Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 19-20 (11.10.1860)
- Date
- 1860-10-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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23A sein, daß an Sabbat- und Feiertagen trotz der in mehreren Synagogen statthabenden, vielbesuchten Haschkama's, die Synagogen sich dennoch zu rr-om nx'ip beziehungsweise rn-mv r>^>'2dr fast überfüllen, und das rpi? Gebet überall sehr andächtig verrichtet wird. Bemerkenswerth ist, daß bisher noch in keiner der alten Synagogen irgend welcher n-? abgeschafft wurde. Daß es aber hier an religiös wissenschaftlichem Sinne durchaus nicht mangelt, mag Ihnen beweisen, daß nicht nur die synagogalcn und casnalen Vorträge unseres in aller Welt für wahrhaft fromm und tief gelehrt bekannten Predigers, Herrn Pleßner, sehr oft und gern gehört werden, sondern daß auch dessen, seit einer Reihe von Jahren, während der Wintermonate, zweimal wöchentlich, in den späteren Abendstunden gehaltenen Vorlesungen über die Psalmen, die, je länger sie fortgesetzt, desto lehrreicher und interessanter werden, sehr stark, namentlich von dem gebildeteren Theil des Publikums srequentirt sind. Wenn nun Herr B. in Nr. 1t Ihres geschätzten Blattes uns der Gleichgiltigkeit gegen Predigten zeiht, so dürste sich dies wohl nur auf solche beziehen, die durch Gehaltlosigkeit und wandelbare Tendenzen keine Anziehungskraft ausznüben vermögen. — Nicht minder irrt jener Referent in seiner zu streng geführten Klage über ungenügenden Unterricht unserer jüdischen Jugend. Es geschieht auch hierin verhältnismäßig noch sehr viel von unseren mitunter sehr tüchtigen Lehrern, die Gottlob nicht wenig beschäftigt sind. — Genießt auch ein großer Theil unserer Jugend seine wissenschaftliche Ausbildung in nichtjüdischen Anstalten, weil verschiedene Umstände bisher die Erstehung eines solchen Instituts im Schooße der jüdischen Gemeinde verhinderten, so läßt sich doch nicht leugnen, daß es sehr vielen Eltern ernstlich darum zu thnn ist, ihren Kindern auch einen gründlichen Unterricht im Hebräischen erthcilen zu lasten, und wir haben auch wirklich die Freude zu erfahren, daß eine nicht geringe Anzahl ganz junger Knaben recht erfreuliche Resultate, sogar im Talmud, erzielen. Selbst für die Ausbildung der unbemittelten Jugend ist in reichem Maaße Sorge getragen. Es geschieht solcher in den Elementar-Gegenständen in der städtisch-jüdischen Schule, an welcher drei tüchtig geschulte jüdische Lehrer, die vom Magistrate besoldet werden und den ganzen Tag über ihrem wichtigen Amte mit Treue obliegen. Der hebräische Untericht dieser Zöglinge hingegen geht von dem seit Hunderten von Jahren hier bestehenden Talmud - Tora - Verein aus, der unter der gewissenhaften Leitung seines verehelichen Vorstehers, des rühmlichst bekannten großen Talmndisten und thätigen Ehrenmitgliedes im hiesigen Nabbinate, des Herrn Moses Landsberg, in Anbetracht der ihm gestellten, umfangreichen Ansprüche, sehr Großes leistet, und sich der segensreichsten Wirksamkeit zu erfreuen hat. Es ist hier an der Stelle, einer Anstalt, ^2" benannt, zu erwäbnen, die cs, gegenüber den auch! hier sehr rührigen Misstonsbestrebungen, sich zur Auf-! gäbe gestellt bat, arme jüdische Mädchen in den ihnen nöthigen Wissenschaften gründlichen Unterricht geben zu lasten. Allein ungeachtet dieser und der längst! hierorts eristirenden obgedachten jüdischen Elcmentar- Schule ließen dennoch viele Eltern aus der ärmeren Klaffe sich durch Ueberredungskunst der Missionäre dahin vermögen, ihre Kinder in die Missionsschule zu schicken. Gelang es auch öfter, einzelne Knaben und Mädchen derselben wieder zu entreißen, so ward doch dem Nebel nicht abgeholsen, und hatte es leider in letzterer Zeit bedeutend überhand genommen, bis cs endlich doch den ausdauernden ernstlichen und unermüdlichen Bestrebungen der achtungswerthen Herren Vorsteher der beregten Anstalt und insbesondere denen des gottesgelehrten und gottesfürchtigen Mannes, j Graetz, gelungen war, der Missions-Anstalt! kräftig entgegen zu wirken und die jüdische Jugend § derselben beinahe gänzlich zu entziehen.! (Schlich folgt.) Posen, g. September. In Nr. 8 des Israeliten hat Herr I)r. Hildesheimer mit wissenschaftlicher Gründlichkeit die Argumente des Or. Zipser gegen eine - traditionelle Bibelübersetzung, die sich oft aus Onkelos stützen wird, zu widerlegen gesucht. Unter Andern ver-! sucht Hr. Nabb. I)r. Hildesheimer die von i"' , re"? aufgeworfene Frage zu beantworten, warum! Onkelos in dreimaliger Ucbersctznng des '-i) vrnn xb! stets mit übersetzt, da doch nach I talmudischer Auslegung Kochen, Esten und Nutzen , durch die dreimalige Wiederholung angedeutet werden soll. Der seel. Rabbiner Joseph Spiro, mein würdigcr Lehrer, hat diese monirte Schwierigkeit über-! zeugend gehoben. unter 'i) rH