Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 21 (17.10.1860)
- Date
- 1860-10-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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263 Ich würde selbst das Bauunternehmen nicht zeitge- > maß nennen, wenn es nicht die Ermöglichung der Wohnungen betreue, deren Zins leider immer unerschwinglicher wird, und die doch für die Existenz so nothwendig wie die Lebensmittel sind. Obgleich nun allerdings nicht zu leugnen, daß es etwas Großes und Schönes ist, in Jerusalem, der heiligen Stadt, ein so großes und schönes r>'2, wie das in Rede > stehende, herzustellcn; so muß man sich doch fragen, muß diese Vollendung gerade jetzt in solch ernster und trauriger Zeit geschehen, und ist dies nicht bei den vielen kleinen Synagogen Jerusalems, in denen der Einzelne wie bisher doch den Gefühlen seines Herzens einen entsprechenden Ausdruck geben kann, diese Angelegenheit mehr eine Frage des wenn auch noch so gerechtfertigten geistigen Vergnügens als des dringenden Bedürfnisses? Ferner, wird das Resultat, das wenigstens 500,000 Piaster verlangt, bei obigen andern Seiten der palästinensischen Spenden erreicht werden? und wenn, was sehr wahrscheinlich ist, nicht, so wird man dennoch die als einziges Motiv angegebene, zu befürchtende Eventualität, daß der bisher ausgeführte Bau durch Elcmcntarcrcignisse vernichtet oder wenigstens beschädigt werden könnte, dennoch nicht adwenden können. Wie viele, viele Jahre geht dieser Bau schon vor sich, so daß eine wunderbar ergiebige Quelle eines selten hochherzigen (Glaubensgenossen in Babylonien, weil auch dieser die Hoffnung ans eine Vollendung dieses Unternehmens aufgab, versiegt ist. Edle Glaubensgenossen in Europa! Der Bau einer Synagoge ist ein sehr sehr löbliches Unternehmen, das ist außer Frage. Bedenket jedoch, wenn Ihr Euch zu bedeutenden Spenden entschließet, daß viele Hunderte darbender Familien Eurer Gaben harren, daß Wohnungsuoth ein vor mehreren Jahren unternommenes Werk, für Arme Wohnungen zu bauen, alle Tage drängender macht. Berücksichtigt auch erstere schöne That; sie möge Euch aber nicht veranlaßen, letztere so hochwichtige Angelegenheit zu schmälern oder zu verkürzen. Der Raum gestattet mir nicht, ausführlich zu sein. Würdet Ihr wie ich in der Nähe des heiligen Landes leben, ich würde wahrlich diesen Artikel nicht zu schreiben brauchen. Der Allgütige segne Euch und alle Eure Brüder mit reichem Besitze und gebe und erhalle Euch ein weites und (Vertage zu 9?ro. reines Herz, unsere Glaubensgenossen in Jerusalem und Palästina überhaupt von ihrer Sorge und täglichen Noth zu befreien. AINerik a. Eapitän Levy, der nun die amerikanische Escadre im Mittelmeer befehligt, ist der erste Jude, der zu einem solchen bommando berufen worden; ihm verdankt man die Abschaffung der Peitsche bei der Flotte', und seitdem hat sich die Disciplin ans derselben gehoben. Feuilleton. ^ur Kclnilfrnge. (Fortsetzung.) 7. <Lcl)rgc§enllände und Hlnndenzaht. In der Elementar-Classe ist die Zahl der Gegenstände und der Stunden gering anzusetzen, um die Kinder nicht unnöthiger Weise zu überladen, auch körperlich nicht allzusehr anzustrengen. Länger als 3 Stunden sollten die Kleinen nicht in der Schule sitzen, wie überhaupt Kinder aus dem Laude nicht länger, als uöthig, dem Hause entzogen werden sollten, dem sie oft unentbehrlich sind. Die Lchrgegcnstände für diese Unterabtheilung sind: 1. Hcbr. Schreiben u. Lesen . . . 3 St. wöch.*) 2. Deutsches Lesen ».Schreiben. . 4 „ „ 3. Rechnen.-1 „ „ Anschauungs-u. Denkübungen . 2 „ „ 5. Religionslehre (bibl. Gesch.) . . 2 „ „ 6. Gesang ..1 „ „ Sa. ... 10 St. wöch. Für die 2. Abthcilung sind folgende Gegenstände auszusetzen: 1. Hebräisch Lesen.1 St. wöch. 2. Deutsches Lesen.. 3**)„ „ Zu übertragen . . 4 St. wöch. 21 des Israelit.)