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Der Israelit · 1860-09-05 · Heft 15 (5.9.1860) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 15 (5.9.1860)
Date
1860-09-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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185 spiel in Rußland. Der Thronfolger. > zeigte sichtliche; Rührung, al^.die ganze Gemeinde ihni. - das „Geseg-.; net seither da kom mtentgegegenrief- und bat hier-, auf, man möge, .seines Anwesenheit nicht weiter beachten und den Gottesdienst ^.ungestört seinen Fortgang nehmen^, lassen. Ein fremder, gerade anwesender Prediger sprach das.Gebet, für den Kaiser und? die kaiserliche ,Familie deren anwesende Mitglieder er besonders segnete. Man will die kindliche Freude des jungen Großfürsten N icolai vorzüglich . wahrgenommen haben. ..Alle hohen Herrschaften. blieben bis zum Schluß anwesend. Der Graf St.roganoff äußerte.nachmals gegen den Vorsteher sich sehr zufrieden mit der , durchweg .erbaulichen. FeieMchkeit. Er sagte unter Anderm, ein eigen es ,Gefühl habe sich .- seiner bei der Betrachtung bemeistert, daß ein so lange niedergedrücktes Volk immer mit ^Muth an seinemalten Brauche festhält und sich mühsam emporäbeiteb Auch sonst hat man Grund zu hoffen / daß die Regierung, wie bereits in Riga, fernern Verbesserungen, des' politischen Zustandes der Juden sich gewogen zeigen werde. " . . ri-« 't-o'- AüMelir.*) (Aus dem Leben.) Wer mag der Jüngling sein, der dort inmitten Der heiligen Versammlung betend steht? Nicht pflegt er sonst die Synagoge aufzusuchen, Denn seltep er die Stätte nur betritt. Doch heute scheint's ihn wunderbar zu fesseln!. Vor Anbeginn der festgesetzten Stunde War er erschienen; tiefe Andacht malt Auf seinem bleichen, blassen Antlitz sich, Und eine stille Thräne netzt das Auge. Die kindlich fromme Pflicht hat ihn hierhergeführt: Es ist der Todestag der theuren Mutter, Den heute er so wehmuthsvoll begeht. — Schon ist der Gottesdienst geendet. Laut Den Todten wird das Schlußgebet geweiht. Mittheilung: „Aus dem -Leben" entschuldigt. (Beilage zu Nro. Inbrünstig stimmet -er die Worte an Und will M ernst, unh still zum Gehen schicken; Doch sieht er Me.noch im Heiligthume weilen- Und forschend schweift sein Blick nach der Gemeine, Schweiftnach des Heiligthumes -Lusgang hin. Bald wird's ihm klar, was hier sich vorbereitet: . Ein Kn ab le in Ms, entspössen Juda's Stamme, , Das seit acht Tagen erst da^ Licht der Welt erblickt, Aufnahme soll es finden ist den heil'geu Bllnd.. . Geöffnet wird die - Thür; der Knabe nabt. „Boruch habbo!" „Gesegnet fei, der kommt!" So schallt's aus Jedes' Dtunde ihm entgegen. Und Alle sind gMhr't' und fühlen sich gehoben, Und Alle nehmen Antheil an des Vaters Freude. Ein neues Glied soll in den Bund jetzt treten, Ein Träger einst des göttlichen Gesetzes/ Die große, heil'ge Seirdüng' auszüführen; Den hohen,- heiligen Beruf erfüllend, Zu welchem-Jüda^s Söhne sind erkoren! In dichten,.Gruppen,.drängen -Alle: sich Theilnehmend hin. um Rapchael, den Knaben, Ein hehres Bfld., W^AMrlamNes. Jizch a k. Der Gott mit fromnlev Hingeblurg sich weihte. Und" Ertönt der Segensspruch des frommen Maimes, Der mir Geschick und Freudigkeit den Act vollzieht. Dann wenden sich die Blicke auf den Vater, Der laut mit überströmendem Gefühle Dem Ew'gen dankt; der würdig ihn erachtet, Dies heilige Gesetz jetzt auszuüben. Da rufet laut und segnend die Gemeinde: „Der in den Bund den Knaben ließ einführen, „Er möge hin zur Thora ihn geleiten „Er wolle seines Hauses Glück bereiten, „Sein Leben mögen gute Thaten zieren!" Ein „Amen" tönet noch von allen Lippen, Und „Amen!" hallt's in jedem Busen nach. Und Alle, die zugegen, wünschen Heil und Glück Dem Vater Raphaels und auch dem frommen Mann. Der Säugling, von der Wärterin empfangen, Der Mutter wird, der harrenden, er zugetragen. Ergriffen von dem Anblick steht der Jüngling, Als wäl?s ihm neu, was er gehört, gesehen;' 13 des Israeli t.)

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