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Der Israelit · 1860-12-12 · Heft 29 (12.12.1860) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 29 (12.12.1860)
Date
1860-12-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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344. Mütter, könnten eure Kinder also erwidern dem! Versucher? Ach, viele von ihnen wissen ja nicht,! was in der .-.-or> sieht; so Viele besuchen nichtjüdische z Schulen, und bekommen nicht einmal das Gotteshaus zu sehen, und hören nicht einmal das Gotteswort lesen am Sabbat. Fragt sie doch, sie werden euch erzählen von den Helden im Homer, aber die jüdischeu Neligionsvorschriften kennen sie nicht. Wohin! soll das führen, ihr Väter und Mütter? pu > p-pr ist erst die Gottesflamme erloschen so ist das ' Licht euch nicht zugewandt, dann verliert ihr den Einfluß auf eure Kinder, deßhalb seid;2 '-^.-12! '-N7I2.1, kämpft mit allen Kräften, bemüht euch aufs Aeußerste, ehe es zu spät wird, ehe ihr euch, was Gott verhüten wolle, niedersetzen müßt auf die Erde, zerreißen müßt eure Kleider und als todt beweinen eure Kinder, wiewohl sie noch leben. Ihr meint, so weit sei es noch nicht gekommen. Gott sei gedankt ewiglich, daß es noch nicht soweit; aber seid nur lässig im Kampfe, gebet nur ein wenig nach, lastet nur Dieses und Jenes schwinden und — wir mögen nicht vollenden, mögett die traurige Wahrheit nicht aussprechen. Blicket nur hin aus die Kinder und Enkel Derer, die da vor wenigen Jahrzehnten begonnen haben mit kleinem Abfall, auch nur mit ganz kleinem, auch nur mit Geringschätzung des Lalmudischen Wissens und der alten, Lief in uns wurzelnden Minhagim! Wo sind sie, die heutigen Träger jener wohlbekannten Namen? Es ist kaum noch Einer von ihnen in den Reihen der Juden zu finden. Nein, das haben jene Männer nicht gewollt, aber dahin ist's gekommen durch ihre Schuld. Dahin führt das allmähliche Nach geben, dahin führt das Hintenansetzen des jüdischen Wissens dem Erwerben der übrigen Kenntnisse. Wollt ihr eure Kinder zu Juden, zu wahrhaften Juden erziehen, so müßt ihr sein;2 '->--.2, das heißt, ihr müßt streben mit allen Kräften in dieser stürmereichen Zeit. Es genügt nicht, wenn der hebräische Unterricht in einigen Privatstunden „abgethan" wird; allüberall müssen Schulen gegründet werden, in denen Hand in Hand gehe die Kenntnis; der heiligen Gotteslehre mit dem profanen Wissen, Schulen, ans denen die Kinder entlassen werden als wahrhafte Juden, in denen der Grundstein gelegt ist zum ferneren Fortbaue, damit sie geschützt und geschirmt ins Leben cintreten. Ihr meint das würde Opfer kosten? Wohl wird es Opfer kosten, aber ihr werdet dadurch sicher reiten euer und eurer Kinder Seele und Seligkeit. s2 sogar der Arme der von Almosen lebt ist verpflichtet, das Chanukah-Licht anzuzünden; um wie viel mehr ist er, ist der Bemittelte, ist der Reiche verpflichtet, das Gottes licht in der Brust seiner Kinder zu entflammen und das heilige Gottesfeuer in ihr zu erhallen. Wir haben also das Licht äl-I die Waste erkannt im heiligen Kampfe, das Licht, das da entflammt werden muß in unsrer eigenen Brust und in der Brust Derer, die Gott unsrer Fürsorge anvertraut hat. Man hat in der jüngsten Zeit mit dem Worte Licht viel Unfug getrieben. In Flammenschrift hat dereinst uns Gott die Thora am Sinai gegeben. Wo sie weilt, da ist Licht n; wo sie fern ist, da herrscht Finsterniß. Im Judenthume gibt es keinen Stand von Priestern und von Laien, deren ersterer die Gotteslehre allein für sich in Anspruch nehmen dürfte; wir müssen vielmehr Alle sein '->^12 '-m.12.-1;2 Kämpfer mit allen Kräften, für Wahrheit und Recht, für Tugend und Licht, ein Jeder von uns muß anzuzünden versuchen die heilige Flamme der Begeisterung in jeglicher Brust. — Literarischer Bericht. Beurteilung der Geiger'schen Broschüre: „Nothweudigkcit und Maaß einer Reform des jüdischen Gottesdienstes", von vr. I. Hildesheimer, Rabbiner in Eisenstadt. (Fortsetzung.) Der Verfasser fährt fort; 1) allgemeine Grundlage: „Unser Gottesdienst ist unwahr (!) und gedankenlos" , die Gedanken und Gefühle desselben correspondiren nicht mit denen der Meisten der Betenden. Die Sprache ist unverständlich, der Gottesdienst währt zu lang und noch andere Uebelstände, welche aus den Verhältnissen des Lebens herrühren (d. h. daß die Gemeindemitgüeder am Samstag lieber Markt und Börse als Gottesdienst sammt Predigt besuchen), veröden das Gotteshaus. Aesthetik und . Predigt "-nnen hier nicht helfen, es muß weiter ge-

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