Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 13 (22.8.1860)
- Date
- 1860-08-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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155 viel Gutes gewirkt haben, d. h. der Inhalt müßte real sein, ansprechend durch sachliche Darstellung. Kleine Erzählungen dürften die Einförmigkeit der Betrachtung unterbrechen, doch müßten alle '->21 jM"i streng vermieden werden, außer etwa in dem Genre, wie 2,21 jene liebliche Erzählung von Wiesel und Brunnen. Die Orthodorie ist urkräftig: es fehlt derselben weder an Kräften, noch an Mitteln ^—vielleicht wäre auch auf diesem Felde gemeinsames Handeln förderlich! — Orikoätm-jsr. MelsnMtt. Von allen Seiten gehen uns G. s. D. die erfreulichsten Mittheilungen zu. In allen Gegenden Deutschlands und Oesterreichs haben sich bereits Comite's gebildet, die eine überaus erfreuliche Thätigkeit entwickeln. Die schon gesammelten Spenden erreichen nach den uns zugegangenen Nachrichten die Höhe von fast 6000 fl. Wir werden sie, nachdem sie bei uns eingegangen, specialiter veröffentlichen. Es ist das ein Beweis mehr, wie stark.-i"2 die jüdische Orthodoxie ist, da sie in kürzester Zeit erreicht, was den Neologen erst nach Jahre langer Sammlung möglich wird. Dieses außerordentlich günstige Resultat berechtigt uns zu der Hoffnung, bald, sehr bald zur Nealisirung schreiten zu können; um so dringender ist aber die allseitige Betheiligung. Darum auf, Ihr Brüder, die Ihr bisher noch nicht Hand ans Werk gelegt habt, feiert nicht länger; es ist Euch eine Gelegenheit geboten ein Werk fördern zu helfen, dessen auf Jahrhunderte hinaus sich erstreckende Bedeutung eine Gesammtangelegenheit für das deutsche Israel ist. Im Vereine sind wir groß und stark, und Gott wird uns helfen , der Krone unserer rer Gotteslehre ihren alten Glanz zurückzuerobern. , II. Ditz StuklweMnbui'M Wirren. Eifenstadt, im Monat August. Soeben erhalte ich den Abdruck eines Artikels des Ben Chananja, betitelt: „Die neuorthodoxe Romantik in Stuhlweißenburg," welche so sehr von tendenziöser Unwahrheit und Gedankenverwirrung strotzt, daß ich nicht eine Stunde zögern will, dieselbe nach meinen: besten Wissen und Gewissen aufzndecken. Da an der Druckschrift der Vorstand in Stuhlweißenburg und der Nedacteur des Ben Chananja betheiligt, beide mehr oder weniger öffentliche Persönlichkeiten, so wird diese unsre Pflicht noch größer und dringender. — Sprechen wir zunächst von der offenbar auf den Effekt berechnete Ueberschrift: „neuorthodoxe Romantik." Beide Theile des Ausdruckes sind für uns von Interesse, ersterer, um eines sehr wichtigen Principes willen, letzterer um der Wahrheit willen überhaupt. Es wird besser sein, uns erst zu letzteren: zu wenden. Sehr viele Leser, in Ungarn namentlich, werden dieses „Fremdwort" nicht recht verstehen, und daher dem gelehrten Nedacteur aufs Wort glauben, daß dieses etwas recht Schmähliches sein müsse. Nun aber verhält es sich so ganz anders damit, daß es uns sehr gleichgiltig ist, Romantiker genannt zu werden oder nicht; ja, speciell aus religiösen Gründen ist hier gar keine Veranlassung zur Antwort gegeben; wohl aber im Interesse der Wahrheit und Aufklärung überhaupt. Die Romantik, lieber Leser, ist der Charakter einer gewissen poetischen Schule, zu denen unter den Franzosen z. B. Victor Hugo gehört, ein Mann, der wohl auch dir gar nicht verachteuswerth dünkt, nicht weniger unter den Deutschen die Gebrüder Schlegel und Andere. Du wunderst dich, daß ich dich auf ein fremdes Gebiet führe; da ich aber Grund zu vermuthen habe, daß der Nedacteur des B. CH. aus diesem eingehend sein sollenden Titel ein Schlagwort seiner Redeweise gemacht hat und macht, so muß ich dich schon auf den Grund führen. Die Romantik ist eigentlich eng mit den Anschauungen des Christen verwandt, beruht auf der überschwänglichen Gemüthsverfassung, welche jene Theologie hervorrief; das Alterthum kannte Nichts dergleichen, und auch in neuester Zeit waren auf dem Gebiete der Poesie diejenigen, welche besonders zu den Alten zurückdrängten, z. B. Göthe, die entschiedensten Gegner der Romantik. Da wir nun aber mit der Poesie hier nichts zu thun haben, so müssen wir sogleich zur „Theologie" zurück. Wir beziehen uns hierbei auf eine für den Nedacteur des B. Eh. wegen dessen merkwürdiger Geistesverwandtschaft mit