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Der Israelit · 1860-10-11 · Heft 19-20 (11.10.1860) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 19-20 (11.10.1860)
Date
1860-10-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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232 36, 38) in dem Neformheiligthum zu weiden (ek. Jeches 34.-. AuS Oberschlesien, Ende Septbr. Weit entfernt, für oder wider irgend eine Behauptung Ihrer geehrten Correspondenten aus der Provinz Posen, in Nr. 14 und 15 dieses Blattes, in die Schranken zu treten, kann ich nicht umhin, noch einmal an meinen letzten Bericht (Nr. 16 d. Bl.) anzulehnen, und dadurch unwillkürlich auf gewisse Verhältnisse jener Provinz znrückzukommcn. Seit Jahren dem Lehrerstande in Deutschland angehörend, hat eine strenge Beobachtung aller Erscheinungen aus dem Gebiete des jüdischen Schulwesens mich nirgends auf solch' bodenlose Zustände, wie in jener Provinz, geführt. Dort, wo die jüdischen, wie alle andern Schulanstalten, unmittelbar unter dem Schutze der Negierungen stehen, wo der hebräische Unterricht ohne Schwierigkeiten in den Schulen als obligat eingefülut werden kann, wo den jüdischen Schulvorständen trotz aller öffentlichen Schulbehörden das Wahl- resp. Präsentationsrecht ihrer Lehrer ungeschmälert belassen worden ist, dort, sage ich, können leider nur wenige Gemeinden ihre öffentlichen Schulen — jüdische, und ihre Privatanstalten — überhaupt Schulen nennen. Wer uns eines bessern belehren kann, den bitten wir, es im Interesse des jüdischen Schulwesens recht bald zu thun, ehe wir zur Beweisführung übergehen. Für heute möge Folgendes genügen: Drei sehr bedeutende Gemeinden in jener Provinz, K., G. und I., dulden seit Jahren Missionsschulen in ihrer Mitte, deren Einfluß auf daS Judenthum den geehrten Lesern Ihres Blattes sicherlich nicht näher auseinander gesetzt zu werden braucht. Dulden? Doch nein! sie tragen sie; denn bekanntlich werden-, solche Schulen nur von jüdischen Kindern, wenigstens in der Provinz Posen, besucht. In der Gemeinde I. beläuft sich deren Anzahl auf 40 bis 50 beiderlei Geschlechts, darunter 12 bis 14jährige Kinder! Was diese, resp. die betreffenden Eltern ködert, ist, so viel uns faktisch bekannt, Schreibmaterialien und Schulbücher, die den betreffenden Kindern zur freien Verfügung gestellt sind, nicht zu gedenken der freien Lektüre — der Missionsschriften! Wem: ich noch hinzufüge, daß es im Laufe dieses Jahres gelungen ist, in der letztgenannten Gemeinde ein Kind bemittelter Eltern der Missionsschule zu entreißen, es für die dasige durch und durch gediegene jüdische Schule zu gewinnen, und daß eine mit dem letzteren im Beisein des betreffenden Nabbinatsverwesers auf dem Gebiete des Religionsunterrichts, den es natürlich vom Missionslehrer erhalten, angestellte Prüfung zu dem Resultate geführt: 'IX! W rufe ich den Himmel zum Zeugen an, daß ich heute nur im Interesse der heiligen Sache spreche, und darum Ihnen heute, am Eingänge zum Versöhnungstage, mit dem Propheten zurufe:!rc. (Iesaias 58, t.) vielleicht wird es denn doch der heiligen und redlichen Absicht Ihres Blattes gelingen, jene Männer in Israel die Einsicht und Mittel genug besitzen, um einschreiten zn können, aus ihrem Schlafe zn wecken. Was zu thun? möge vorläufig jenen Berufenen überlasten bleiben. (Nach diesen Enthüllungen wahrhast schaudererregender Thatsachen erscheinen uns die Lobeserhebungen, die man in jüngster Zeit den religiösen Zuständen der Provinz Posen hat angedeihen lassen in sehr zweifelhaftem Lichte. Wo man duldet, daß auch nur ein Judenkind eine Missionsschule besucht, da hat der Jndifferentismus eine Höhe erreicht, die unermeßlich ist. Erwachet, Ihr Schläfer, und wenn Ihr Juden sein wollt, so helft vor Allem diesem Uebelstande ab. Die Nedaction.) H-vscn, 26. August. (Fortsetzung aus Nr. 15.) Es sind aber nicht nur das Studium der Gotteslehre und die Beobachtung des Sabbats, die den religiösen Sinn unserer Gemeinde und Provinz kennzeichnen, es bethätigt sich dieser nicht minder in der hier zu Lande so sehr schön, und noch nach dem Herkömmlichen echt jüdischen Ritus, geübten Pflicht des Gottesdienstes. Wie mir bekannt, zählt unsere Gemeinde wohl an zwanzig jüdische Synagogen, — die theilweise der Corporation angehörig, deren größerer Theil aber von einzelnen Vereinen gebildet morden sind — und in allen diesen Gotteshäusern wird täglich Abends und Morgens bei gefülltem Gotteshaufe gebetet. Ja, in dein sogenannten alten Beth Hamidrasch wird allmorgendlich, sowohl im Sommer als. im Winter, und immer bei überfülltem Hause, sogar drei- bis viermal, vollständig Andacht abgehalten— Es mag unserer Gemeinde hierbei auch zum Lobe gesagt

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