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Der Israelit · 1860-11-07 · Heft 24 (7.11.1860) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 24 (7.11.1860)
Date
1860-11-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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286 hatten Mahlumtriebe die Erwählung einer angemessenen Anzahl isr. Mitglieder verhindert. Als mm die dadurch Benachtheiligten den hauptsächlichsten Wahlagitatoren ihre Kundschaft kündigten, wandten sich diese an den hiesigen Rabbiner, Herrn Löwy, der nun diese Angelegenheit, eine reine Privatsache, auf die Kanzel brachte. Hätte es sich hierbei um Dinge von allgemeinem Interesse, von einem Acte gegenseitiger Intoleranz der Confessionen gehandelt, so Hütte Herr L. vielleicht Recht gethan, so aber handelte es sich nur um das Backwerk eines judenfeindlichen Conditors rc-, zu dessen fortgesetztem Genüsse von der Kanzel herab ermuntert werden sollte! Die erwähnte Predigt hat vollkommen ihren Zweck verfehlt und nur einen peinlichen Eindruck gemacht. Auch sonst ist die Wirksamkeit des Herrn L. ziemlich wirkungslos- In unserer zahlreichen Gemeinde, der größten Baierns, war bis jetzt an Sabbat- und Feiertagen noch kein Laden offen. Am verflossenen Laubhüttensesie wurde leider damit der Anfang gemacht. Wir müssen es Herrn L. znm 'Ruhme nachsagen, daß er sich sofort zu den in Rede stehenden Kanstenten begab, um sie von solchem Thun zurück- ' znhalten. Seine Mahnung mußte jedoch wirkungs-! los bleiben, da im Hinblicke aus seine nächsten Familienangehörigen dieselbe als eine — Inkonsequenz erschien. Ein gutes Verspiel ist die beste — Sch- Frankfurt a. M., 29. Octobcr. Heute wurden die Abgeordneten zur neuen gesetzgebenden Versammlung, und unter ihnen mehrere Glau- ' bensgenossen, gewählt. Preußen.! Aachen, 24. October. Es ist allgemein be-! kannt, daß die Inden bei der Eidesleistung vor Gericht, wenn der Eid nach altem Ritus geleistet > werden soll, die Tcphillin (Gcbetricmen) rc. anlegen sollten, während eine große Anzahl sich hiergegen sträubt, nicht weil dieser Eid ein stärker bindender für sie wäre, sondern weil sie diese Crennonie für veröltet und nicht mehr zeitgemäß erachten. Vor den Friedensrichter in Burtschied waren auf heute fünf Zeugen geladen, alle mosaischen Glaubens. Als denselben von dem hiesigen Rabbiner, Or. Rothschild, die Wichtigkeit des Eides und dis Heiligkeit der Tephillin w. vorgehaltcn wurde, erklärten lämmtlichr Zeugen, daß sie von elfterem vollkommen durchdrungen seien, jedoch die Heiligkeit der Gebetriemen rc. nicht allerkennen könnten, und auch deßhalb sich derselben schon seit Jahren nicht mehr beim Gebete bedienten, woraus der Rabbiner zu Protokoll gab, in diesem Falle den Zeugen den rituellen Eid nicht abnehmen zu können. Die klägerische Partei verwahrte sich hiergegen, woraus der Richter sich dahin entschied, den Rabbiner hierzu nicht zwingen zu können. Hiernach erklärte der Allwalt der klägerischen Partei, mit dem bürgerlichen Eide sich begnügen zu wollen, wogegen die andere Partei proü flirte, weßhalb die Ausschwörung der Eide vorläufig unterblieb, und die Sache höherer Entscheidung überwiesen werden mußte. Man ist aus den Ausgang der fraglichen Angelegenheit allgemein gewannt. (K. Z.) (Wir ersuchen Herrn Rabbiner Rothschild, uns gefälligst die Ramen der Zeugen mitzntbeilen, die sich durch diese öffentliche Erklärung vom Indenthume losgciagt haben, damit wir sie veröffentlichen und dieselben allüberall von jeder Gemeinschaft mit Israel ausgeühlvssen werden. Eine solche Erklärung vor Gericht stempelt dieselben zu ^->'2 '--:w und sie sind den Abgelüllenen gleich zn achten, nicht wie "2-2, sondern reis "2^ ^2"2. —) Oester r e i ch i s ch e r Kai s e r st a a t. Pake-, Ende Oktober. Tie k. k. Statthalterei- Abtheilnng zn Oedenbürg bar den ehrwürdigen Oberrabbiner zu Paks zum Oberralbiner für das ganze Tolnaer Comitat ernannt. Wer den ebenso gelehrten wie streng orthodoxen Oberrabbiner zu Paks kennt, wird ermessen können, welch' segensreicher Einfluß aus dieser Wahl der hoben Behörde dem ganzen Eomitate erwachsen wird. Der Comitatsrabbiner hat bei Neuwahlen das Recht der Bestätigung eines jeden einzelnen LocalrabbinerS. H. Anger, Nabbinatscandidat. Ans Ungarn, im Oktober. Dieser Tage kam uns Nr. 1 und 2 des seit t». l. M. m Pesth erscheinenden „Carmel" zu. Der Nedactcur desselben, Herr Oberrabbiner Vr. W. A. Weisel, liefert in Nr. 1 seinen Lesern einen „Leitenden Artikel" mit der Ueberschrift: „Warum Carmel?"

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