Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1860-10-24 · Heft 22 (24.10.1860) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 22 (24.10.1860)
Date
1860-10-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2446952-2446974--00292-2455461
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

266 fälligem Thun und das sicherste Büttel zur Erhaltung in echter und wahrhafter Frömmigkeit. Um so mehr ist es zu bedauern, wenn selbst das in der Jugend Erlernte während des späteren Berufslebens vergessen wird. In keiner Gemeinde sollten Vereine fehlen, die es sich zur Aufgabe machen, am Sabbat einige Stunden der Gotteslehre zu widmen. In unserer Gemeinde wird ein solcher Verein schmerzlich vermißt. Laßt uns nicht langer mit der Gründung zögern, unser würdiger Herr Rabbiner wird uns seine Unterstützung dazu nicht versagen. Jacob Klcin. Italien. Ancsna. Der Educatore Jsraelita berichtet, j daß ans Befehl des Generals Lamorieiöre eine Synagoge dieser Stadt (In Keuoln. I^ovantinrr.) zerstört worden sei, um an deren Stelle eine neue Batterie i zu l auen. Bei dieser erschütternden Nachricht, versammelten sich alle Juden der Stadt, den Rabbiner an der Spitze, und beschlossen, so lange ihr Gottes- Haus zu schützen, bis sie der Gewalt weichen müß-! ten. Der furchtbare Augenblick kam bald; die Truppen verjagten sie, und es blieb den Israeliten Nichts! übrig, als mit dem Schmerzensrufe "2-x -'i -^2, „gelobt sei der wahrhafte Richter!" sich in das Unvermeidliche zu fügen. Als die Zerstörung ins Wer? gesetzt wurde, begann der Ehacham und Alle . mit ihm die zu rufeu, wie beim Hinscheiden eines theuren Mitbruders. — Das Echad tönt und tönt, in Freude und Leid, — wir waren Zeuge manches erschütternden Abschiedes, doch mag es irr neuerer Zeit sobald nicht so schmerzlich erklungen sein. Die ' Sefarim waren in eine andre Synagoge (ln Leuoln ' Itrrlirinri) gebracht worden. —! Afrika. j Tot»,!». Vcicic von Tanger vom 29. Angnst melden, daß der Pascha dieser Stadt den vornehmsten isr. Bewohnern derselben ein kaiserliches Edict vor- , gelesen habe, welches erklärt, daß sobald Tetuan von der spanischen Regierung an Marocko zitrückgegeben sein wird, die strengsten Befehle den maurischen Behörden zum Schutze der isr. Bevölkerung ertheilt werden sollen und das; kein Jude für irgend einen Vorgang vor oder nach der spanischen Besetzung zur Verantwortung gezogen werden soll. (Oil-rrcktnr Obromelv.) Feuilleton. Cu i o j? a. Aus dem Posen'schen wird uns mit vieler Behaglichkeit als ein Zeichen von Toleranz berichtet, daß dort in einer streng orthodoxen Gemeinde ein Weinreisender aus Mainz, der es sich besonders angelegen sein lasse, das ganze Jahr hindurch Gottes Gebot zu verletzen, an; zweiten Neujahrstage als — Chasan sungirt habe. Wir gratuliren der erwähnten Gemeinde zu einem solchen wI'»- — In der orthodoxen Gemeinde B. in Nheinhessen sungirt seit einiger Zeit ein Elementarlebrer, über dessen früheren Aufenthalt in Galizien uns sonderbare Dinge berichtet worden sind; wiewohl wir das Erfahrene sofort hingemeldet, ist die Angelegenheit doch noch nicht untersucht worden. Ans Arbeiten, die uns derselbe Lebrer für den Israelit eingesandt hat, schließen wir, daß der Mann völlig nnznrechnungssühig ist; solch' aberwitziges Zeug hat er uns zu übersenden die Stirn gehabt! Wie leichtsinnig sind doch die Menschen in der Sorge für den Unterricht der Jugend. So kamen vor längerer Zeit Israeliten aus einer Gemeinde eines Nachbarlandes zu uns, um unsre Hilfe zu beanspruchen. Der Rabbiner habe nämlich nunmehr die Schcchitah dem Lehrer, der bis jetzt nicht Schochet gewesen, übertragen, und dieser spreche durch sein Betragen öffentlich den Sabbat- und Speisegesetzen Hohn. „Wie lange schon unterrichtet dieser Lehrer eure Kinder?" fragten wir sie. — „Sieben Jahre." — „Und in diesen sieben Jahren hat er sich immer so betragen?" — „Immer." — „Ihr seid vollkommen im Rechte, daß Ihr Eure r>i2.->2 nicht von dem Manne schachten lassen wollt, da seine Schcchitah ist, aber warum habt Ihr sieben Jahre lang Eure Kinder von ihm schachten lassen?" — Wohl ist eine ^v'2-Schechitah ein höchst wichtiges Moment

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.