Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 25 (14.11.1860)
- Date
- 1860-11-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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297 den entgegenznneknnen, in diesen Blättern zu veröffentlichen und an das löbliche Eentralcomite in Amsterdam zu befördern; wir notiren zugleich 1 Thlr. 5 Sgr. von Frau S. in A. (Anlage.) A bs ck, rifL. Ans Ersuchen des Herrn Selig Hausdorff, Interpreten sür die hebräische Sprache bei dem k. k. österr. General Eonsulate, und Eonsorten erkläre ich! hiermit, das; ich ein großes Grundstück, welches die-! selben erworben haben zur Aufführung von Gcbäu-! den für arme israelitische Familien und Pilger, in ' Augenschein genommen habe und daß meine Meinung über ihr Unternehme;: in: Allgemeinen und über das angekanfte Grundstück im Besonder:: folgende ist. 1) Ein Gang durch die jüdischen Quartiere an , der Ostscite des Zion wird jeden unbefangenen Besucher Jerusalems mit Mitleid erfüllen über die traurige Lage einer großen ZM von Familien, welche die Erinnerung an die frühere Herrlichkeit und Heiligkeit der Stadt bierhergcführt, und es fällt zuerst in die Augen die Armseligkeit der Wohnungen, welche mehr Löchern gleichen, in die man in Europa nicht einmal Thiere verweisen würde. Feuchtigkeit im Winter, dumpfe Lust im Sommer, Mangel an gutem Wasser erzeugen Krankheiten, welche alle Spitäler und die Bemühungen der Aerzte nicht steuern können. Reinliche, gesunde Wohnungen sind das erste Erfordernis;, wenn man ernstliche Schritte thun will, das physische Elend der ärmeren Klaffe zu heben. 2) Das angekaufte Grundstück scheint mir zur Herstellung solcher Wohnungen ganz vorzüglich geeignet. Gelegen am Südabhange des Zion, innerhalb, aber dicht an der Stadtmauer, mit einer freien Aussicht aus das Kidrouthal und den Oelberg, ist cs der reinigenden Zugluft vollständig ausgesetzt; ohne die geringste Mühe können die Regenwasscr abgeleitet oder in die schon vorhandenen Eislernen ausgefangen werden. Meiner Ueberzengung nach hätte kein für diesen Zweck passenderes Grundstück in der Stadt gefunden werden können. Ich wünsche den Unternehmern Glück zu dieser Acquisition und reichliche Beisteuer von ihren Glanbensbrüdern in Deutschland, damit sie ihr löbliches Vorhaben bald und in größter Ausdehnung aussichren können. Jerusalem, 14. März 1858. sgez.j Or. I. R. Roth, Universitätsprofepor aus München, derzeit auf allerh. Befehl in Palästina reisend. Für die Aechthcit der Unterschrift des Herrn Nniversitätsprofessors Or. Roth. Jerusalem, 28. April 1858. Der k. k. General-Eonsnl sgez.l Pizzomauo. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Man:;, 0. November. Soeben erhalten wir die höchst betrübende Nachricht, daß Herr I. I. Oettinger, erster Rabbiner zu Berlin am 7. d. M. seine irdische Laufbahn im 81. Lebensjahre vollendet bat. Wir haben den Verewigten gekannt, verehrt und geliebt. Sowohl seine bedeutende talmudische Gelehrsamkeit wie seine höchst liebenswürdige Persönlichkeit gewannen ihm die Liebe Aller, die ihn kannten, '.-o-'d n-v?, sein Hans war weit geöffnet Allen, jeder Fremde, reich oder arm, fand dort eine zweite Heimath, und seine und seiner ihm vorangegangenen Gattin Wohlthätigkeit kannten keine Grenzen. Bei höchst bedeutendem Einkommen reichten dem müßigen, kinderlosen, aller Genußsucht fernen Greiseupaare häufig die Mittel nicht ans — denn die Armen waren im buchstäblichsten Wortsinne die steten Hausgenoffen. — Die isr. Gemeinde zu Berlin hat ihres Hauptes Krone verloren; möge sie bald würdigen Ersatz finden. Seit ihrem Bestehen (1688) hat dieselbe immer durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit ausgezeichnete geistige Oberhäupter gehabt, an deren Reihe sich Rabbi Jakob Joseph Oettinger würdig anschloß; mögen bei der bevorstehenden Wahl die gcsinnungstüchtigen Glaubensgenossen in Berlin einheitlich zu wirken sich bemühen. — Preußen. Schöttlarrke, 28. October. Das „Bromb. Wochenblatt" berichtet: Die Tochter eines höheren