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Der Israelit · 1860-08-15 · Heft 12 (15.8.1860) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 12 (15.8.1860)
Date
1860-08-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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145 zu verwundern, daß die Erscheinungen! der Reform in Berlin, Pesth rc.- wo alle diese „Schönheiten? und „Verbesserungen? längst zur Ausführung gekommen, sichtbar wurden und herangediehen, während Preßburg, Nikolsburg rc.- Gemeinden, die sich solcher rituellen Verbesserung und Fortschrittserhebung nicht rühmen können, von solchen Negationsversuchen und Reformanstrebungen gänzlich' verschont geblieben sind. — Wo bleibt demnach die aus dem praktischen Leben geholte Erfahrung? Ich pflichte daher der vom Hrn. Verf. dem Hrn. vr. G. zugedachten Meinung, „daß das geringste Abweichen von dem Herkömmlichen in die Arme der sogenannten Neformpartei führen könnte", vollkommen bei. Im n"' ist ebenfalls ein Beleg ganz entgegengesetzter Richtung von der vom Hrn. Verf. nachgesuchten zu finden. Denn der Wortlaut des deutet klar darauf hin, daß hier von einer Neuerung und nicht Erhaltung die Rede, und daß r^ip 'N'^> 'rnr-i -rnvin der einzige Grund hievon sei, so wie überhaupt in demselben Abschnitte n"' die Auflösung eines nur scheinbaren nivn verboten wird. 2. Die gegen Hrn. vr. G. erhobene Klage, „daß er, den Werth des Gemeindefriedens unterschätzend, die Erhaltung solcher Dinge höher hält," ist durch den in diesem gesch. Blatte, Nro. 4, befindlichen Leitartikel deutlich widerlegt, so wie der von 80 Mitgliedern der Gemeinde Stuhlweißenburg gegen das Verfahren des damaligen Vorstandes eingelegte Protest zur Genüge die Willensmeinung der Majorität in der Gemeinde darthut. Auffallend erscheint nur noch, daß der Hr. Verf. bei dieser Gelegenheit von einer Zurückführung — „mittelalterlichen Aberglaubens" — (?) spricht. 3. Gesteht der Hr. Verf. als Meinungsvertreter des Vorstandes mit demselben zugleich ein, daß die meisten Rabbinen für die Ansicht des Hrn. Dr. G. ihr Gutachten abgeben werden. — Auch ich zweifle nicht im Geringsten daran und kann mit Gewißheit hinzufügen, daß nicht nur die heute noch lebenden talmudischen Autoritäten, sondern, auch die in ein besseres Leben eingekehrten Celebritäten als da sind ri?p"lp ,'2NNO N18'2 NO10 2NN '"2l"l dp2 PM.N d"pm"i rc, der - durch'ihr ganzes Leben durchgeführten , und in ihren Werken auf uns vererbten Tendenz getreu, keinen Augenblick anstehen j würden, ein zu Gunsten des Hrn. Dr. G. sprechendes Gutachten abzugeben. Dieß weiß ich und der Hr. Berfi weiß es. — Aber er weiß auch den Gegenstand von der rechten Seite zu fassen und sich damit zu trösten, daß ja auch „gegen den Propheten Elias 400 (450) andere Propheten waren, das Recht aber denroH auf seiner Seite geblieben." — Welch' eine Anmaßung! Welch' eine Herausforderung! Welch' eine grenzenlose Arroganz! — Einen solchen Vergleich aufzustellen, der einerseits eben so hinkend , als anderseits erniedrigend und verdächtigend ist. — Wo ist hier i.n'L>r und wer sind die — ^>p2.n'8>2i?l Oder hat auch der Prophet Müs auf dem Karmelberge mit zusammengerölltem Talith unter Orgel- und Chorbegleitung sein Gebet verrichtet? — 4. Glaubt der Hr. Verf., daß Hr. Dr. G. in einem groben Jrrthume befangen sei, wenn er eine Leichenbegleitung mit Ehoralgesang halachisch unstatthaft findet und legt ihm zur Entschuldigung die Erhaltung des Herkömmlichen als einziges Motiv in den Mund. — Ich weiß, daß Hr. vr. G. für diese Schutznahme, welche nur Hohn und Ironie zur Folge hat, bestens dankt, und daß ferner dieser Gegenstand von halachischem Standpunkte aus in diesen Blättern mit Nächstem eine ausreichende Erörterung und Begründung erhalten wird, der ich heute nicht vorgreifen will. ' 5. Die Unzuläßlichkeit des zusammengerollten nHv gibt der Hr. Verf. selber zu, und wer kann es dem Hrn. vr. G. verübeln, wenn er das vom Hrn. Verf. benützte, unbequeme und von den Cantoren oft genug außer Acht gelassene Hilfsmittel nicht acceptiren will. Uebrigens — -,'N2 nnnp rnnpi — da es im n"pv "n /'O nnn iriH-r ausdrücklich heißt: .N21O Np .n^nkl röllllv 1VXN 1'NL 21PQ 1IN8 2'PNIII N'^D.N ^>p O'2N22^ 51LP 122 -s'v N.NX M^.N 'NM1 2,N'>P1 O.N'NINXV die spätem Halachisten, so wie auch Nv'n n^n!?pn zur Halacha konstatiren: N'IO ^sipv.n rn^v.n p.n^v.n i^-rn niO2^ i'-m vri2in 'i' i-rL' sri'DM ^>p nmrrn ,, ".7I2D Np n^sri.n ci!?sin2 6. Zieht der HL Verfasser den Hm. vr. G. ins Lächerliche, weil er nach Angabe des dermaligen Gemeindevorstandes darauf besteht, das 'nin .N2^ nach jeder Ströphe wiederholen zü lassen und knüpft hieran ein weitläufiges piquantes Raisonnement. Wie hat

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