Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 19-20 (11.10.1860)
- Date
- 1860-10-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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227L welcher seine Befehle mit Gründen begleitet, räumt zugleich Gegengründcn eine Berechtigung ein, und damit wird das Berhältniß zum Zöglinge verschoben. Dieser betritt das Feld der Unterhandeln- ' gen und stellt sich dem Erzieher gleich; mit solcher Gleichheit verträgt sich aber keineswegs die Ehrfurcht,! ohne welche keine Erziehung gedeihen kann." — Größeren, bereits gut erzogenen und verständigen - Kindern jedoch können nicht nur, sondern sollen sogar oft nach Zeit und Verhältnissen die Ursachen der elterlichen Befehle mitgetbeilt werden; denn von weisen Eltern setzt man ja voraus, daß sie in Liebe und in der besten Absicht gebieten werden und sonach keine Zwangsmittel zur Vollstreckung ihrer Befehle anzuwenden haben, weil dort, wo die Vernunft sich der rohen, lieblosen Willkür unterwerfen muß, schon ein Zwang herrscht, der allen wahren Gehorsam ganz und gar aushebt, den malchinenweise Gehorchenden sittlich zerrüttet, ihn nur zum blinden Werkzeug umschaffet; aber dem Befehlen und Gehorchen muß immer die Liebe zu Grunde liegen, denn, wo cs an Liebe gebricht, da ist auch kein kindlicher Gehorsam mehr denkbar, und nur Liebe erzeugt wieder Gegenliebe und in allen Fallen den willigsten Gehorsam. Alles, was uns in Liebe befohlen wird, verrichten wir wieder in Liebe gerne, und nur was in Liebe wirkt, hat guten Fortgang, erbält Gottes Segen und wird stets mit bestem Erfolge gekrönt. „Haß erregt Zank; aber alle Vergehungen decket die Liebe." (Spr. Salomo 10, i2.) (Forts, folgt.) Orlkollori.-;r. MtlnnjM. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: W. H. Michaels in Lüneburg 15 fl. C. H. Bing in Amsterdam 25 fl. Durch Rabbiner Weiß köpf in Wallerstein in Folge einer Predigt: erste Sendung K. N. in Wallerstein 5 fl. S. W. daselbst 5 fl. Frau Elara Wassermann daselbst 1 fl. 45 kr. Frau Regina Redelsheimer daselbst 1 fl. 40 kr.; zusammen 13 fl. 25 kr. Samuel Kadelberger in Kaposvar 50 fl. öst. W. (Sämmtliche Spenden von Kaposvar sind durch Vermittlung des Rabbiners Sal. Knttna daselbst eingegangen.) Frau Clara Bondi aus Mainz 5 fl. Schwabach ans Sondershausen 1 fl. 45 kr. P. A. C. in F. 175 fl. N. N. in F. 100 st. Gesammtsumme 4284 fl. 21 kr. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Baden. Die in öffentlichen Blättern zur Sprache gebrachten Gegenstände müssen eben so weit von böswilliger Gehässigkeit, als von Schmeichelei und selbstgenügender Ungründlicbkeit entfernt sein, wenn anders der Zweck der Veröffentlichung — Belehrung und Abbilfe gerügter Uebelstände — erreicht werden soll. Erlauben Sie mir, geeintester Herr Redaetenr, einige Angaben des als Berichtigung geltenden Artikels in Nro. l4 Ihres geschützten Blattes „Ans Baden" datirt, wiederum zu berichtigen. Einsender besagten Artikels sieht die Verhältnisse der badischen Lehrer in rosensarbigem Lichte; die meisten meiner College« jedoch, ich weiß nicht ob Herr M. dem Lehrerstande augehört, sind nicht seiner Ansicht; sie sind durch die Lebenserfahrungen in ihren Hoffnungen bitter getäuscht; d nn obschon das 212'? beim jüdischen Lehrer nicht auf diesseitigen Lohn zu beziehen ist, so kann doch anderseits das 2712 ''NI DN'X angewendet werden. Einsender Dieses beklagt jene Lehrer, die durch die Umstände gezwungen sind, durch irgend ein Ncbengeschüft ihre Familie zu ernähren. Dieselben aber im Allgemeinen darob der Pslichtvergeffenheik zn beschuldigen, ist eine übertriebene Gewissenhaftigkeit. Wer Familie hat, der weiß cs', daß es bei den immer steigenden Preisen der Lebensmittel unmöglich ist, mit 400—500 fl. auszukommen; und wie viele Lehrer haben wir, deren Gehalt keine 300 fl. oder doch nur wenig darüber beträgt! Die Aufbesserung der niedersten Klaffe war daher eine durch die Zeitumstände nothwendig geworden; oder sollte der Gehalt des Lehrers allein ans dem rgattw gno bleiben?! — T^r,-. 7N151 Die Nebeneinkünste sind nicht so sehr groß und werden dieselben ans dem Lande durch erleichterte Uebernedelung in größere Städte immer schmäler. Ohne dem geistlichen Vorstände unseres Hoch-