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Der Israelit · 1860-10-17 · Heft 21 (17.10.1860) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 21 (17.10.1860)
Date
1860-10-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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250 große Geschichte Israels aus dem Volksbervnßtsein verschwinden zn lassen, die Hoffnung der Nation auf die Zukunft zu vernichten und mit Auslassung jeder Erinnerung an Zion das Nationalgefühl zu ersticken.*) Mögen dies die Genieinden bedenken, und sich durch das Beispiel der unsrigen warnen lassen; mögen sie, wo ihre Geistlichen es unterlassen, selbst die Zügel in die Hand nehmen und für den Unterricht ihrer Kinder sorgen, und namentlich auf Kenntniß der hebräischen Sprache und Versiändniß der Gebete dringen; dann haben sie den stärksten Damm gebildet gegen die Fluthen der religionsverbessernden Bestrebungen und den Hochmuth ihrer Urheber. L. )l. Preußen. Köln, 1. Octbr. Die neue Synagoge der hiesigen israelitischen Gemeinde ist nunmehr ihrer Vollendung ganz nabe. Nachdem vorgestern die oberste reich vergoldete Dachspitze fertig geworden, prangt jetzt in einer Höhe von 156 Fuß über dem Fußboden der den neuen Tempel überragende Davidssiern. Mit der Vergoldung der an der prächtigen Kuppel herablausenden Reifen ist begonnen. Tie inneren Malereien sind bereits von der obersten Spitze bis zu den Hanpt-Gurtbogen vollendet. In dieser Synagoge erhält unsere Stadt einen neuen vortrefflich gelungenen monumentalen Prachtbau von großer Schönheit. (K. Z.) Müttstcr, im Octbr. Mehrfache, mit Beziehung auf die in der Ausführung begriffenen Wahlen zum Provinzial-Landtage erhobene Beschwerden, welche die Ausschließung der Juden von Listen der Wählbaren im Stande der Städte betreffen, haben den Ober- Präsidenten der Provinz Vestphalen veranlaßt, neuerdings die k. Landrathsämter in einer Circular-Verfügung auf den allerh. Erlaß vom 23. Mai d. I., die rechtliche Stellung der Juden in den preußischen Staaten betreffend, ln'nzuwcisen, wodurch anerkannt worden ist, daß nach Lage der Gesetzgebung den Juden die Ausübung ständischer Rechte auf Kreis- und Provinzial-Landtagen nicht versagt werden könne, insbesondere dieselben daher bei den jetzt vorzunehmenden Neu- und Ergänzungswahlen nicht auszuschließen seien. (F. I.) Terrnvwltz, Oberschlesien, iiinx Lch^.-.i r>2xri pXL' Op'i .''j7 P-N7N2 ppnnv Geehrter Herr Nedaeteur! Gestatten Sie es mir, einem Laien, der sich seit seiner frühesten Jugend zu der in Ihrem geschätzten Blatte, „der Israelit," vertretenen religiösen Anschauungsweise aus ganzer Seele bekennt, hiermit in Ihrem Blatte meine Ansicht über die von vielen Seiten eingehende Polemik gegen die Mode gewordene Reform des Gottesdienstes niederzulegen. Bisher waren dieselben nur von ncgirender Tendenz, ohne auch unsere Fehler zu bekennen. Ist aber auch unser Gottesdienst in der mit keiner Reform beglückten Synagoge wirklich streng nach den vom -p-pgegebene rituellen und Anstandsregeln, als: 2-2 ,L'2p> -.122 '1 L'22 ,-7^*7 LN 7Z? LPM2 -NN -rdN' ' NX7 P7U' StV?"2"2 N2 NXi nud dergleichen mehrere? — Wir können nur mit einem wahrheitsgetreuen „Nein"*) antworten und bekennen, daß wir uns hierin mit einer gewissen Xonelinl.-lttve hinein gelebt haben. Bei solchen Zuständen ist Lnennicht möglich; der Sinn und die Bedeutung der Gebete und heiligen Handlungen sind verloren; der wahrhaft fromme, gebildete Jude empfindet es schmerzlich, der weniger von den Wahrheiten unserer geheiligten Religion durchdrungene, jedoch sonst gebildete'Jude hascht nach etwas Anderem, modelt nach, was ihm einmal für den Augenblick gefallen; die Masse ergibt sich dessen Einfluß, und fühlt sich für die erste Zeit befriedigt; bald jedoch wird auch dieses zu den Antiquitäten gezählt und zur Stabilität des Gottesdienstes ' 2-^22 gebraucht. — Der Geist der Wahrheit jedoch wird sich zum Siege Hervorarbeiten, wenn unsere Volkslehrer und Rabbiner oft, anstatt der beliebten i Predigten den Text zum Sprechen aus den vom -"0 i Anm. der Ncd. Uns sind jedoch viele strengorthodoxe

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