Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1860-09-05 · Heft 15 (5.9.1860) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 15 (5.9.1860)
Date
1860-09-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2446952-2446968--00199-2455362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

179 sich nach *** wenden und mit größter Spannung auf die Ergebnisse meines Wirkens blicken. Sie sehen, verehrter Freund, daß ich die Aufgabe, die Sie mir bieten, mir nicht gering vorstelle und daß ich an deren Erfüllung die schönste Hoffnung knüpfe, — allein andrerseits wiederum beengen bange Zweifel mein Herz. Wie würde ich von meinen Glaubensgenossen ausgenommen werden? Würden sie dem Fremden, dem Deutschen nicht ein gerechtes Mißtrauen entgegentragen, das zu besiegen vielleicht meine beste Kraft scheitern, durch welches jedes edle Streben erfolglos werden würde? Wird man nicht Anstoß nehmen an vielen Dingen, die ganz unverfänglich sind und doch den Fremden in ein falsches Licht stellen können? Wird doch meine Sprache kaum verständlich, mein Jdeekreis fast unzugänglich sein der größten Menge meiner dortigen Glaubensbrüder! Und darf ich mein Vaterland verlassen, in dem ich unter göttlichem Beistände so rüstig kämpfe für Wahrheit und' Recht, seitdem ich das Glück habe, Wahrheit und Recht zu erkennen! Darf ich die Zahl der Wenigen, welche einstehen für unsre heilige Religion, durch mein Fortziehen in die weite Ferne verringern? O, Sie wissen nicht, wie schwer ein es ernst und treu meinender Jude in einem Lande wiegt, in< welchem es deren gerade unter den Rabbinen leider nur wenige gibt. — Sie werden nur beistimmen, geehrter Freund, daß ich meinen Entschluß nicht zu fassen vermag, bevor ich von Ihnen in Bezug auf die oben angeregten Fragen beruhigt worden bin, und so sehe ich Ihrer geschätzten Antwort entgegen, indem ich Sie meiner vorzüglichsten Hochachtung versichere, und Sie um freundlichen Gruß an all die lieben Ihrigen bitte, zugleich die herzlichsten Empfehlungen von Seiten meiner lieben Familie beifügend. — Gebe der Allgütige Ihnen und mir, sowie allen Denen, deren Herz warm schlägt für die heilige Religion unsrer Väter, Kraft und Gelegenheit, viel Gutes zu wirken, damit wir das Unsrige beizutragen vermögen zur Annäherung jener Zeit, von der der Prophet verheißt: ' „Und es wird voll werden die Erde von Erkenntnis wie die Wasser das Meer bedecken." Ortkoäax-isr. MelsnMlt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und Hebräisch-deutscher Bibeln: Bondi L Lob in Mainz 50 fl. rh. Adolph Latzko in Pesth 60 fl. öst. W. N. M. daselbst 100 fl. öst. W. S. H. Fried mann daselbst 100 fl. öst. W. Elias Abel es daselbst 50 fl. öst. W. Moritz Fleischmann daselbst 100 fl. öst. W. S. Herzberg in Wien 20 fl. öst. W. Anton Herzberg daselbst 20 fl. öst. W. Alexander Herzberg in Wien 20 fl. öst. W. M. W. in Wien 25 fl. öst. W. Louis Jaffö in Schwerin (Mecklenburg) 25 Thlr. p. C. — 43 fl. 45 kr. rhein. — Gesammtsumme: 2674 fl. 45 kr. IV. Ditz MuktMMnburgell Wirren. (Schluß.) Der 5. Punkt der Anklage lautet: „Ließ er es nicht zu, daß wir am 9. Ab den Gottesdienst durch schwarzes Parochet feierlich zu machen suchten." Antwort: weil 5ies gegen O. CH. C. 559. 2 verstößt. 6) Erlaubt er nicht, daß die Haftorah von einem der Vorbeier, wenn derselbe nicht selbst Maftir verlesen werde." Antwort: idiä. 284. 4. Mg. Ab 3. 7) „Ebenso erklärt er für gesetzwidrig, das Wesot hatorah vor dem Vorleftn der betreffenden Sidrah zu recitiren." Antwort: Nur bodenloseste Willkür kann hier Grund zur Reform finden. 8) Enthlödet sich der Vorstand nicht, Herrn Dr. G. einen Vorwurf darüber zu machen, daß er auf dringt. 9) Erklärt er, man könne Jozer und Pijutim nicht abstellen. — Antwort: Auch darüber hat nur ein quellenbeflissener Rabbiner wie Herr vr. G. und nie und nimmermehr der Vorstand zu uriheilen; sonst hätte der Vorstand consequentermaßen ein Vorstandsmitglied mit den rabbinischen Funktionen betrauen sollen. In wie weit nun Herr vr. G. Punkt 1—9 für Abodah sarah erklärt, wissen wir nicht; , wir sind, wie wir gestehen, gegen den löbl. Vorstand ' in Stuhlweißenburg etwas mißtrauisch geworden. Wenn der Elftere aber diesen Ausdruck in urfprüng-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.