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Der Israelit · 1860-09-27 · Heft 18 (27.9.1860) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 18 (27.9.1860)
Date
1860-09-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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216 Die Wissenschaft, welche im siegreichen Voranschreiten stets eingedenk bleibt ihrer Grenzen, sie ist in Wahrheit — was sie der Dichter nennt — des Menschen allerhöchste Kraft! OrtkoäoX-Lsr. MelsnjM. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: In Folge einer Predigt des Rabbiners Schwarz in Hürben gesammelt 150 fl. C. W. Pappenheim in Preßburg 18 Ducaten — 99 fl. rh. PH. Bettel heim daselbst 18 Ducaten — 99 fl. rh. Sam. Pappen heim daselbst 9 Ducaten — 49 fl. 30 kr. rh. H. B. in Mainz am 2. Neujahrstage beim Aufrufen zur Thora 5 fl. M. H. Deutsch in Kaposvar 30 fl. öst. W. I. Marcus daselbst 20 fl. öst. W. Leopold Goldner in Gr. Tapolcsan 10 fl. öst. W. Durch Rabbiner Lieberles von Abrah. Rothschild in Breiten 5 fl. Durch H. Klein in Bamberg: von ihm selbst 15 fl., Lemlein daselbst 10 fl., Rosenfeld er daselbst 5 fl.; zusammen 30 fl. Gesammtsumme 3899 fl. 11 kr. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Mainz, am Fasttage Gedaljah. Es ist eine ernste Zeit, in der wir uns befinden, doppelt und dreifach ernst: große, weltgeschichtliche Ereignisse bewegen den Erdtheil, und die Zwischenzeit zwischen Neujahrsfest und Versöhnungstag mahnt den Juden an Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Der heutige Fasttag erinnert uns an jene trübe Zeit der Auflösung unsrer Nation, der heutige Bußtag fordert uns auf zu unsres Lebens Betrachtung, noch tönt der Schofarton von gestern in unser Ohr und vorwärts gerichtet schauen wir schon im Geiste das lichte deren Religionen. Ein blindes Fürwahrhalten wird natürlich innerhalb einer Religion nicht gefordert, deren Wahrheiten durch solche weltgeschichtliche Ereignisse begründet worden, daß die Wirklichkeit derselben nicht angezweifelt werden kann. Siehe namentlich den Anfang des Buches Cusari und die Vorrede zum Chtnuch. Die Redaction. Bild hes Versöhnungstages. Wenn diese unsre Worte vor das Auge des Lesers treten werden, so lächelt ihm schon das freundliche Laubhüttenfest entgegen; wir wollen daher nicht verweilen bei den ernsten Gedanken, welche die Gegenwart in uns erweckt, um diese dem Leser nutzbar zu machen, sondern wir wollen uns selbst zur Rechenschaft ziehen, wollen vor den Richterstuhl des eignen Gewissens hintreten, um unser eignes Thun und Treiben vor uns selbst, vor der Welt, vor Gott zu prüfen und zu rechtfertigen, wie ja diese heilige Zeit es von Jeglichem fordert. Man hat uns schwere Vorwürfe gemacht, man zeiht uns der Niederträchtigkeit, man schmäht uns Verräther im eignen Lager, man wirft uns vor, daß wir jedes Sittengesetz der h. Schrift, wie „Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider Deinen Nächsten", Du sollst nicht lügen," Du sollst nicht als Verleumder unter deinem Volke umhergehn" rc. rc. mit Füßen treten, daß wir der Ruin unsrer und aller Religion seien! Du staunst lieber Leser! Du, der Du unser „Schandblatt" (mo!) seit seinem Entstehen mit Aufmerksamkeit verfolgst, Du hast sicherlich klar und deutlich das Ziel erfaßt, das wir erstreben, und die Mittel, deren wir uns dabei bedienen: sprich, hast Du von allem Dem auch nur das Geringste wahrgenommen! doch Du wirst ungeduldig und fragst, wer ist dieser „man," wer ist so wahnsinnig oder so schlecht, solche Beschuldigungen zu häufen! ein einziges Wort löst dir alle Räthsel, es ist Philippson, Philippson, der nach solchen Auslassungen gegen uns es noch wagt uns vorzuwerfen, daß wir jeden Anstand, jeden Takt, jede Bildung verleugnen! nicht wahr, lieber Leser, Du wunderst dich nicht mehr, Du verlangst auch nun nicht mehr, daß wir uns prüfen und — rechtfertigen, daß wir am kommenden Versöhnungstage diese uns vorgeworfenen Sünden bereuen sollen! Du hast Recht; denn ebenso stolz, wie wir auf den Beifall und die Zustimmung der Edelsten nnsres Volkes sind, die uns G. s. D. in reichem Maaße zu Theil werden, so stolz sind wir auf die Schmähungen aus der giftgefüllten Feder Philippsons. Wir nehmen diese Schmähungen als ein günstiges, erfreuliches Zeichen auf, wir erkennen sie an, als die Ausbrüche blinder, ohnmächtiger Wuth — einer gefallenen Größe. PH. ist schon sr> weit gekommen, daß,

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