Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 14 (29.8.1860)
- Date
- 1860-08-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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170 zum Märtyrer stempeln, oder will er all seine religiösen Gegner für derlei Dinge verantwortlich machen? Herr Philippson weiß so gut wie wir, daß seine religiösen Gegner vor solchen Mitteln zurückschaudern. Er scheint jedoch durch blinde Parteiwuth mindestens ebenso verblendet zu sein, wie jener Drohbriefschreiber, er würde sich sonst schämen, in solchen Dingen zu verallgemeinern. Auch uns sind seit dein Erscheinen dieser Zeitschrift eine Menge ordinärer Schmähbriefe zugegangen; wir haben uns weder verletzt noch geängstigt gefühlt, aber noch weniger veranlaßt gesehen, darob alle unsre Gegner auf religiösem Gebiete anzuklagen. Wir wißen recht gut, daß es allüberall Einzelne, doch G. s. D. nur Einzelne gibt, denen kein. Mittel zu schlecht erscheint; PH. jedoch scheint das nicht zu wißen, oder will es vielmehr nicht wißen. Ans Baden. In Nro. lt Ihres geschätzten Vlatte-s findet sich ein Artikel. „Aus Baden", der sich über den Zustand der israelitischen Schulen, so wie über die Besoldung der dortigen Neligionslehrer ausspricht. Es finden sich darin einige Angaben, die einer Berichtigung bedürfen. Wenn darin gesagt ist, daß die Eltern auf den > Religionsunterricht wenig Werth legen, so kann dies nur von einigen wenigen Städten — und auch hier nicht so allgemein, nicht aber von dem großen Theil! der Landgemeinden, bei welchen Gottlob noch ein , echt religiöser Sinn zu finden ist, behauptet werden. In den zwei oder drei größeren Städten Badens, wo nur jüdische Volksschulen bestehen, die für die höhere Bildung nicht ansreichen, kommt es allerdings vor, daß die Kinder nur in den zwei oder drei ersten Schuljahren diese Volksschulen, und i alsdann die höhern Lehranstalten, besuchen; aber das kann am Ende bei dem Mangel einer höhern israelitischen Lehranstalt den Eltern kaum verdacht werden. Der Einsender erwähnten Artikels hat aber doch, wie es scheint, die große Mehrzahl der Schulen im Auge, und da ist eine solche allgemeine Behauptung nicht berechtigt; denn jene wird von den israelitischen Schülern während der ganzen Dauer der Schuljahre besucht. Wollte Gott, die Neligionsschnlen stünden in allen jüdischen Gemeinden des Auslandes auf gleicher Stufe, und wir hätten wenig Anlaß zur Klage. Wenn der Zustand mancher Schulen sich nicht auf dem wünschenswertsten Standpunkte befindet, dann ist der Grund oft mehr darin zu suchen, daß manche Lehrer pflichtvergessen genug sind, sich neben der Schule noch mit andern Nebengeschäften zu besaßen. Das kann allerdings nicht gedeihlich auf den Zustand der Schule wirken. Auch hinsichtlich der Besoldungsverhältnisse ist die Sache bei weitem so schlimm nicht. Der Normalgehalt der geringsten Stellen — aber eine solche gehört in die Kategorie der Unterlehrerstellen — ist, wie der der andern Confessionen 172 fl.; aber der Einsender schweigt von der freien Dienstwohnung und von den Aceidentien, die sich mindestens auch bei einer der geringsten Stelle auf 109 fl. belaufen. Das ist aber nicht der Gehalt der größeren Gemeinden, wo das Totaleinkommen sich in der Regel neben freier Wohnung auf 109 fl. erstreckt. Die öffentlichen israelitischen Schulen, zu welchen die Gemeinden zur Lehrerbesoldung noch einen Zuschuß aus der Staats¬ oder der betreffenden Gemeindekaße erhalten, sind in der Regel noch bester dotirt; und von den Schulen letzter Klaffe, die, als Staatsanstalten, wie die der andern Confessionen, auch den darüber bestehenden gesetzlichen Bestimmungen unterliegen, gibt es in Baden etwa 48. Es sind also die Aussichten auf Avancement auch nicht so spärlich vorhanden, und wir dürfen der festen Zuversicht leben, daß unser ehrwürdiger, um die Hebung des Schulwesens, so wie um die Besserstellung der Lehrer, wohlverdienter Oberrath Altmann bei eintretenden Vacanzcn den Würdigen herauszusinden misten wird. Möge man aber bis dahin ums Himmels willen sich in Geduld fügen, und den bester gestellten Lehrern gönnen, px rvx-Qv 1L7V2' 1LO2 Zum Neichwerden ist der Lehrerstand nicht geeigenschastet und das r<^rr LiLv findet seine Erklärung in diesem Stande nicht im diesseitigen Lohn. — öl. Vvn der Warne, (Mecklenburg) im August. Werden Sie Sich nicht wundern, auch von hier aus für Ihr Blatt, das sich doch die Vertretung der Inte-