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Der Israelit · 1860-08-22 · Heft 13 (22.8.1860) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 13 (22.8.1860)
Date
1860-08-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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158 - ist. Desgleichen waren viele Gemeindemitglieder durch die brutalste geistige Knechtung ihres Hirten gezwungen, wahrend des Neujahrs- und Versöhnungsfestes Haus und Familie zu verlassen, um an verschiedenen Orten, so auch hier in Eisenstadt, durch altherkömmlichen Gottesdienst ihren! Gewissen zu entsprechen. Das nennen wir geistige Knechtung. (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Biblis bei Worms, im August. Seit mehr als 15 Jahren hat sich in dem Dorfe Biblis, das wohl, da es circa 3000 Einwohner zählt, manchen! Städtchen an Bedeutung gleichkömmt, eine jüdische Gemeinde gebildet. Diese hat sich durch steten Zuzug isr. Familien fortwährend vergrößert, so daß jetzt 30 nieist wohlhabende jüdische Familien daselbst in seltener Eintracht wohnen. Vor fünf Jahren wurde die hiesige Neligionsschule erweitert; dem Hauptlehrer derselben, dem würdigen Herrn Kunreuter, stand ein Hilfslehrer zur Seite. Allein das Bedürfnis; erforderte eine jüdische Elementarschule; mit großer Bereitwilligkeit dotirte die Gemeinde die Elementarlehrerstelle mit 350 Thl. jährlich, nebst freier Wohnung und Heizung. Unter Göttlichem Beistände ist es uns nun auch gelungen, in der Person des Herrn Di-. Sander einen tüchtigen Schulmann zu acquiriren, der die Leitung der Schule übernahm und den Unterricht in der deutschen und französischen Sprache, sowie in der hebräischen Grammatik ertheilt, während Herr Kunreuter ihm in den andern Unterrichtsfächern treulich zur Seite steht. Da solche Kräfte wirken, zweifeln wir nicht an dem Gedeihen und Aufblühen unsrer Schule. Der Schulvorstand. München, 8. August. Durch rechtskräftig gewordenes Urtheil des k. Assisengerichtes der Pfalz ist das in Frankfurt a. M. erscheinende Monatsheft „Israelitischer Volkslehrer" für den Umfang des Königreichs Bayern verboten. Würzburg, im August. Der unausgesetzte Eifer, mit welchem der „Israelit" jegliches Interesse für jüdische Schule und jüdische Erziehung verfolgt und zu fördern sucht, einerseits, und die vielfache Verbreitung andrerseits, bestimmen mich folgenden Bericht, der der Beachtung vollkommen würdig, durch denselben zu veröffentlichen. Am 1. d. fand dahier im isr. Erziehungs¬ und Unterrichts-Institute eine öffentliche Prüfung statt, und zur Freude aller Anwesenden und Betheiligten stellte sich auch in diesem Jahre ein höchst zufriedenstellendes Resultat heraus. Bei dieser Gelegenheit will Einsender nicht ermangeln, sowohl über das Entstehen als auch über die innere Einrichtung dieses Instituts Einiges zu berichten. Diese Erwähnung dürfte schon darin ihre Begründung finden, daß sich schon so manche entgegengesetzte Ansicht gegen die Bildung eigener israel. Realschulen Geltung zu verschaffen suchte. Diese Ansicht jedoch ist heutigen Tags schon — ich übergehe andere Motive — dadurch widerlegt, daß die Kinder durch die Trennung von Neligions- und Realschulen sehr oft den Aufgaben beider Schulen nicht entsprechen können, abgesehen von der Zeitversäumniß und der Zerstreutheit, welche das Hin- und Herlaufen verursacht. In Erwägung dieser Gründe ward vor fünf Jahren von dem hiesigen Distrikts-Rabbiner, Herrn Bamberger, welcher der Jugenderziehung stets das wachsamste Auge zuwendet, der Plan zur Gründung einer jüdischen Realschule entworfen; und wenn auch diesem Unternehmen, wie es ja bei Unternehmungen, die große Opfer erheischen, gewöhnlich ist, viele Hindernisse in den Weg traten, so wurden solche durch die unermüdliche Ausdauer, sowie durch das mit Recht zugewandte Vertrauen, das dem Hrn. Rabbiner sowohl von Seiten der Gemeinde als auch von Seiten der für das Gedeihen der Schulen stets sorgsamen Staats- und Schulbehörden zur Seite steht, glücklich beseitigt. Jetzt herrscht nur eine Stimme darüber, daß dieses Institut Bedürfniß für die Gemeinde war und ist. Es versteht sich wohl von selbst, daß für eine so zahlreiche Gemeinde, wie die zu Würzburg, (es finden auch auswärtige Schüler Aufnahme) ein Lehrer den Bedürfnissen und Anforderungen, die man an eine Realschule zu machen berechtigt ist, nicht entsprechen konnte, es wurden deßhalb -drei tüchtige Lehrkräfte gewonnen, von welchen außer Religions-

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