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Der Israelit · 1860-10-17 · Heft 21 (17.10.1860) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 21 (17.10.1860)
Date
1860-10-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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-vergeht sich aber in Hinsicht des Unterrichts gegen das soziale, bürgerliche Recht, indem er dem profanen Wissen zu wenig Rechnung trägt. Verträgt sich doch mit s-ix -j-n sehr wohl! Von dem Unterrichte der weiblichen Jugend ist keine Spur! Genug, wenn das Mädchen groß und stark wird, waschen und kochen, scheuern und kehren kann, um je eher an den Mann gebracht werden zu können; und cs finden sich unter dieser Klaffe durchgehendes Frauen, die nicht einmal das Gebet lesen und um wie viel weniger ihren Namen unterzeichnen können. Bei der Klaffe der sogenannten Gebildeten, wo sich so Mancher aus einem echt jüdischen Hause durch Geldmittel zu einem Apostaten emporgeschwnngen, geht es noch weit ärger zu. Der Begüterte, Aristokratischgesinnte entzieht seine Kinder der Volksschule, damit diese mit dem Plebejer nicht iu Berührung kommen. Er nimmt sich einen Hofmeister, ick er-t: Hauslehrer. Dieser, nur aus seinen Chef blickend, nimmt die Gewohnheiten seines Protektors an, und da dieser den hartgetretenen Weg des religiösen Lebens verlassen, bilden beide einen Diftong. Da ist vom hebräischen Unterricht keine Spur; von religiösen Zeremonien kein Gedanke; da wird aus dem Gehirn des Kindes eine Rumpelkammer gemacht, angcpfropst mit verschiedenen Sprachlappen, mit Deklamationen, mit leeren Sophismen, an nichts Wesentlichem fesihaltend: genug, wenn der Knabe deklamiren, tanzen, kniren und kopsverdrehen kann; da wird es eine Wüste und Leere in dem Herzen des Kindes, es schweift in das Leben hinein ohne Eompaß, ohne Richtschnur; sieht sich endlich als Jüngling in die Welt hineingezwängt, von leerem Tand überdrüssig, von alltäglichen Genüssen übersatt, er sucht seinen Gott, er hat aber keinen; er will beten, weiß aber nicht wie; er mochte seine Sünden bereuen, er weiß aber nicht, was ihm zur Sünde ungerechnet wird; und kein Wunder dann, wenn ein solcher, armer Jüngling ohne Herz, ohne Gewissen, ohne Religion, ohne Gott in Laster verfällt, kein religiöser Mensch, kein guter Vater, kein treuer Ehegatte, kein guter Bürger sein kann, wenn er des Lebens satt, dieses überdrüssig von sich wirst und in seiner letzten Lcbensstnnde nicht einmal einen Strohhalm findet, an dem er sich fest anklammern könnte. W. Schönscld. (Hierbei et l Asien. i Syrien. Das „Journal de Const." dementirt die Nachricht von syrischen Juden auferlegten Geldstrafen. — Damaskus, im September. Der besondere - Blick, den der Allherr nach unserer schriftlichen und mündlichen Lehre dem heiligen Boden zuwendet, entgeht sicherlich auch heutzutage keinem Tieferblickenden;! woher käme es doch sonst, daß in unserer, im Abend- . lande leider so glaubensarmen Zeit dennoch dasJn- - tereffe für Palästina nicht nur unverändert ist, sondern zu einer Begeisterung wie nur je sich steigert. , Um so mehr ist die Ausgabe eines Jeden, dem es daran liegt, daß seine mildthätigen Glaubensgenossen für ihre so oft in Anspruch genommene Wohlthätigkeit die beste Wahl treffen, aufrichtig und wahr, ohne Rücksicht und ohne Scheu alles Mögliche hierzu beizutragen. Veranlassung zu dieser Betrachtung gibt mir heute die nur gewordene Nachricht, daß ein von ' vom, Kaiser von Oesterreich die Erlaubnis; erhalten, für den Ausbau der großen Synagoge iu Jerusalem eine außerordentliche Collekte inOester-! reich vorzmrchmen. Es ist dies ein schöner Gnadenakt jenes gütigen Kaisers, für den ihm die gesammte jüdische Nation wie für vieles Andere innigst dankt. - Insofern aber einerseits das unmittelbarste Bedürfniß nach Unterstützung gerade jetzt leider dringender als! je ist, indem Wassermangel, Theuerung, ganz beson- , ders aber die auch für das heilige Land nicht ohne Rückschlag gebliebenen Wirren in Syrien die Noth sebr steigern; andererseits insbesondere das so dringende und zeitgemäße Unternehmen des Baues von Armen- und Pilger-Wohnungen in Jerusalcm noch der schnlichst erwarteten Ausführung bedarf, so muß sich Jeder ernst fragen, ob die Zeit darnach angethau ' sei, gedachten Ausbau gerade jetzt mit außerordent- , lichen Mitteln, die natürlich andern palästinensischen Zwecken entzogen werden, zu fördern. Es ist zu bei denken, daß Hunderte in Noth und Elend darben; daß besonders die aus Oesterreich kommenden Unter- - stütznngsgelder durch die niedrige Währung dieser! Gelder einen so bedeutenden, fast die Hälfte betragenden Abbruch erleiden, daß L'22 nip'2 Alles überragt,! und daß cs mit der Noth und dem Elende leider so weit gekommen, daß Viele wirklich in Gefahr sind. ne Beilage.)

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