Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 13 (22.8.1860)
- Date
- 1860-08-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Ph'schen Zeitung reden, so erwähnen wir, daß dieselbe in langathmigen Correspondenzen rc. nicht aufhört, Gift und Galle gegen die orthodoxen Nabbinen ' zu speien. Die Beweise, die Ph's Bibelübersetzung rechtfertigen sollen, grenzen an Wahnsinn. Zum Beispiele nur eins: Ein gewisser Duschak aus Gaya glaubt eine Mezia gefunden zu haben: 2. B. der Könige 14, 6. sei antitraditionell! Schlägt man aber die betreffende Talmudstelle (Snh. 27, 28) nach, so ergibt sich D's Deduction als eitel Wind. Herr D. ruft pathetisch aus: „Warum, wird die Nachwelt fragen, und auch ich kann mich dieser Frage nicht erwehren, haben die Herren Fackelträger der Wahrheit nicht vor allem Andern darauf angetragen, das 2. Buch der Könige zu exommuniciren oder mindestens zn emendiren. Da heißt es 14, 6.: „Die Kinder der Mörder aber ließ er nicht umbringen, wie im Buche der mosaischen Lehre steht, daß der Ewige nämlich befohlen habe: die Väter sollen nicht der Kinder wegen, und die Kinder nicht der Väter wegen umkommen." Diese Auffassung ist ja antitraditionell! Denn die Tradition erklärt diese Stelle dahin, daß das Zeugniß der Kinder gegen Eltern und umgekehrt nicht die Todesstrafe herbeiführen könne. Schon Jonatan ben Usiel stutzte und citirt ohne langes Besinnen Onkelos, der gerade hier sein Targum der Tradition anschmiegt, woraus aber Nachmanides Ende 3. B. M. deducirt, daß 121^2 'i'v r-Lv p-r. —" In der Tradition finden wir aber an oben citirter Stelle deutlich ausgesprochen, daß aus dem Anfänge des Verses die Halachah sich ergeben muß, weil sonst der Schluß desselben eine Tautologie enthielte. 1221' 182N2 V'X 22^2 222 d^.2 „Ergibt sich doch der einfache Sinn, daß nämlich nicht die Väter für die Sünde der Kinder büßen sollen und umgekehrt, aus dem auch im Buche der Könige angeführten Schlußsätze: Ein Jeder durch seine eigne Sünde — sollen sie getödtet werden. —" Diesen Schlußsatz — merke Dir wohl, l. L-, die Perfidie — läßt Herr D. wohlweislich weg, da er Melachim 2, 14 übersetzt, während die Berufung nur auf den Schlußsatz statthat, der ganze Vers aber ci- Lirt wird. — Woher Herr D. weiß, daß Jonathan gestutzt hat, läßt sich nicht anders als aus dem wahren Prophetengeiste vermuthen, den ein Stuhlweißenburger Vorstand bei den Ungarischen Reformatoren des Judenthums voraussetzt; weder Jonathan, noch Onkelos haben das geringste Auffällige. Was aber über Nachmanides gesagt wird, ist wahrhaft lächerlich; N. sagt nichts Anderes, als: ^'7 '^'>>122 rizn^i 'V11N21' 1221 '^>121 122 2'22 2'222 ^12 (niri) 21N2.2 daß also nach der Ansicht unsrer Weisen, segensvollen Andenkens, ein Vers viele Dinge umfasse. — Also schlagen die Modernen der Wahrheit ins Gesicht, citiren und behaupten frisch darauf los, sich darauf verlassend, daß der Leser — nicht nachschlagen werde. — Doch nicht allein gegen die Autoritäten der Gegenwart schleudert Herr D. seinen Zornausbruch, auch die „fanatische Schule" Schämmais, auch R. Gamaliel II. „der mit Bannstrahlen und Excommunicationsbullen um sich warf" müssen herhalten; jedenfalls kann uns die Gesellschaft behagen. Herr Philippson, Herr Duschak und Consorten sind wahrlich noch nicht in so guter Gesellschaft geschmäht worden. Daß aber Philippsons Machwerke mit Ezechiel, Kohelet u. Schir ha Schirim in eine Kategorie gestellt werden, das ist - lustig. Was wird Philippson nicht noch Alles werden: ein großer Mann, ein welterleuchtendes Genie, ein Ezechiel, ein Salomo —; ich bitte Euch, haltet ein, sonst . . . . : Schließen wir mit etwas sehr Ernstem. Es wurde jüngst in diesen! Blättern auf die Nothwendigkeit der Beschaffung echt jüdischer Lesebücher für den Jugendunterricht aufmerksam gemacht" Ein nicht geringeres Bedürfniß sind echtjüdischeErbauungsbücher für das weibliche Geschlecht, überhaupt eine Sabbat- und Feiertagslectüre für dasselbe. Bei der hohen Stellung, welche die Frauen in der jüdischen Familie einnehmen, ist es unendlich wichtig, für den religiösen Anbau des weiblichen Gemüthes Sorge zu tragen. Unsre Alten wußten das recht gut — und sorgten dafür. Die alten Erbauungsbücher sind für unsre Zeitgenossinnen unverständlich geworden, ja, selbst eine Um- und- Ueberarbeitung ist unmöglich. Wir haben oftmals in dieser Absicht die ii"L zur Hand genommen und haben uns eben so oft von der Unmöglichkeit überzeugt. Möchte es uns gelingen, orthodoxe, befähigte Männer zum neuen Anbau dieser Literatur zu veranlassen! — Der Styl müßte einfach, gediegen und prunklos sein. Als Vorbilder müßten jene alten Werke dienen, die ihrer Zeit so