Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 25 (14.11.1860)
- Date
- 1860-11-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Alles, was zum Frommen aller gutgesinnten Israeliten und im Interesse des gcsammtcn Judentums unternommen wird, recht segensreich möge gedeihen lassen. ck. ^österreichischer Kaiserstaat. Ofen*). Es wäre wahrlich für mich viel erfreulicher, io ich indem '»sehr weitverbreiteten'Israeliten von einem sich kundgebenden frommen, religiösen Sinne in unserer Gemeinde berichten könnte-, leider aber bin ick nicht nur zu diesem nicht berechtigt, da ich der reinen Wahrheit gebührend Rechnung tragen will, sondern ich muß es, wenn auch mit beklommenem Herzen unumwunden aussprecheu, das; das geistige und religiöse Leben Tag für Tag hier abni.nmt, und in unserer Gemeinde nur Wenige es sind, in denen gute und fromme Gesinnungen leben und wirken. Man wetteifert mit mancher größern Nachbargemeinde, indem man über alle würdige Gebräuche den Stab bricht, selbe als längst veraltete bezeichnet, und so hierdurch die Rolle der sg. Aufgeklärten u. Sohne der heutigen Welt, vortrefflich zu spielen denkt! Tie Jugend wird in allen Fächern mehr und' gründlicher unterrichtet, als in der heil. Lehre. Das Unheil ist aber um so größer, weil es hier an einem ernst ermahnenden Worte gänzlich fehlt; denn nnfere Gemeinde ist schon viele Jahre > ohne Rabbiner, und dieser Umstand selbst kann schon durchaus keine günstige Meinung von dem frommen Streben unserer Gemeinde dem Unbefangenen abgewinuen. Eine Gemeinde, in der über R>" Israeliten leben, wird wohl beim ernsten Wollen und Streben bald die Mitte! für die Subsistenz eines biedern Rabbiners finden. Es reicht durchaus nicht hin, daß einige Mitglieder hie und da nach Pesch geben, um sich dort (für 2 kr. Mauthgeld über die Brücke) an manchem Sabbat an der Predigt zu erbauen; denn eine Gemeinde ohne Rabbiner ist pr< ->2'rr Wir nehmen daher keinen Anstand den hier lebenden religiösen Männern pflichtgemäß die bessere Gestaltung der hiesigen Genleindeangelegenheiten ans Herz zu legen, wofür Sic gewiß Gott, der allgerechte Vater, reichlich segnen wird! 1^. k. Mkskolez. Ende October. Das passive Verhalten vieler unserer Glaubensbl Lider auf praktisch religiösem Gebiete, wie es in Nro. 22 Ihres geschätzten Blattes von dem H. Eorrespondenten aus Ujhely mit Recht beklagt wird, ist oft eine Folge schwachen Zutrauens zu sich selber, einer Unterschätzung und Verkennung eigener moralischer Kräfte, eines verzweistungsvollen Ausaebens aller bessern Bestrebungen Angcsicht's der Progressionen unserer neuerungsfüchtigen Gegner, einer Verleugnung des zu jeder Zeit bewährten Wortes: Mögen Sie daher, geehrter Herr Redakteur, zum Tröste unserer Religion, zur Erweckung der bisher noch in Apathie versunkenen Glaubcnsbrüder, folgende verbürgte Thalfache den zahlreichen Lesern Ihres weitverbreiteten Blattes mittbeilen. Unserem hochgeschätztcn!greisenOberrabb., Herrn Moses Fisch mann, der bereits 3 Decennieu zum segenvollen Gedeihen unserer Religion, zur Stützung des Tlwrastudiums, wie zur Freude und Zufriedenheit unserer Gemeinde, seinem heiligen Amte versteht, ist es in einem seiner letzten Vorträge gelungen 4 Individuen, die angesteckt von dem bösen Beisviele mancher Religionsverletzer öffentlichen übten, auf die rechte Dahn zurnckzusühren. und zur Schließung ihrer Geschästsloeale an Sabbat und Feiertagen zu bewegen. Wer einerseits die hohe Bedeutung und Wichtigkeit des Sabbat kennt '->?-> und andererseits die oft hartnäckige Beharrlichkeit unserer aufgeklärten Generation, die über jede Belehrung sich erhaben dünkt, zu erfahren die Gelegenheit hatte, muß von diesem erfreulichen Resultat einer höchst angenehm überras dt werden. So viel vermag ein aufrichtig's. von Herzen kommendes Wort, -l Seelen dem Juden-! thnme, der religiösen Praxis wiederzugeben; so keimt! der ausgestrente Same eines kundigen, sorgfältigen! Säemannes, so lohnt sich jedes edle im höhern Jn-! tcresse begonnene Unternehmen, so bewährt sich das! alte Wort '^2" rrd 'I. öl.! TvtiS. Es ist heutzutage wahrlich nichts Leich-! tes, einem „Eentralorgane der Orthodorie" die innern; Zustände einer Gemeinde wahrheitsgetreu zu schildern, welche eine ruhmvolle jüdische Vergangenheit hinter sich und eine zweideutige Zukunft vor sich hat, die > neben einer, jeden sichern, durch jüdisches Wißen und Priuziv bedingten jüdischen Charakters baaren