Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 19-20 (11.10.1860)
- Date
- 1860-10-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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236 Aber Herr Redakteur! Was nöthigt uns zu solcher Nachgiebigkeit? Enthält der 24. V. (3. M. 5) in Onkelos nicht die ganze Tragweite der traditionellen Lehre von rrrn.-r bp L'nrr? Wenn Jemand das ihn: rechtmäßig auferlcgte r?2Ni des anfangs seinerseits geleugneten, falsch abgeschworenen und endlich bereuend zurückerstatteten Kapitals, aus welcher Ursache immer zurückbehalten und schuldig geblieben, dasselbe beim Fordern des Eigentümers *) geleugnet und falsch abgeschworeu, ist diese Rechtssache nicht in mitbegriffen, worauf das Urtheil er^o u'2k-r fällt? Ter Plur. im Text zeigt zwar deutlicher auf die Existenz mehrerer , weshalb Nowo beim Lehren dieser Halacha auf ihn hinweiset (Baba Kama 05 u. 108), aber nichtsdestoweniger ist diese Lehre im Sing, mitbegriffen.**) Herr Zipser würde bester gethan haben, wenn er auf eine Differenz zwischen Onkelos und der Mosora hingewiesen Hütte, und darin steht cs Jedem ja nach seiner Denj kungsart frei einen Fehler in dieser oder in jenem i zu erblicken, cutweder wie cko iro-ni statt j oder statt N'L'2-rn zu lesen. Der > Tradition aber widerspricht Onkelos keinesfalls.***) I Oder soll der Plur. (3. M. 11. 9), nach welchem, wie H. Zipser glaubt, mindestens zwei Flossen zum Kennzeichen der genießbaren Fische nothwendig sind, während der Mischna (c.bu1!n 59) zufolge eine einzige Floße hinlänglich ist, sie zu charakterisiren, dieses uns demütbigcnde (?) Geständniß abnöthigen? Keineswegs. Ter Sing. p'L bedeutet keine ganze Flosse, er bedeutet nur einen einzigen Strahl — vom hebräischen ->Hpi (Psalm 132. 18. Siehe Ozer Hasch.) — oder Gräte. Mehrere Gräten oder *) Laut DaLa M. 48 findet das nur dann Ltatt, entiuw et necLMum et nuc.tor.tnts Lase^164^^ Strahlen, welche eine Flosse bilden, werden auf arabisch mit dem Plur. pL'L Strahlen bezeichnet. Hiermit wird unter pL'2 nicht zwei, sondern nur eine einzige Flosse, nur wie es die Mischna erfordert, verstanden. *) Gelegentlich schreibe ich Ihnen, daß Herr Mecklenburger nicht der Einzige ist, der (4. M. 19. 7.) srm liest. Auch im zu Wien 1818 mit herausgegebenen Pentateuch u. a. m. trifft man diese Leseart an. Im Namen der hiesigen frommen und achtbaren Gemeinde Sie, hochgeehrter Herr Redakteur, grüßend, und ihrem heiligen Unternehmen ein immerwährendes Gedeihen herzlich wünschend verbleibt in höchster Achtung Julius wiener. Holland. Amsterdam, im September, (Privatmittheilung). Zu einer Zeit, in welcher so manche frivole und ärgerliche Miltheilung die Spalten der öffentlichen Plätter füllen, ist es ungemein wohlthuend auch einmal eine recht erquickliche Nachricht mitzutheilen. Wohlthuend und befriedigend muß es gewiß für jeden Israeliten sein, wenn das Verdienst in seinen! Glaubensgenossen und für seine Glaubensgenossen von höchster Seite Anerkennung und Auszeichnung findet. Eine solche Auszeichnung wurde dem Herrn vr. S. I. Mülder Hierselbst, Inspektor der israelitischen Neligionsschulen im Königreiche, zu Theil, dem von j Sr. Maj. dem Könige der Niederlande laut Neser.! v. 6. Sept. c. Nr. 42 der Orden des Nieder-! ländischen Löwen verliehen worden ist. — Durch! ein rastloses Bemühen für die heilige Sache der Ne- > ligion Israels, durch gesegnete literarische Thätigkeit auf diesem Gebiete und besonders durch das Streben! für die ernste Bildung der Jugend und ihrer Lehrer, eine Aufgabe, die in unsrer Zeit der traurigen Spaltung ihre eigenthümlichen und großen Schwierigkeiten hat, hat Herr vr. Mülder sich diese hohe und seltene Auszeichnung mit dem größten Rechte erworben. Besonders aber muß es jedem nieder-