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Der Israelit · 1860-10-31 · Heft 23 (31.10.1860) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 23 (31.10.1860)
Date
1860-10-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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mung und der Laune preisgegeben , sondern in dein Neligionsleben, in dein ganzes inneres Wesen als Volk Gottes, als Priesterreich des Herrn tief eingegraben ist, zu der auch deine sonst gepriesene Gast- , freundschast gehört, hat vieles von ihrer Jntenswität ' verloren! „Wie schön waren deine Zelte, Jakob, - deine Wohnungen, Israel!" In diesen wohnte vormals sichtbar die Nnhe und der Segen Gottes, weil sie durchdrungen waren von Keuschheit und Sittenreinheit! Sie waren der Sitz des wahren Seelenfriedens und der in Herzcnseinfalt und Unschuld sich kundgebenden Glückseligkeit! Mann und Frau waren ' die Priester des Hauses und die Ehe galt, trotz der ' niedern (?) Stelle des Weibes, als ein von Gott geschlossenes, heiliges Bnndniß! Aber haben deine Prediger und deine dem Zcitgeiste huldigende Nabbinen die Ehe wohl dadurch glücklicher, inniger, herzlicher gemacht, daß sie das eheliche Verhältnis; von ganz anderen, der Istzeit mehr entsprechenden Grundsätzen ausgefaßt, daß sie der Frau durch das Aufgebcn der ihr ausschließlich zukommenden Gebctsormel^ größere Berechtigung sowohl am Gottesdienste als an der menschlichen Gesellschaft cinräumten? Solche und ähnliche Stammtugenden hat Israel durch das in neuer Zeit gewagte Nutteln an; Neligionsgebände und durch die in Folge dessen eingetrctene Sittenverderbniß ausgegeben, deren Verlust weit größer ist als der mit prophetischen Verheißungen zwar verkündete, aber nur wenig in Wahrheit ins Leben eingreifende Nutzen durch das Nmgcstaltcn des ganzen Neligionswesens veranschlagt werden kann! Israel findet nur sein wahres Heil in der pünktlichen und treuen Befolgung des von den Vätern ererbten und mit ihrem Blute besiegelten Judenthums; ihm kann nur geholfen werden durch eine ernste Rückkehr zu Gott, von dem es sich zu entfernen gesucht hat und die gewünschte Wohlfahrt, das ersehnte Heil, das Ziel unserer Wunsche, wird gewiß nicht lange ans sich warten lasten! — Du. Aron Hirschsrld. *) S. Geigers Zeitschrift Th. 8. S. 9., Llmserm.s äes MWien rlmnrsck-MjWälMrrn Tekrerrereins. Düsseldorf. „ Wenn Viele beratschlagen, kommt Abhilfe." Dieser viclbewährte Ausspruch der göttlichen Weisheit hat in neuerer Zeit die mannichsachen, periodisch wiederkchrcnden, beratenden Versammlungen der Polizeidirectionen, der Landwirthe, der Juristen, der .Handwerker, der Eiscnbahndirectorcn, der Kaufleute, der auf "Abschaffung drückender Nhein- Mc hoffenden Schiffer und vieler anderer im Großen oder in; Kleinen Wcltverbefferung oder eigene ' Besserstellung erstrebender Männer in's Leben gerufen. Einander kennen zu lernen, einander näher zu treten, Meinungen auszntauschen, Meinungen zu berichtigen! und gemeinsam auf Abstellung vorhandener Mißbräuche yinzuwirkcn, ist der selten ganz verfehlte Zweck aller! dieser Zusammenkünfte. Und in gleicher, offen ans- ' gesprochener Absicht tagte am zweiten Mittclfcicrtage! des letztverfloffenen Succoisesies Hierselbst eine Con-! ferenz des jüdischen rheinisch-westphälischen Lehrerverj eins, welcher Referent großenthcils beiznwohnen das! Vergnügen hatte. Der hiesige Gemeindevorstand hatte der Versammlung bereitwilligst das Gemeinde-Berathnngszimmer zur Verfügung gestellt, das aber > wegen beschränkter Räumlichkeit bald mit dem gerauurigen Saale der jüdischen „Gesellschaft der Freunde"! vertauscht wurde. Wenn von den mehr als achtzig > Mitgliedern, welche der Verein zählt, sich nur etwa! fnnsnndzwangig Lehrer zur Eonsercnz cingefnnden haben, so dürfte Dies weniger einem Mangel an , Theilnahme für die Verathnngcn, als den bedeutenden Reisekosten zuznschrcibcn fein, welche die ferner! Wohnenden bei ihrem geringen Einkommen großen- ' teils leider mit Neckt scheuen müssen. Gewiß ist die > Forderung nicht unbillig, daß die Gemeinden, deren! geistiges Interesse ja durch solche Beratungen gefördert wird, auch ihren Lehrern die Kosten der Theilnahme an denselben tragen Helsen. — An der Spitze der Tagesordnung stand, was wohl sobald von derselben nicht verschwinden wird, die Beratung über äußere Besserstellung der jüdischen Lehrer, und ward einstimmig beschlossen, dieselbe zum Gegenstände einer Petitton an die bald zusammentretenden preußischen Kammern zu machen. Nachdem man sich darüber geeinigt hatte, daß von allen denjenigen Ve-

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