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Der Israelit · 1860-09-12 · Heft 16 (12.9.1860) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 16 (12.9.1860)
Date
1860-09-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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194 waren alle drei plötzlich verschwunden. Man kann sich die Bestürzung der Eltern und Lehrherren denken, die in dem Bewußtsein, keine Veranlassung zu irgend einem bösen Streiche gegeben zu haben, nur annehmen konnten, es sei den .mindern ein Unglück zugestoßcn. Bald sollten sie jedoch eines Andern belehrt werden. Der Umgang mit dein Missionär wurde alsbald verrathen und — der Schluß lag nicht sc nie. Dre nun angestellten Erkundigungen er gaben: I. habe die Kinder ans eigenem Wagen mit sich nach Tarnowitz geführt und diese dort, mit Empfehlungen versehen, zur Weiterreise nach Berlin am Vahnhose vollständig ausgcstattet. Aach alUn Leiten hin sind inzwischen auf telegraphischem Wege Anfragen ergangen, nirgends aber erfolgte noch eine befriedigende Antwort; nur die löbliche und beruhigende Versicherung der Berliner Polizeibehörde, event. bei Ankunft der Knaben für deren Sicherheit und Zurückbeförderung Sorge zu tragen, vermochte einstweilen die Thränen der tief betrübten Angehörigen zu trocknen. Bald eilte der Vater des einen Knaben, dem einzigen Lohne nach und erfuhr zur großen Fi ende, „daß die Kinder schon in Brieg in Sicherheit gebracht worden Und". Von dort aus wurden sie auch der Heimath zugesührt. — Wir enthalten uns hierbei jeder Bemerkung und gehen zu folgender Betrachtung über: Daß „die Lchule die erste und einzige Pflanzstätte ist, wo eine kräftige, religiöse und staatliche Entfaltung ihre Wurzeln schlagen soll und muß, unterliegt wohl keinem Zweifel. Daher auch der hohe Schutz, die Pflege und Sorgfalt, welche im Allgemeinen seitens des Staates den öffentlichen Schulen zugewendet werden. Wenn wir uns aber selbst das teiUnrnnüuin pnup^l-trttir; ausstelleu müssen, daß das jüdische Schulwesen, so nuit es nicht in das allgemeine öffentliche Fach einschlägt, noch jeder pädagogischen Basis entbehrt; wenn jeder jüdische Schulmann zu seiuem Bedauern mit Ihnen in Nro. 12 d. Z. übereiustimmen muß, „daß heutzutage fast überall Bibeln mit Ucbcrseyung Noth thnn": so darf uns in der That keine Abnormität ans dem Gebiete des Iudcnthums befremden. Man besuche nur die. meisten sogenannten jüdischen Neligwnsschulen, mache sich mit deren religiösem Geiste nur einigermaßen vertraut, und man wird wahrlich ausruscu müssen: '^> Damm s)lk1 "2^! Fahren Sie nur getrost auf der betretenen. Bahn fort! Die Anerkennung und Würdigung, welche Sie zcirber der Schulfrage in Ihrem Blatte zw Theil werden lassen, die glückliche Idee einer Bibelanstalt auf dem Gebiete des traditionellen Indent hum s dürften die sichersten Vorboten jener Zeit sein, wo des Propheten große Verheißung L"!!? ttV :c. (Iesai. 2V, 22 ff.) in Erfüllung gehen wird. — Eines gestatten Sie uns zu erwähn^ n, daß, wenn auch der Kenntniß der mündlichen r-.bre, wie das unerläßlich, Rechnung getragen werden ''oll, Ihr Institut gleich in erster Zeit auch für die Herausgabe des Pentateuchs, mit zu. sorgen Kälte. Wir zweifeln keinen Augenblick, daß Lre din'er unserer Ansicht beipstichten werden und bchalreu uns vor, nächstens auf die Methodik des hebräiickeu Unterrichtes zurückzukommen. r. «Die Aedaenon erkennt vollkommen die AothwendigUit einer wohlfeilen Penlatenchansgabe mit der Ncvchi-Erklärung an; ebenso die Ermöglichung einer billigen Beschaffung andrer jüdischen Schulbücher, wie das bereits von verschiedenen Seiten in. Anregung gebracht worden. An unierm Willen wird es nicht sUsien und die Spfcrwilligkeit unsrer werthen Glaube s- und Gesinnungsgenossen wird, so hoffen wir zu Gott, auch das Schwerste ermöglichen. —) Breslau, 2. September. Wir sind von Hrn. imudes-rabbiner Ti kt in zu folgender Mitthciluug ermächtigt: Als vor einigen Jahren das Project der Pb.'scben Bibelanstalt auftanchte, glaubte Herr Landesrabbiner T. von zwei Uebeln das kleinste wühlen , zu müff.n und hat deßhalb, die Ph.'sche Bibel der , Missionslibel vorziehend, die Sammlung für die crstcre in feiner Gemeinde gestattet. Durch den Protest der orthodoxen Nabbinen ans das Destrnctive > des- Pb.''chen Unternehmens aufmerksam gemacht, hat , er, nur nicht inconsegnent zu erscheinen, sich dennoch diesem Proteste nicht anschließen können. Herr Landesrabbincr T. wird sich nunmehr eifrig für die orthodoxe Bibelanstalt bemühen, um so deutlich und klar seine Zustimmung zu dem Proteste gegen PH. an den Tag zu legen. ....i. Breslau, 2. Sept. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß sich feit kurzer Zeit in allen jüdischen Kreisen ein lebhaftes Interesse für unser ursprüngliches Vaterland und für alle unsre dort domiciliren-.

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