielleicht klüger ist als die „Nabbinen": „Den persischen Schulen 'hat nicht minder ein hier näher zu beleuchtendes Mißverständnis; seinen Ursprung zu verdanken. Die Mischnah spricht nämlich dem ältesten der Hinterbliebenen Brüder das Recht zu, mit den verwittweten Gattinen vier verstorbener Brüder die Leviratsehe einzugehen. Es versteht sich von selbst, daß die Vierzahl hier beispielsweise steht. Die palästinensische Gemara urgirt auch diese Zahl gar nicht. Die babylonische Gemara dagegen meint, die Mischnah wolle den guten Rath ertheilen, daß wegen der die Zahl von vier Weibern nicht überschritten werden dürfe. Diese Bestimmung ist auch in den Koran und in die neuesten Schriften übergegangen, und sie wird auch von vr. Unger angeführt. Sie beruht aber offenbar aus einer populistischen Wortklauberei! Und hier dürfte wohl auch d-ie talmudiscke Apologetik zugeben, daß die Mischnah von der Gemara mißverstanden worden sei." Nein, mein Lieber, wir geben das nicht zu. Es ist bekannt, daß in unscrn heiligen Schriften kein Wort umsonst, keine Zahl zuviel, lein Ausdruck ohne Absicht gebraucht wird. Dieser Anschauungsweise verdanken wir oft die wichtigsten Halachoth; dieselbe ist überall maßgebend, einzelne hyperbolische Bezeichnungen in der Hagadah etwa ausgenommen. Die in Rede stehende Mischnah nimmt also sicher nicht absichtslos die Zahl „vier" an; das H wäre sonst allüberall „populistische Wortklauberei" und fast unsere ganze Halachah würde aus den Kops gestellt. Me Gemara folgert hier vollkommen logisch, wie immer, und die Consequeuz ist ja auch hier eine mit andern Worten, daß der Zweck das Mittel nicht heilige, — oder ist auch diese Folgerung, deren Inhalt bereits anderswo seststeht und hier.i'rwrr 2ZX ans Licht treten soll „populistische Wortklauberei?" Vielleicht wäre es für gewisse Leute bequem, diesen talmudischen Grundsatz zu cludiren. Es kömmt aber noch bester; die Diskussion in der babylonischen Gemara, Joma 13a, gibt Herrn. Löw willkommnen Anlaß zum Spott; wie wenn das Spotten nicht so überaus leicht wäre! Aber Herr Löw versteht ja die Mischnah bester als der babyl. Talmud, er fördert Höheres zu Tage als jene „pilpulistischen Produktionen." Hört, hört, ihr Alle, die Ihr Eure Tage und Nächte mit Talmudstudium zubringt, denen die tiefsinnigsten Forschungen so oft den Schlaf von den Augen bannen, Herr L. hat eine neue Methode gesunden, Schwierigkeiten zu heben und Widersprüche zu lösen, hört nur wie er die Schmierigkeit Joma 13a löst: „Gewiß ist, daß dem Urheber (?)*) dieser Discussion (Nabbi Jehuda?) die Beschränkung des Hohenpriesters auf die Einehe nicht bekannt, oder doch im Augenblicke der Verhandlung nicht gegenwärtig war." O, ihr armen Talmudisten, warum fragt ihr Tanaim oder Amoraim widereinander, warum erschöpft Ihr Euren Geist mit scharfsinnigen Erörterungen, antwortet doch dem Frager mit Herrn L. einfach: Nabbi Jehuda hat das nicht gewußt, R. Meir hat nicht daran gedacht!? Herr Löw nennt solch' ein Verfahren Wissenschaft; es ist aber nichts als das Bestreben, Unwissende zu täuschen und zu blenden; ein solches Bestreben aber nennt man Charlatanerie. —

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