Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 19-20 (11.10.1860)
- Date
- 1860-10-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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L41 in Substantiv ssL,'v von L/ck mit der Endung js als Deminutivum, Knetschauselchen nach der Form Männchen im Auge von O'--.! Jacob Heinrich Low, Lehrer des hebr. Sprach- ' sachs an der k. k. Musterhauptschule zu! S. a. Uhjely.! - . i Die AmkeinjetLung äe5 neuen Educstam-Zujlclii! zu Konstantinopel. (Arck. Jsrarl.)! Zunächst ein Wort über den Vorgänger dieses hohen Beamten, den Herrn Haim Cohn, Oberrabi biner der Israeliten der Türkei, Jerusalem mit in-! begriffen, der am 30. April d. I. starb. j Sein Leichenbegängniß fand in Ortakeüi, dem! Wohnsitze dieses frommen Mannes, dieses unvergleichi lich gelehrten Talnnldisten, sagt uns unser Corre-! spondcnt, der selbst ein guter Talmudist ist, Statt. Eine ungewöhnlich große Menschenmenge war : Zusammengeströmt, und eüw starke Truppenabtheilung i in Staatsuniform begleitete den Zug.; Herr Jacob Avigdor, ein Gelehrter, der dem ' Verstorbenen nicht Nachsicht, hielt im Tempel zu > Ortakeüi, wo der Sarg zuerst nicdergcstellt wurde, eine Leichenrede, welche alle Anwesenden lebhaft er- : griff. Was wir hier sagen, ist aus einem Briefe vorn 14. Mai entnommen. Wir finden in einem Briefe vom 5. Juni einige Einzelheiten über die Wahl des > obenerwähnten Herrn I. Avigdor als neuen Chacham-Baschi. .. Man sicht, daß in diesem Lande die Stellen > nicht lange unbesetzt bleiben. Herr Avigdor hatte einen Mitbewerber von seltenem Verdienste; aber die Notabelu und die isr. Administration haben ihm den Vorzug eingeraumt, thcils weil der andere schon einen bedeutenden Gehalt von der hohen Pforte bezieht, theils weil Herr . Avigdor mit seinen Lalmudischen Kenntnissen auch die der Sprachen verbindet und ein vortrefflicher Prediger ist. Er kennt die verschiedenen Mundarten . dieser Stadt und besitzt im Türkischen hervorragende Kenntnisse. . i Am 4. Mai fand durch seine Excellenz, den neuen Eroßvezier in eigener Person, seine amtliche Installation bei der Ottomanischeu Pforte Statt. j (Beilage z rr 9?ro. 10 Sie vermutben vielleicht, mein Herr, daß die Dinge dort so gehalten werden, wie in Frankreich? Tausendmal nein! Diese Installation scheint mir so ehrenvoll für den Judaismus im Allgemeinen und für den Näbbinismus insbesondere, daß ich mich beeilen muß, Ihnen einige Details darüber zu geben. Dem Hrn. Avigdor in seinem malerischen, orientalischen Eostume gingen seine Herolde voran; ihm folgten zwölf Rabbiner aus gleiche Weise gekleidet. Alle diese Rabbiner waren zu Pferde und tummelten mit Anstand ihre muntern Rosse. . Der ehrwürdige Herr Eamando, Vanqnier in dieser Stadt, hatte das schönste Pferd aus seinen Ställen für den Chacham-Vaschi geschickt; fünfzig Mann zu Pferde von der kaiserlichen Cavallerie folgten in Staatsuniform dem glänzenden Zuge. Die Menge drängte sich beim Durchzug des Großräbbiners bei seinem langen Wege durch verschiedene Stadtviertel, und besonders zu Stambnl, der Residenz des Großvezicrs, herbei, wie man sich in Frankreich beim Durchzuge eines gekrönten Fürsten herbeidrängt. Kein böswilliges Wort wurde von der Bevölkerung ausgesprochen, was zu Gunsten der Israeliten unserer Stadt viel beweist, lleberall, wo der Zug an einer Hauptwache vorüber kam, präsentirten die Soldaten. Seine Excellenz, Kriprisli-Pascha, der Großvezier, empfing den Herr Avigdor mit ausnehmend großer Leutseligkeit, unterhielt sich lange türkisch mit ihm und richtete die schmeichelhaftesten Worte an ihn, indem er ihm die Insignien des Großrabbinats überreichte. Als der Chacham-Baschi wegging, erwartete ihn ein reich verziertes Pferd, das seiner Excellenz gehörte, im Hofe. Er bestieg dasselbe und kehrte in derselben Ordnung nach Hause zurück, entzückt von dem Wohlwollen und von den besonderen. Auszeichnungen, deren Gegenstand er gewesen war, sowohl von Seiten der hohen Pforte, als auch von Seiten seiner Glaubensgenoffen. Ich darf nicht vergessen hinzuzufügen, daß Herr JecheSkel Habai, der Anordncr aller dieser Zeremonien ist, und daß derselbe durch seinen freien Zutritt bei den Ottomanischeu Behörden von denselben Alles erhält, was cs für die Gemeinde verlangt. <L' 20 des Israelit.)