Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 24 (7.11.1860)
- Date
- 1860-11-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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288 Pesch eingeholt hatte, hierorts aufgeboten", so deuten, als habe das Schreiben des Herrn Oberrabbiner Fass! auch auf die Zulässigkeit der Ehe Bezug genommen, wogegen Herr De. M. sich verwahren muffe. Wir wollen den Raum Ihres geschätzten Blattes nicht auch damit in Anspruch nehmen, um zu erörtern, inwiefern die Befürchtung des Herrn Di-. W, die Erklärung des Herrn Oberrabb. Fass! könne zu einer solchen Mißdeutung Anlaß geben, eine gerechte sei, da doch nach derselben Erklärung der Herr Oberrabb. F. von dem Ehehinderniffe nicht Studien. Er wollte keinen Erwerbszweig daraus machen. Zu wiederholten Malen hatte er die ehrenvollsten Anstellungen, wie die eines Großrabbiners zu Straßburg und die eines Großrabbiners des Eentral- Eonsistoriums ausgeschlagen. Er wollte sein Vrod im Schweiße seines Angesichts verdienen und seine zahlreiche Familie durch Flei^ und Arbeitsamkeit im Handelssache zu ernähren suchen. Unentgeltlich verwaltete er das Nabbinat zu Fngwiller, einer bedeutenden Gemeinde, deren Führer und Wohlthäter er war, während 36 Fahre. Lange Zeit war er Miteinmal eine Ahnung hatte, und kommen aus die! glicd des Eonsisioriums von Straßburg, in welchem nothgedrungene Erklärung zurück. Wie zu ersehen, sagt Herr F., daß ihm von dem Vater der Frau,! der übrigens ein achtbares Mitglied der Gemeinde ist, vorgespiegelt wurde. Also Herr Oberrabb. F. spricht einen! Manne, der, um einen zu begehenden zu verdecken, vorspiegeln kann, Achtj barkeit zu! Wir sehen nun, wodurch man in den l Augen des Herrn Oberrabb. F. als achtbar erscheint, und nun wird uns erst klar, warum dieser Herr der Stuhlweißenburger isr. Gemeinde in der Rabbiner-Assaire so manches vorzuspiegeln sich bemüht hat. — .ck. Frankreich. 'Paris Ein französischer Rabbiner, einer der größten Talmudisten der Neuzeit, ein Jsraclite, der sich den frömmsten und treuesten aller Zeiten würdig anreiht, Nabbi Loeb Sarassin, ist in Paris im er als Großrabbiuer gleichzeitig Ehrenmitglied war. Im Dop. rin L-m-Itlün hatte er mehrere Talmndschulen gegründet,die er im Hinblick aus diebluzulänglichkeit der Subscribenten aus eigenen Mitteln unterhielt. Um ihm ihre Achtung und Zuneigung zu beweisen, hatte ihn die katholische und protestantische Bevölkerung zu Fngwiller zu wiederholten Malen zum Mitglied des Stadtraths gewühlt, welche Stelle er während 20 Fahre verwaltete. Das Amt eines Bürgermeisters wollte er, obwohl es ihm mehrmals angeboten wurde, nie annehmen. Auch saß er oft als Geschworener bei dein Schwurgerichte. Das Fahr 18-iü hatte ihm, was er durch vieljähriger: Fleiß und lange Sparsamkeit erwarb, entrissen und zur Annahme einer Lehrstelle für Theologie mit einer geringen Besoldung gezwungen. Man kann mit Sicherheit schließen, daß ein guter Theil teures bescheidenen Einkommens wieder zu seiner Alter von 77 Fahren gestorben. Sein Tod war,! Quelle zurückfloß. wie sein Leben, bescheiden und demüthig. > Die Temuth seines Lebens ragte noch über seinen Loeb Sarassin wurde im Jahre 1783 zu Bisch- Tod hinaus. Er wollte kein anderes Leichenbegängheim (Lns-Ittnr,) geboren. Schon in seinem sechsten , uiß, als wie cs jeder Arme hat. Keine Leichenrede Jahre fing er — Tank seinen glänzenden geistigen > sollte an seinem Grabe gehalten werden. Anlagen — seine Talmudsiudien an, und zu 13 l Also war der Rabbiner Loeb Sarassin Jahren verließ er sein Geburtsland, nm während! ein hervorragender Theologe, ein Israelit nach dem 17 Fahre seine Studien im Ausland, wie zu Mainz, Mannheim und Frankfurt a. M. fortzusetzen. Fm Alter vom 30 Jahren kehrte er zu seiner Mutter, die damals in Fngwiller (Las-RIckn) wohnte, zurück, wo er sich verheiratete und während 35 Jahre bis zum Jahre 1852, in welcher Zeit er die Stelle eines Directors der Talmudstudien im Beth Hamidrasch zu Paris übernahm, wohnte. Keine eigenützigen Absichten leiteten ihn bei seinen (Hierbei eine Beilage.) Ansspruche Gottes, ein achtungswerther Bürger, der seine Zeit, seine geistige Kraft, ja oft sein Vermögen dem allgemeinen Wohle widmete, ein Man von uneigennützigem und edleu Charakter, unabhängig den Neichen gegenüber, gütig und großmüthig gegen die Armen, ein Tröster der Betrübten, eine Stütze der Religion, eine Kraft und ein Segen für unsere Gemeinde. Sein Andenken sei zum Segen! (Dn!v. i«r.)