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Der Israelit · 1860-10-11 · Heft 19-20 (11.10.1860) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 19-20 (11.10.1860)
Date
1860-10-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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226 Mitglieder entfremdet hat, die ihm heute als die , treuesten Kämpfer Zur Seite stehen würden. Das j Einzige, was in nuferer Zeit und in allen Zeiten > fruchtbringend ist und fein kann, ist die eisernste Eonsequenz- Freilich sind wir Me nur Menschen und dcßhalb sollen wir einer Ziuonsequenz halber nicht uerurtheilen, verstoßen und zersplittern. Wir fordern daher unsre Freunde und Gesinnungs- > genossen in Berlin auf, der vergangenen Zerwürf- , niste nicht mehr zu gedenken und in der Gegenwart dasjenige Verfahren einzuschlagen, das zur Wahrung , unserer heiligsten Interesse das geeignetste ist. Gin ernste«; Morl über die sittliche und religiöse Erziehung der Jugend im Elternhause! Salomon Äohn, ' (Fortsetzung aus Nro. 8.) Wir wollen unsern freundlichen Lesern für diesmal die Auseinandersetzung unseres ersten Punktes in gedrängter Kürze darstellen. l. ichü x"->) ^'U's-.-ch 212 7>^„ „Siehe! Gehorsam ist bester denn Opfer; Achthaben gefälliger, denn das Fett der Widder." (Sam. I. 15, 22.) Diesen göttlichen und höchst weisen Spruch mögen Eltern, welche gute und gesittete Kinder haben wollen, stets beherzigen und sonach alles anwenden, um bei ihren Kindern einen treuen und unbedingten Gehorsam zu erzielen. Ich kenne nichts Widrigeres und zugleich mehr Unnatürliches, als wenn oft Väter und Mütter mit ihren eigenen Kindern immerwährend in Spaltungen und Zerwürfnissen leben, und wo sie anstatt der Erfüllung ihrer elterlichen Befehle nur ein halsstarriges Trotzen und Murren von Seiten der Kinder wahrnehmen müssen, so daß all ihr Strafen, Ermahnen, Schreien, endlich auch Schmeicheln und Liebkosen nur diese traurige Folge brachte, daß gerade dasjenige nur vollzogen wurde, was ihrem Willen zuwider war und ist! Wie sehr beklagenswert!) ist cs doch, wenn das Ansehen der Eltern schon bei ihren kleinen unmündigen Kindern so weit gesunken ist, daß ihre Winke ohne Begleitung des Zuchtstockes gar keine Beachtung mehr finden! Was kann aus solchen Zöglingen einst werden? und was ist die Gesellschaft berechtiget von Kindern, die eine derartige Erziehung genießen, mehr zu erwarten, als Menschen, die auch später kein anderes Gesetz als das ihrige, k-inen andern Nach als den ihrigtN geltend zu macken beflissen sein und aller Welt mit ihrem starren Eigensinn nur zur Last und zum Ueberdruste leben werden? — 'Wollt ihr also, Eltern, eure Kinder zu brauchbaren, woblgelittenen Menschen erziehen, so schalst in ihnen zuvörderst ein Herz für Gefügigkeit und Folgsamkeit, entwickelt schon unzarten Kinde einen willigen, gehorsamen Sinn, aus daß auch späterbin alle eure elterlichen Befehle in Liebe und ohne Verzug von ihm vollzogen werden. Eltern gehen hier am sichersten, so sie stets in jeder Hinsicht den Willen ihrer Kinder dein ihrigen unterordncn und so sie bei allen ihren Befehlen sich conseguent bleiben, wie auch auf die Vollziehung derselben dringen, ohne sich durch das Bitten und Weinen ihrer Lieblinge anders bestimmen zu lasten. — Sie sind auch nie gehalten, zumal bei jüngern Kindern, erlheilten Befehlen das Warum und Wcßhalb beizufügen und den Kindern Beweise für die nöthige Erfüllung derselben zu geben. Sehr treffend sagt hierüber ein ausgezeichneter Schulmann der neuesten Zeit: „Wie wir im hingebe.'.den Glauben an die höhere Weisheit und unergründliche Liebe Gottes handeln sollen, so soll das Kind im Glauben an die Weisheit der Eltern und Lehrer sein Thun unterordinn und hierin eine Vorschule zum Gehorsam gegen den himmlischen Vater finden. 'Wer dies Verhältnis; ändert, der setzt freventlich an die Stelle des Glaubens den klügelnden Zweifel und verkennet zugleich die Kindesnatur, welcher der Glaube Bedürfnis ist. — Werden Gründe mitgetheilt, so weiß ich überhaupt nicht, wie wir noch von Gehorsam sprechen können. Wir wollen durch solche Ueberzeugung herbeiführen, und das Kind, welches endlich diese gewonnen hat, gehorcht nicht uns, sondern eben nur diesen Gründen; an die Stelle der Ehrfurcht gegen eine höhere Intelligenz tritt die selbstgefällige Unterordnung unter die eigene Einsicht. Der Erzieher,

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