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Der Israelit · 1860-12-12 · Heft 29 (12.12.1860) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 29 (12.12.1860)
Date
1860-12-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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350 Heißt Solches nicht, der Sonne am Himmel das Licht absprechen? Wir erhielten neulich eine Korrespondenz mit einem Fehlerverzeichniß des Ph.'schen Bibelwerks. Es sollte daraus deducirt werden, daß PH. — kein Deutsch verstünde. Wir legten dieselbe ohne weitere Bemerkung zur Seite. Ja, Philippen versteht — Deutsch, aber über talmudisch s Wissen steht ihm und seiner Clique kein Urtheil zu und bedürfen weder Rabbiner B., noch Rabbiner H. noch Rabbiner G. einer Verteidigung. — Es ist wahr« lich ein Jammer mit dieser Menschensorte; sie machen es auch sich selbst untereinander so. Grätz nennt die Forschungen eines Zuntz unnütz; PH. will Steinschneiders Bemühungen jede Bedeutung absprechen, Stein wiederum PH. und sofort und sofort. Sie gönnen sich einander ihr Bischen Wissen nicht und sind eitel bis in die Puppen. Nun wollen sie auch die orthodoxen Rabbinen in diesen literarischen Waschweiberkrieg hineinziehen und sich über deren talmudischeS und hebräisches Wissen ein Urtheil anmaßen.!r>2v' 'kl'^2 Und du, lieber Leser, entschuldige, daß wir gegen unsere Grundsätze uns ein wenig derb ausgelassen haben, es gibt jedoch gewisse Dinge, die man nicht mit Glacehandschuhen anfassen kann, man muß sich dazu der Feuerzange bedienen. — Ans Schwaben, im Dezember. Sie schenken dem jüdischen Schulwesen so viele Aufmerksamkeit , daß Sie gewiß auch folgendem Artikel die Aufnahme nicht versagen. Die für Elementarschulen in Bayern gesetzlich vorgeschriebenen Lesebücher sind ausschließlich in katholischem Sinne geschrieben und größtenteils von katholischen Geistlichen verfaßt. Dieses gilt aber ganz vorzüglich, von der, wie ich glaube, in allen Schulen eingeführten bibl. Geschichte von Ehr. v. Schmid. Wenn auch dieses Buch in echt kindlicher und wahrhaft gemütlicher Sprache geschrieben ist, so ist doch gewiß nicht in Abrede zu stellen, daß die Tendenz desselben eine speciell katholische ist. Die neueste Auflage dieser bibl. Geschichte ist aber so umgearbeitet, daß sie für jüdische Schulen geradezu unbrauchbar wurde. Schon seit Jahren trägt der Unterzeichnete, der diesen Mißstand aus eigener Erfahrung genau kennt, den Wunsch in sich, in jüdischen Elementarschulen geeignetere Lesebücher eingeführt zu sehen, und schon öfters wurde dieser Wunsch von mir öffentlich geäußert; doch bis jetzt leider ohne Erfolg. — Durch die schon oben erwähnte neueste Ausgabe der Schmid'schen bibl. Geschichte sind auch viele Herren Rabbiner auf diesen Mißstand aufmerksam gemacht worden und Herr Nabb. Schwarz aus Hürden*) richtete deßhalb eine Eingabe an die königl. Regierung von Schwaben und Neuburg, worauf beschieden wurde: daß fortan der Unterricht in der bibl. Geschichte ausschließlich Gegenstand der Neligionsschule sein soll; doch damit ist dem Uebel gar nicht abgeholfen, denn es handelt sich ja um Einführung anderer Lesebücher in Elementarschulen für jüdische Kinder. Der Gegenstand ist wichtig genug und gemeinsames Handeln würde bald zum erwünschten Ziele führen. Unser Cultus - Ministerium ist loyal genug, um geeignete in Vorschlag gebrachte Bücher in Einführung zu bringen, oder doch gewiß die Einführung zu bewilligen. Bisher wurde die Sache, obwohl oft dazu angeregt wurde, sehr lau betrieben — wir haben ja Eisenbahnen und nicht Schneckenposten. — Solche Bücher wirken nach meinem Dafürhalten nicht weniger nachtheilig als Missionsbibeln, und darum verdient der Gegenstand von allen Denen, die ein Wort mitzureden haben, wohl beachtet zu werden. Folgende Bücher dürsten nach meiner unmaßgeblichen Meinung als sehr zweckmäßig einer königl. Negierung vorzulegen und zu empfehlen sein: Für die I. Klasse: kleine Erzählungen aus der bibl. Geschichte von Flehinger, Nabb. in Meisenheim. Für die II. Klasse: Kinderfreund von Rabbiner Herxheimer oder bibl. Geschichte von Ein. Hecht. Für die III. Klasse: Erzählungen und Belehrungen aus den heil. Schriften von Nabb. Flehinger in Meisenheim. Thun wir das Unsrige! Der liebe Gott wird seine Hilfe dazu geben. H.r. (Wir können uns mit allen vorgeschlagenen Büchern nicht unbedingt einverstanden erklären, am wenigsten mit denen suk. Nr. 2; überhaupt ist uns *) Ebenso Herr Bezirksrabbiner Bamberger zu, Würzburg, wie wir s. Z. berichtet haben. Die

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