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Der Israelit · 1860-10-31 · Heft 23 (31.10.1860) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 23 (31.10.1860)
Date
1860-10-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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276 wollte, kam und Unterzeichnete, und dieß that auch so ziemlich der größere Theil der hiesigen Gemciudeglieder. Das geräumige Schullokal wurde entsprechend dekorirt, alle Betheiligten fanden sich am Nachmittage des schönen Tages dazu ein, wo dann der Jubilar durch ein Comitö abgeholt und eingeführt wurde. Nach Enthüllung des Ehrengeschenkes, welches in zwei prächtig gearbeiteten Armleuchtern bestand, dankte der ehrwürdige Greis gerührt und gab die Versicherung seines sernern Strebens zur Aufrechthaltung des alten Kultus, damit die Gemeinde auch ferner des Rufes einer wahrhaft israelitischen Gemeinde würdig sei. Es wurden mehrere Toaste ausgebracht, die alle die Anerkennung aussprachen, daß der würdige Rabbiner stets bemüht war, Religiosität aufrecht zu erhalten und den Jndifferentismus nicht aufkomm en zu lasten. Auch läßt es sich wirklich mit Bestimmtheit behaupten, daß es in unserer Gemeinde, die als die zweitgrößte in Baiern angesehen werden kann, keinen keinen öffentlichen Neligionsttbertretcr, und was, Gott sei Dank, noch mehr hervorgehoben zu werden verdient, keine Nesormsüchtigen gebe. Auch dieß dürste nur dem klugen Wirken des Herrn Rabbiners zuzuschreiben sein, der es vorzicht, lieber unter vier Augen zurcchtzuweisen, als durch öffentliches Verfahren und strafendes Einschreiten Widerwillen, Trotz oder gar Unfrieden in der Gemeinde hervorzurufen. Nicht vergessen darf werden, daß zu diesem schönen Feste, in Folge an sie ergangener Einladung, auch die zwei hiesigen christlichen Geistlichen, sowie ein Geistlicher eines Nachbarortes und die hiesige Gemeindeverwaltung erschienen waren. Der würdige Herr Pfarrvikar, als Vertreter seines von seltener und rühmenswertster Toleranz beseelten, kranken Hrn. Pfarrers Bauer, richtete eine Beglückwünschungsrede an den greisen Jubilar, sprach seine herzliche Freude darüber aus, daß unter den Bekennern beider Konfessionen die schönste Eintracht und wohlthuender Friede herrsche, und schloß mit dem Wunsche, daß dieses liebevolle Verhalten immer ungestört fortwalten möge. Auch Privatgeschenke wurden von hier und auswärts als Beweise der Achtung und Werthschätzung dem würdigen Greise verehrt. Mögen die Wünsche, welche Herr Rabbiner Hochheimer der Gemeinde, und die, welche die zahlreiche Gesellschaft ihm darbrachte, in Erfüllung gehen, und die Gemeinde wird sich immerhin ihres Friedens mit Gott und ihres Friedens unter sich selbst zu erfreuen haben. Für die orthodox-isr. Bibelanstalt wird der Herr Rabbiner nächstens eine Sammlung veranstalten, deren Ausfall recht ergiebig zu sein verspricht. — Ansbach, 18. Oct. Heute wählte das Collegium der Gemeindebcvollmächtigten einstimmig zu seinem Vorstande unfern Glaubensgenoffen, den Advocaten vr. Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat. Konrorn, im October. In unserer Nachbargemeinde, Totis, wurde am jüngst vergangenen Versöhnungstage von einem sehr achtbaren Gemeindemitgliede, Hr. Moritz Fischer, welcher, ein früherer Schüler des dortigen orthodoxen, als talmudische Autorität in weiten Kreisen bekannten Rabbiners, nunmehr seit Jahren, als Förderer der schönen Kunst glänzend emeritirt und dekorirt ist, auf's Neue der Beweis geliefert, daß in einer Gemeinde, in der wahrhaft jüdische Säemänncr ihren Samen gestreuet und wahrhaft fromme Väter ihren jüdischen Geist, oder doch das — Andenken an denselben aus ihre Söhne vererbt, noch immer, wenn auch in dein Ziergarten der Mode und der „modernen Religion" eine kräftige Pflanze echt jüdischer Natur emporwachseu könne. Herr Moritz Fischer spendete, als er zur Thora aufgerufen wurde, 108 ft. öst. W. zur orthodoxen Bibelanstalt. Kcrposvar. 11. Oktober. (Aus Mangel an Raum verspätet.) Am Ende des zehnten Heftes des V. Chan., das uns eben von befreundeter Hand zukömmt, finden wir eine „Nothgedrungene Erklärung" des Herrn H. B. Faffel, Ob.-Nabb. in G. Kauizsa. Herr F. erklärt, in etwas konfuser Weise, daß er bei einer Trauung, die durch seine Vermittelung, insoferne er von Seite der Braut und zwar unberechtiget, die Aufbietung vollzog und bei welcher eine Frau, Wittwe nämlich, mit dem Schwestersohne ihres verstorbenen Gatten getraut wurde, nun beschuldiget werde" zu einer Ehe, die keinen inn habe, mitgewirkt zu haben. „Darum sieht sich Herr F. genöthiget, eidlich zu bekräftigen, daß ihm dieses Ehe-

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