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Der Israelit · 1860-10-17 · Heft 21 (17.10.1860) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 21 (17.10.1860)
Date
1860-10-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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251 gegebenen rituellen Vorschriften und Anstandsregeln, wovon ans vielen derselben eine Geist und Herz erwärmende Sprache sich heraussühlen läßt, entnehmen möchten, um so vereint mit den Vorständen der Gemeinden den Gottesdienst aus den Standpunkt des zurück zu führen. Wahrlich, solche Gemeinden werden jede Reform von sich weisen. — Demnach ist meine nnmaaßgebliche Meinung, daß cs unserer religiösen Anschauungsweise ebensosehr Zusagen würde, den Reformen aus die oben von mir angegebene Weise entgegen zu treten, als sie durch eifernde Polemik bekämpfen zu wollen. Salouwn Lohn, Eisenerzgrubenbesitzer. Ans der Provinz Posen. (Schubin,) 2 t. September 5621. Mit der größten Entrüstung haben wir das Referat aus Tilsit vom 7. d. M. in der Zeitung des Judenthums Nr. 36 gelesen. ES ist höchst betrübend, daß es irr Israel so weit gekommen, daß sich Derjenige dem Holme einzelner Abgesallener aussetzt, welcher von der Gleichgiltigkeit zum Eifer für seinen heiligen Glauben zurückkehrt. Der unbekannte nordische Ritter, welcher in sei-- ner blinden Wuih über den großartigen Erfolg Ihres geschätzten Blattes Gift und Galle sprühet, entblödet sich nicht, den „Israeliten" ein Schau dblatt zu nennen und stempelt jene würdigen, israelitischen Männer, die eine mue Lebensader für den heiligen Glauben unserer Väter wachgerusen, zu Verräthcr n. Wenn ein Blatt fähig ist, Glauben und Treue zu wecken, wenn es in der kurzen Zeit seines Bestehens dahin gewirkt hat, Verirrte aus die rechte Bahn zurückzusnhren, io gibt dies hinlänglich Zeugniß von dem großen Wert!,, von der unendlichen Tragweite der so schmählich angegriffenen Zeilschrist. Was übrigens dem Referat die Krone aufsctzt, ist die weise Anmerkung der Redaction der Zeitung des Judenthums, welche ohne Säumen mit ihrem guten Rath, den „Israeliten" nicht zu halten und nicht zu lesen, dem Ritter von der traurigen Gestalt kampflustig zur Seite tritt. Der specnlative Geist des Nedactcurs tritt auch hier leuchtend hervor, indem er Gelegenheit nimmt, einen Eoncurrenten aus gute oder andere Manier loszuwerden. Schließlich wollen wir der verehrten Nedaction besagter Zeitung versichern, daß der „Israelit" bei dem ausgedehnten Leserkreise, dessen er sich in unserer Provinz erfreut, noch Niemandem zur La st geworden; vielmehr sehen wir dem Erscheinen desselben stets mit großer Freude entgegen. Meine jüngste Rüge hat Gottlob dort guten Er-: folg gehabt, daß zwei jüdische Familienväter ihren Kindern das Mnsikmachen an r>22 und u"' streng untersagt haben. ü. Oesterreichischer Kaiserstaat. Beleb, Ende Sevtbr. Beim Wechsel des Monates wurde die hiesige isr. Cnltnsgemeinde sehr schwer heimgesucht. Freitag Nachts um t2 Uhr hat der hiesige Rabbiner Heinrich Kanitzer, der wegen seiner großen Gelehrsamkeit im Talmud und -^-2''- verbunden mit rühmenswerther Humanität und Intelligenz, allgemein hoch geachtet war, und der der Hiesigerl Gemeinde durch 29 Jahre als Muster eines ausgezeichneten Seelsorgers vorgestanden, im Alter von 66 Jahren das Diesseits verlassen, um in einem besseren Jenseits den für das schwere und lange Abmüben in 2-2D 7nn-r verdienten Lohn nun ungetrübt zu genießen. — Am 2. wurden die sterblichen Neste dieses ehrwürdigen Greises unter lautem Wehklagen und Schluchzen der großen, aus der weitesten Umgebung versammelten Menge zur ewigen Ruhestätte gebracht. 6 Rabbiner und 4 von den vielen allwesenden Lomdim hielten während der .->>'22', und nachher, gehaltvolle Leichen- und Lobreden, wobei einige der Gemeinde die Zukunft der Verwittweten ans Herz legten, 212 -2>'2 ->2-.i und diese Ermahnung bewirkte, daß am Anregung mehrerer humanen Mitgliederder Cultusgemeinde noch vor Bestattung des in Gott dahingcschiedencn Seelsorgers dessen Wittwe ein ausreichendes Leibgedinge schriftlich zugesichert wurde. Mögen alle jene Gemeinden, welche die Wittwen ihrer Seelsorger — deren knapv dotirte Eristenz keine Ersparnisse zuläßt — dem traurigen Zusalle der mildtbätigen Fürsorge wohlthätiger Menschen vreisgeben, dieses edle Beispiel beherzigen! Uoth. Debrezin, Ende Aug. Hl. Von den Nebeln und Mißbräuchen, die öden nur kurz und oberflächlich berührt wurden, am die nnterrichtliche Erziehung hinblickend, begegnen wir abermals immerwährenden Disharmonien. — Der wirklich fromme Israelit gibt wohl seinem Knaben eine strengreligiöse Erziehung,

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