Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 28 (5.12.1860)
- Date
- 1860-12-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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332 da umwandelt die Unfruchtbare im Hause zur freudigen Mutter zahlreicher Kinder — lobt ihn, den allmächtigen Gott — er, der Allgewaltige, der Schöpfer des Alls ist's, der Israel erwählt hat zu seinem Volke, der da bestimmt Juda zu seinem Heiligen, Israel zum Verkünder seiner Herrschaft; er hat Israels wegen in die unabänderlich scheinenden Gesetze der Natur eingegriffen, so daß das Meer floh , der Jordan rückwärts floß, Berge hüpften wie Widder und wie Lämmer die Hügel; Israels wegen wandelte er den Felsen in Wasserbach, den Kiesel in Wasserquell. Haben seitdem etwa seine Wundertaten aufgehört, uns zu beglücken, und wenn auch wir nicht würdig waren, so that er's doch um seines Namens halber, um seine Liebe und Treue zu bewahren. Dies geschah stets, so lange Israel vertraute dem Gotte seiner Väter, ihn betrachtete als Schild und Hort; dann mußte verstummen das lieblose Höhnen der Heiden, sie starben dahin, wie ihre todtgeborenen Götzen. Aber wenn Israel vergaß die ihm gewordene Aufgabe, nicht mehr dachte seines erhabenen Wohlthäters, ach, dann kamen Angst und Trübsal, gezüchtigt ward Israel hart, aber Dank Ihm, dem Allbarmherzigen, dem Tode ward es nicht preisgegeben; es erstanden immer heilige Männer, die in der Angst riefen zu Ihm, und Gott erhörte sie und befreite sie. Wenn der Allherr ist mit mir, was vermag ein Mensch wider mich? wenn der Allherr ist mein Helfer, schaue ich getrost auf meine Feinde. Dann mögen alle Heiden mich umringen — im Namen Gottes zernichte ich sie, und mögen sie noch so sehr mich umringen — im Namen Gottes zernichte ich sie; mögen sie mich umgeben wie Bienenschwarm, umlodern mich wie Dornenfeuer, im Namen Gottes zernichte ich sie. So preiset denn Gott, all ihr Völler und lobet ihn, all ihr Nationen — mächtig überkam uns seine Liebe und ewiglich währt seine Güte! II. Haben wir uns im Gebete gekrästigt und gestärkt, sind wir uns dessen bewußt geworden, daß unser Gott der.Allherr, der Allmächtige ist, haben wir uns die Aufgabe Israels klar gemacht, und ist es uns eine unumstößliche Ueberzeugung geworden, daß durch Gott' allein der Sieg zu erringen, so ist eS an uns, daß wir uns würdig machen, Kämpfer des Herrn zu heißen,'die auserlesenen - Werkzeuge zu sein, deren sich Gott zur Erfüllung seiner erhabenen Zwecke bedient. ' Kanu der wohl heißen Diener des Herrn, ist der wohl fähig zu kämpfen den Kampf fürGott, dem die Sinnenlust als das Höchste erscheint, der unterördnet seine unsterbliche' Seele den Begierden des vergänglichen Körpers?' .-i'NM rH nicht durch vorzügliche Speise und" Getränke sei dieses Fest ausgezeichnet, es lehre uns eine höhere Freude, als Sinnenlust uns zu bieten vermag. Antiöchus wollte den Leib unserer Voreltern nicht Lödten, nein, er wollte vernichten ihr geistiges Leben, er wollte ausrotten die Seele Israels — unsere heilige Thora; deßhalb seien diese Feste nicht gefeiert durch irdische Genüsse; die erhabene Feier derselben bestehe in dem 'freudigen Bewußtsein', daß unsere nmn ewig ist, unvertilgbar, daß uns noch heute nach Jahrtausenden vergönnt ist, dem' Allmächtigen anzugehören Undseinem Dienste unser Leben zu weihen. — Ja, Festtage sind sie uns, diese Tage; sie mögen uns höher schätzen lehren die erhabene Gotteslehre, als irgend ein Genußmittel, sie mögen uns anfeuern zu opfern Hab und Gut und jedwedes Besitzthum, wo es gilt Gottes Lehre uns zu erhalten, wie Mathatias einst floh in die Wälder und seine reichen Güter überließ seinen Feinden. N'NLN die Ernährung Unseres Körpers sei uns nur Mittel zum Zweck, Mittel zur Erhaltung, damit wir des Herrn Gebote — unsere Lebensaufgabe — zu erfüllen vermögen. ' Wohl dem, der sich das stets klar züm Bewußtsein bringt! er wird widerstehen können den härtesten Versuchungen, wird nicht vorziehen vorübergehende Freuden dem Ewigen, Unvergänglichen, er wird gerüstet sein zum Kampfe für Gott und seine Lehre. . (Fortsetzung folgt.) Literarischer Bericht. Beurtheilung der Geiger'schen Broschüre: „Nothwendigkeit und Maaß einer Reform des jüdischen Gottesdienstes", voU vr. I. Hildesheimer, Rabbiner in Eisenstadt. Vorw ort. Indem ich diese Beurtheilung der Oeffentlichkeit übergebe," will ich' hier nur über ihre