Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 22 (24.10.1860)
- Date
- 1860-10-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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267 des jüdisch-religiösen Lebens, aber die echt-jüdische Erziehung der Kinder erscheint uns mindestens ebenso wichtig. — Nus Westpreußen wird uns berichtet, daß dort Leute existircn, welche sich berechtigt glauben, Schurkenstreiche zu begehen, weil sie dieselben hinterher durch — Thilliwsagen wieder gut wachen konnten. Diese Leute wüsten wahnsinnig sein; aber kauw minder unsinnig erscheint uns die Zuwuilmng, cs zur Hauptaufgabe dieser Blätter zu wachen, solchen durch Nichts begründeten Borurtheilen entgegenzutreten. Wir wollen gern zugeben, daß cs hin und wieder Menschen gibt, die unter dem Scheine der Orthodoxie — Schurken sind, daß aber irgend Jemand glauben sollte, er werde durch die Erfüllung der Pflichten gegen Gott, von denen gegen die Ncbenmenschcn (wie wenn das nicht auch Pflichten gegen Gott waren!*) dispensier, wüsten wir ernstlich bestreiten. Sollte die Ignoranz nichtsdestoweniger irgendwo solch' wahnsinnige Ausgeburten hervorbringcn, so wüsten mir die Hebung dieser Uebelstände der Prwatbelehrnng überlasten. Solch' grobe Ignoranten lesen auch keine Zeitung. — Aus F. wird uns gemeldet, daß am verflossenen Vcrsöbnungstage im dortigen Rcformtempel diejenigen Choristen bester bei Stimme gewesen sein sollen, welche sich vorher durch Frühstück gestärkt hatten, als diejenigen, welche nüchtern sich jenen Anstrengungen unterzogen. Dahin führt die Reform. Kann ein solcher „Gottesdienst" Gott wohlgefällig sein? Freilich kann ein matter Chorgesang die Erbauung nicht fördern, wo, wie in den Neformtempeln, diese von Außen erst bervorgerusen werden soll. Die Choristen wüsten also bei Stimme sein. Sollte der Zweck der von Außen zu erregenden Erbauung, der in den Neformtempeln schon so manches nnjüdische Mittel hat heiligen wüsten, wohl auch dieses heiligen? — . Dr. Ansicbt über üie Orgel in llen Synagogen. In seiner Veurtheilung über ein Werk des Herrn Gerson Levy in Paris, bezüglich der Orgel, äußert; sich Herr Vr. Jost folgendermaßen: „Rach in ein er Ansicht zeigt jeder Gottesdienst eine mißliche Dürftigkeit, wenn man, um Handlungen mehr Feierlichkeit zu verleiben, welche dazu dienen sollen, das Gefühl der Frömmigkeit zu heben, geuothigt ist, zu fremden Söldlingen seine Zuflucht zu nehmen. Der Gedanke, daß der Gchülfe dieser Zel remonie selbst der Gegner der durch den gottesdienst-! lichen Akt ausgedrückten lleberzeugungen ist, stört im höchsten Grade die Sammlung und erniedrigt diese Thätigkeit zu einem einfachen Handwerke. Mit aller Freiheit des Gedankens hat mir das zuerst in Berlin, alsdann in Leipzig und vielleicht noch anderwärts cingeführte theatralische Gepränge, wobei man zur Hebung des jüdischen Gottesdienstes nichtjüdifche Choristen und Organisten gedungen, nie gefallen können. (Arch. Jsr.) Anzeige n. Die Nedaction sieht sich geuötlügt, nm wiederholten Anfragen zu begegnen, nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß eine Anzeige in diesem Blatte keineswegs eine Empfehlung von Seiten der Nedaction einschließt, mag dieselbe nun Bücher, Institute, Restaurationen, Geschäfte, Stellen w. rc. znr Anzeige bringen. In jedem Falle muß das religiöse Verhalten von den Nesleetirendcn selbst geprüft werden. Die löblichen Buckbandlungcn At. Gllinger in Preß- > bürg und Ar. Poppclaner in Berlin, neue FnedriäMraße! Nr. 6l, haben für unser Blatt Agentur übernommen.