Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 23 (31.10.1860)
- Date
- 1860-10-31
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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277 hinderniß nicht bekannt war, sondern, wie es in dieser durchaus nothgedrungenen Erklärung wörtlich heißt, „daß mir der Vater dieser Frau V. L., der übrigens ein sehr achtbares Mitglied hiesiger Gemeinde ist, vorspiegelte, daß seine Tochter ans Rücksicht für Hrn. A., gewesener Schwiegervater ihres verstorbenen Mannes, die Ausbietung in Pesch nicht vollziehen lassen könne. Dieses beschwöre ich so wahr mir Gott helfe. Amen." Ich habe einen Theil dieser Erklärung als Kuriosum wörtlich zitirt; und ich binde Herrn Löw, Redakteur des B. Eh., die Bemerkung aus das Gewißen, was er wohl gesagt und geschrieben hätte, wenn eine Erklärung in dieser Form von einer orthodoxen Autorität im „Israelit" zu lesen gewesen wäre. Daß Herr Oberrabbincr F. die Ausbietung solcher Brautleute vollzog, von welchen keines der beiden Theile in K. wohnhaft und zuständig war, mithin gegen die landesgcsetzlicke Vor-schrift verstieß, muß uns auf den Vers, des Mos. rab. Zivilrechtes, der dort §. 14. dem 851 8.-2721 8--1 eine sehr weite Ausdehnung dcdizirt und -12 1-2-. welcher sich erlaubte, anderer, wohlbegrüudetcr von 2-5i2'8i und —p—2 '2-8vielfach ausgesprochener Ansicht zu sein, mehr unwirsch als wissenschaftlich begründet, damit abwciset, ,.-.2 1-22 scheint nicht recht eingcdrungen (.-cka!) in den wahren Sinn dieses Gesetzes, muß uns höchlich befremden. — Ebenso wundert cs uns, müder vielfach erfahrene, langjährige Kultusbeamte sich von dein Vater dieser Frau V. L. einen blauen Tunst vermachen und sich ein solches Zeug vorspiegeln ließ. Aber irren ist menschlich, und wollen wir auch gewiß nicht den Anwalt für die, die Iudcnehcn betreffenden M im allg. b. Gb. machen. Herr F. erklärt aber, daß „diese Ehe" i'7i-2^ keinen -.1-1 habe, mithin wird dem Gedanken Raum gegeben, daß nun 125212 das fernere eheliche Verbleiben dieser Gatten auch nach halachischcr Vorschrift statthaft sei — und sicht diese Erklärung in einer Zeitschrift „für die jüdische Theologie", deren Redakteur erst in der letzten Rro. feiner Bescheidenheit Gewalt anthat und hoch und heilig betheuerte, sich zwar auf fein i^-piu nicht viel zu Gute thun zu wollen, aber als talmudische Autorität sich gewaltig gebärdet — was aber, nebenbei gesagt, pure Bescheidenheit ist. Herr Löw ist männiglich eben so als jiin wie als-127 bekannt t— Gegen diese Austastung muß ich protestircn. Denn da die- <Veilage zu Mro. scr Fall 28.1 -.18 i2'8, folglich eine -'-'7 .1-52betrifft, so sagt die halachische Bestimmung auch für ..l7>-2 .1.12-2 82.1 : -.25.-1 Man vgl. 2"2 l"2j7 '2 5'.l"8 >'"2- und ferner .1"' p"2 '."2;2-2 2-"2, wo es ausdrücklich und präzis heißt: '2.1-2 87. ,821 -8^2 28 ''2v'2 '728 -.22'-2 1212 .15.': 22 '-.11 .1811.1 '75- 111.12' 1811.1 Man vgl. auch -,21' '212 Z. St.?"7 5'".18 -212 2.1.1 '2.*) Selbst 2281;2 281 -18 228, die keine wahre ''22^ ist, scheint nach Nambam, Tur und >-"2' dieselbe Bestimmung zu haben. Uns ist der Grundsatz der Weisen 7"r, i"7 218 72 .18;i 1.1 heilig; und nehme ich gern an, dast Herr F. in der ersten Aufwallung seiner verletzt geglaubten Ehre und in der getrübten Gemüthsstimmung, in welcher er seine Erklärung niederschrieb das 22-1212 1-111 2-221 außer Acht ließ, und ihm ein Jrrthum unterlaufen sei. — Aber wir halten eS dann für eine heilige, unabweisbare Pflicht des Herrn F., sich gegen die mögliche, nahe genug gelegene, irrige Austastung öffentlich zu verwahren. Kein Freund von Polemik habe ich mich dennoch verpflichtet gefühlt diesen Umstand zur Veröffentlichung zu dringen und ihn öffentlich zu deliberiren Veranlassung gegeben, weil cs leider auch in Ungarn viele Unwürdige und Unwissende gibt die '8-2.7 2-8- 228 und selbst in Ehesachen der alten Auslegung 2-21 i'7'2i —77.1 die praktischen, thatsächlichen Beweise vielfach zngesührt haben. Genug für heute; ein andersmal über diesen Gegenstand mehr.! Salomon Kulna, Bezirks-Nabbincr. Frankreich.! Parks. Indem ich meine Berichte aus dieser großen Weltstadt beginne, will ich mit Erfreulichem anfangen und Ihnen über den Lebensnerv alles jüdischen Lebens, das Thorastndium, im Mittelpunkte des Europäischen Staatcnlcbcns Einiges mittheilen.! Eine geringe Anzahl von gesinnungstüchtigen ' und glauben st reuen Männern entschloß sich vor ungcführ 13 Jahren aus ihren alltäglichen, dem Studium der Gotteslehre geweihten Zusammenkünften, einen Verein für Verbreitung echt jüdischen Wissens 1"2 111.12k 18-11 '5.12 8^ hervorhcbcn will. 23 des Israelit.)