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Der Israelit · 1860-09-20 · Heft 17 (20.9.1860) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 17 (20.9.1860)
Date
1860-09-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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209 '-menschenfreundlichen Werken empfiehlt, besonderen religiösen Vorschriften begegnen. - Um die religiöse Richtung der Eltern und Versorger der bereits über L00 inscribirten Mädchen erkennen zu lassen, genügt die Anführung eines einzigen Paragraphen, den einige Mitglieder vorschlugen, und Alle bereitwillig genehmigten. Dieser § macht die Braut, welche eine bloße Civil- oder gar eine Mischehe eingehen sollte, aller Ansprüche auf pecuniäre Veihülfe aus der Vereinskasse verlustig, und fordert zur Sicherheit, daß nicht ein neuer Landrabbiner oder Tempelprediger einen Ehemann, dessen Gattür etwa in Amerika lebt, mit einem dieser Mädchen copulire, — denn wer einen ausdrücklichen i"2 rirnv m'rn -non für die gesetzwidrig Vereinten nicht fürchtet, scheut einer: cnn um so weniger, — einen Nachweis, daß der pmip "viv durch eine im rechtgläubigen Judenthum anerkannte Autorität, daher gewiß nicht gegen .iwO rm vorgenommen wurde. — Wenn der Verein auch wohl fühlt, daß durch diese Vorsicht noch bei wehem nicht alle Wege zur Sünde versperrt sind, so hat er doch das frohe Bewußtsein, soweit seine Gewalt reicht, der Widergesetzlichkeit vorgebeugt zu haben. Preußen. Neuenbürg, 26. August. Ew. Hochwürden haben in Nro. 2 Ihres geschätzten Blattes die Gemeinden Preußens zum Beitritt zu einer Petition in einer für uns Israeliten hochwichtigen Angelegenheit, nämlich um Verlegung des Wochenmarktes vom Samstag (Sonnabend) auf einen andern Tag in der Woche, aufgefordert. Indem wir uns zu der qu. Petition hiedurch bereit erklären, hoffen wir und unsrer Nachbarstädte, daß die Staatsregierung seit Emanation der Verfassungs-Urkunde in Bezug auf das Wohl der Staatsbürger, zu den wir unbedenklich gehören, dieses Gesuch umsomehr berücksichtigen wird, da in sehr vielen Städten Preußens (preuß. Stargard, Lobsens, Exin, Wirsitz, Behrent u. v. A.) die Wochenmärkte an Dienstag und Freitag abgehalten werden. Daß durch solche Verlegung ein bedeutender materieller Vortheck des gesammten Publikums den qu. Städten durch Geschäft und Handel erwachsen würden und daß endlich der Israelit die (Beilage zu Nro. Feier seines Sabbats nicht zu entweihen in Versuchung käme, unterliegt keinen Zweifel. Indem wir schließlich wünschen, daß der Gott unserer Väter Ihr Thun segnen möge, Zeichnet sich mit aller Hochachtung Ew. Hochwürden ergebenster israel. Synagogen-Vorstand zu Neuenburg in Pr.: Merten, Meyer. (Folgen die Unterschriften.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Mähren gehen uns verschiedene Berichte zu, die gegen den Correspondenten 8. von Lomnitz in Nro. 13. d. Z. eifern und dessen Charakter aufs Heftigste angreifen. Die Nedaction hat bereits in Nro. 13 genannte Correspondenz als zu herbe bezeichn^ Wiewohl wir den 8. Correspondenten nicht persönlich kennen, so ist er uns doch von so würdiger Hand empfohlen, daß wir unmöglich Verdächtigungen seines Characters wiedergeben können. Wir heben jedoch aus den obenerwähnten Correspondenzen herm , daß der religiöse Zustand unsrer Glaubensgenoffen in Mähren durchaus nicht so traurig sei, wie er in Nro. 13 geschildert wurde, daß namentlich die überwältigend große Mehrzahl der mährischen Rabbinen der Lomnitzer Schilderung durchaus nicht entspreche, daß ferner einzig in Brünn eine Orgel in der Synagoge existire, wo jedoch der Cantor nicht zugleich Schochet sei. Wir ergr fen diese Gelegenheit, unsre geehrten Herren Correspondenten dringend zu bitten, sich gefälligst aller outrirten Schilderungen zn enthalten. Unser Blatt wird, soviel an uns liegt, sich stets bemühen, nur strenge, stricte Wahrheit zu geben; diese ist leider oft traurig genug und bedarf sicherlich keiner übertreibenden Ausschmückungen, um mit Kummer zu erfüllen. Jede Abweichung von ihr kann oer guten Sache nur schaden. Das Siegel Gottes ist die Wahrheit! — Preßburg, im Elul. An der hiesigen Nabbinerschule studiren gegenwärtig gegen 300 junge Leute, die unter der Leitung des Herrn Oberrabbiners mit Ernst und Eifer den talmudischen Studien obliegen und sich zugleich mit den profanen Wissenschaften beschäftigen. In Ungarn , allein fungiren augenblicklich circa 100 Nabbinen, die der Preßburger Nabbinerschule ihre Ausbildung verdanken. Viele 17 -es Israelit.)

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